Wie viele Kinderl hätten’s denn gerne?

Manche wissen schon früh, was sie wollen: viele Kinder müssen einst her – wenn es dann einmal soweit sein sollte, es also passt mit Partner, Karriere, Heim etc. Manchmal kommt es dann doch anders als man dachte. Plötzlich sind es mehr – oder weniger – (oder vielleicht auch gar keine Kinder) als ursprünglich geplant! Vielleicht ist auch der Zeitpunkt ein ganz anderer. Und manchmal hilft alles Planen nichts, denn es kommt doch anders als man denkt!

Schon so mancher hat mit einem Kinderwunsch von zwei oder gar drei „Gören“ nach dem Erstgeborenen das Handtuch geworfen. Oder ist dann erst richtig auf den Geschmack gekommen, obwohl es immer nur eines sein sollte!

Zwei – habe ich früher jedenfalls gerne behauptet. Wir selber sind auch 2, also mein Bruder und ich. Und natürlich kannte ich einige andere Familien mit zwei Kindern. Wobei es in meinem kindlichen Umfeld doch auch einige mit 3 oder mehr gab. Häufig kam das Dritte gerne ein paar Jahre später, als kleiner Nachzügler. Natürlich gab es auch Ein-Kind-Familien. So richtig kinderreiche Familien, für mich ab 4 Kindern, habe ich in meinem Umfeld schon als Kind selten erlebt.

Für mich stand jedenfalls immer fest: Kinder gehören zum Leben dazu. Trotzdem habe ich sehr lange gezögert und „es“ dann letztendlich vermutlich deswegen gewagt, weil ich Angst hatte, die Entscheidung später zu bereuen, wenn ich mich gegen ein Leben mit Kindern entschieden hätte. Ich wollte nicht über 40 sein, den Sinn des Lebens vielleicht irgendwann auf dem Weg dorthin verloren und vermissen, was andere haben: ein Kind! Ich wollte wissen wie es ist, wenn man selbst ein Kind ausgetragen und geboren hat und sich mit der Aufgabe konfrontiert sieht, für dieses Wesen nun für lange Zeit die Verantwortung zu haben. Wobei ich das mit der Verantwortung damals vermutlich noch nicht ganz so schwerwiegend betrachtet habe. Denn wie genau dieses Leben mit Kind aussehen und wie das Kind sein würde, das kann man vorher bestenfalls erahnen. Und niemand, der es nicht wirklich selber erlebt hat, dieses Mutter- (und Eltern-)Sein bis in die kleinste Faser der eigenen Existenz, bis in den kleinsten Winkel des eigenen Seins, mit allen schönen, aber eben auch schwierigen Momenten, kann da meiner Meinung nach wirklich mitreden.

In meinem Fall gestaltete sich das Ankommen im Muttersein recht schwierig. Mit einem sehr schlecht schlafenden (am Tage nur unter erhöhtem eigenen Einsatz, und wenn, dann schlief das Baby höchstens für kurze Zeit auf dem Arm ein, beim Stillen oder eben auf dem Körper, sicher aber so gut wie nie abgelegt irgendwo in einem Bettchen oder so), ziemlich viel schreienden Baby, das notorisch unzufrieden zu sein schien, war ich komplett überfordert. Von einem Tag auf den anderen habe ich mich selber aufgeben müssen mit allem, was mir bis dahin so lieb war. Mein Leben, wie ich es bisher kannte, war weg, und zwar komplett. Und darauf war ich so dann doch nicht vorbereitet.

Warum man sich das Kinderkriegen ein weiteres Mal antut…

… und noch einmal und noch einmal?! Oder eben auch nicht!

Obwohl mir mein erstes Kind als Säugling quasi die Hölle auf Erden beschert hat und ich aufgrund des extremen Schlafmangels, den ich mit ihm durchlebte, und das über viele Monate hinweg, völlig an den Rand der Erschöpfung brachte, habe ich mich nur 16 Monate nach seiner Geburt für ein weiteres Kind entschieden. Ich war immer gegen ein Einzelkind. Ein Gedanke, den ich immer doof fand. Außerdem wollte ich unbedingt noch nach dem Jungen (dessen „Outing“ für mich eher einem kleinen Schock gleichkam) noch ein Mädchen, weil ich immer schon ein Mädchen wollte!

Wenn Kind Nr. 1 bereits ein Mädchen gewesen wäre, hätte ich ähnlich gehandelt, mich aber nicht so angestrengt, dass wirklich nur ein Mädchen dabei herauskommen konnte. Gut, der Schuß (haha!) hätte auch nach hinten losgehen könnten, aber ich hatte Glück. Mein Herzenswunsch wurde erfüllt und gut 25 Monate nach Kind Nr. 1 kam meine Tochter zur Welt. Und obwohl auch sie über einen längeren Zeitraum zumindest nachts ein ähnlich bescheidenes Schlafverhalten an den Tag legte, war mit ihr vieles einfacher. Ein genügsames Wenig-Schrei-Baby war geboren, und eine entspannte Mutter die dieses Mal wußte, dass zumindest ein Teil ihres alten Lebens irgendwann (!) wiederkehren würde. Deswegen konnte ich dieses Mal ganz entspannt mein Instrument für ein halbes Jahr komplett zur Seite legen, ohne es zu vermissen. Ich war angekommen im Mutter-Sein!
Dachte ich zumindest… .

Ohne Kind Nr. 2 hätte ich diese Entspanntheit wohl nie erreicht. Dieses Mal konnte ich alles rund ums Baby genießen. Natürlich darf man dabei nicht vergessen, dass noch Kind Nr. 1 zu versorgen war, und das wiederum eine ganz neue Herausforderung darstellte. Ja, es ist mit zwei Kindern gleichzeitig, vor allem wenn sie noch so klein und der Altersabstand so gering ist, wirklich noch mal eine ganz andere Hausnummer! Aber auch hier war ich zuversichtlich, in so manch verzweifeltem Moment sagte ich mir, dass auch das irgendwann anders besser werden würde. Die Erkenntnis, die ich dabei gewonnen habe war allerdings, dass es später sicher nett sein kann, wenn die Kinder nicht so viele Jahre trennen, aber man sich anfangs einen größeren Altersabstand wünschen sollte. Wenn das erste Kind schon selbstständiger ist, wird vieles sicher leichter! Doch ich hatte fast keine Wahl, war ich beim ersten schon 36 und dann beim zweiten 38 Jahre alt. Ich wollte nicht länger warten und war darüber hinaus sowieso überrascht, dass Kind Nr. 2 quasi im zweiten Versuchsmonat bereits entstanden ist.

Und wie geht es nun weiter?

Mit etwas Abstand zu der Geburt des zweiten Kindes – es wird nun bald auch schon 2 Jahre alt und kommt in den Kindergarten – sieht manches anders aus. Ich würde nie wieder einen Altersabstand unter 3 Jahren wählen, und am besten auch früher mit dem Kinderkriegen anfangen (scheiß auf die Karriere! Welche Karriere überhaupt?). Die letzten 2 Jahre waren einfach sau-anstrengend, zumal der Erstgeborene seine kleine Schwester regelrecht foltert, schon immer, ohne dass ich dafür bisher eine Lösung gefunden hätte. Es ist einfach schlimm und sein Verhalten – auch nicht nur bezüglich seiner Schwester – eine echte Belastung für mich und den Familienfrieden geworden! (Aber das ist wohl ein anderes Thema).

Ich sehe mich nun damit konfrontiert, dass auch mein zweites Kind kein süßes kleines Baby mehr ist. Doch, süß ist sie, keine Frage! Aber es geht so schnell, die Kinder werden so schnell groß und die Momente des innigen Kuschelns werden immer weniger. Ich habe schon den Abschied vom Stillen von vor einem Jahr sehr bedauert.

Gerade bei ihr fällt mir dieses Loslassen besonders schwer. Da kommt kein weiteres Kind mehr nach:

  • ich bin zu alt für ein weiteres Kind. Ja, es gibt genug Frauen, die heutzutage auch mit über 40 noch gebären, doch dazu wollte ich nie gehören. Auch wenn schon meine Oma im Jahr 1960 mit 41 sogar noch Zwillinge bekam, bin ich der Meinung, dass man nicht zu spät „Schluss machen sollte“. Es wird nicht weniger anstrengend mit zunehmendem Alter. Und wenn man in Kindergarten oder Schule nicht für die Mutter, sondern eher für die Oma des eigenen Kindes gehalten wird, war es halt doch zu spät.
  • in Anbetracht eines gewünschten größeren Altersabstandes wäre ich also locker 41, sollte ich ein weiteres Mal Mutter werden
  • ich habe einfach keine Kraft mehr, ich bin schon jetzt so erschöpft und komme kaum mit zwei streitenden Kindern klar. Liegt vielleicht auch am Alter, aber auch an unseren beruflichen Situationen und nicht zuletzt an der gespannten Paarbeziehung. Eine weitere Schwangerschaft, die bei mir mit „Hyperemesis deluxe“ (Kotzen bis zum Umfallen) und einer Art Schwangerschaftsdepression über Wochen einhergeht, kann und ich will ich mir und auch meinen zwei bereits vorhandenen Kindern einfach nicht mehr antun. Außerdem hatte ich in der zweiten Schwangerschaft bereits von Anfang an starke Schlafstörungen. Mit zwei Kindern geht das einfach erst recht nicht mehr!
  • Schöne Urlaubsreisen mit 3 Kindern? Finanziell? Utopie… .
  • Auch wenn ich meine Karriere als solche gar nicht mehr bezeichnen möchte, kann ich mir nur schwer vorstellen, noch einmal länger auszusteigen. Zumal ich den frühen Wiedereinstieg inzwischen rückblickend als Belastung empfinde und so nicht noch einmal haben wollen würde. Es ist trotzdem Zeit, dass ich einmal wieder zum Zuge komme und auch an mich denke. Und ich freue mich auf die Zeit, wo so manches vielleicht mit zwei schon etwas älteren Kindern doch leichter von der Hand geht.

Und trotzdem sind da Zweifel, weil da bei einer Entscheidung immer Zweifel sind

„Drei wären doch auch ganz nett!“ Sch*** Natur, so gemein! Gerade fängt man wieder an zu leben, darf auch ab und zu wieder so viel schlafen, dass man die Treppe nicht nur kriechend hinauf kommt (vor Erschöpfung) und hat dann solche Gedanken, sieht kleine Babys und wird traurig. Wie schnell ist sie groß geworden, wie ist das bloß passiert? Mama weiß, in einem Jahr sieht die Welt schon ganz anders aus und das Baby wird aus ihrem Gesicht verschwinden und zurück bleibt ein mit allen Mitteln nach Autonomie strebendes Kind. Und doch macht es so traurig, nie wieder ein eigenes Baby im Bauch oder Arm zu haben, es zu Stillen und so weiter… . Dieses Kapitel des Lebens ist abgeschlossen, unwiederbringlich, für immer!

Aber ich muss den völlig irrationalen Gedanken beiseite schieben, denn die Liste dessen, was für ein weiteres Kind spräche, ist äußert kurz:

  • Die Gefühle der Verzückung, noch einmal das Wunder erleben
  • die Unterschiede zu sehen. Wie wäre ein Junge im Vergleich zum Erstgeborenen, wie ein Mädchen im Vergleich zu meiner wundervollen süßen Tochter? Alleine das Aussehen eines weiteren Kindes wäre so ungemein spannend zu erfahren
  • Das Haus ist eventuell groß genug, auch wenn ich dann mein eigenes Zimmer abgeben müsste und niemals Platz für ein Au-Pair oder Austauschschüler hätte
  • das geplante Familienauto reicht auch noch für eins mehr

Und wenn ich noch ein paar Jahre jünger wäre und somit noch ein paar Jahr mehr Zeit hätte, mir „das Ganze“ zu überlegen, dann… . Und wenn meine Ehe nicht so krieseln würde… . Aber nein, vorbei ist vorbei. Seien wir einfach mal dankbar und genießen wir, was wir haben und wollen wir nicht immer noch mehr! Auch wenn um mich herum doch mehr Familien als gedacht 3 Kinder beherbergen, muss ich diesen „Trend“ nicht mitmachen.

Fazit

Es wird bestimmt noch eine Weile weh tun, dass nun auch das zweite Kind den Babyschuhen und so bald auch dem Kleinkindalter entwachsen ist. Dieses Loslassen müssen kommt ja auch immer wieder im Leben mit Kindern. Ich habe mich nach ihrer Geburt so vollständig gefühlt. Und doch habe ich immer das Gefühl, dass noch etwas fehlt. Der Gedanke wird nie aufhören. Das große Geschwisterkind meiner beiden musste nach etwa 10 Wochen im Bauch sterben.  Ich werde nie aufhören zu überlegen, welches Geschlecht es hatte, wie es ausgesehen hätte und wie das Leben mit ihm oder ihr gewesen wäre. Und ob es mein geliebtes Kind Nr. 2 dann überhaupt gegeben hätte. Das Leben ist halt so!

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Urlaub 2015

Auch wir hatten uns als Familie einmal einen „Tapetenwechsel“ verdient. Eine Woche Nordsee erschien da vor ein paar Monaten als gute Idee. Ein großer Sandkasten für die Kinder und eine Umgebung, in der auch die Mutter sich wohlfühlen kann.

Ab in den Urlaub  (Quelle/Bildrechte: dieverlorenenschuhe)

Ab in den Urlaub
(Quelle/Bildrechte: dieverlorenenschuhe)

Man nehme:

  • eine Nordseeinsel (mit Hochseeklima)
  • viel Sand, und Dank einer großen vorgelagerten Sandbank wenig Wellen, was gut ist für das Planschen mit Kleinkindern
  • eine superschöne Ferienwohnung über den Dächern der Insel, mit Blick auf das Meer, den Sonnenuntergang, den Leuchtturm und über die ganze Insel, außerdem sehr nah am Strand und Mitten im Leben gelegen, so dass die Abende beim „Kinder hüten“ sich nicht ganz so verloren anfühlten. Diese Wohnung war ein Zufallsfund von mir und ich bin sehr froh über diesen Zufall
  • das Auswählen der „richtigen“ Woche, und das schon Monate im Vorraus 😉 mit dem perfekten Wetter. Strandwetter mit Sonnenschein ohne Wind und mit Wind, etwas bedeckter Himmel, was das Fahrrad fahren mit Kindern zu einem Genuß werden lässt, nie zu heiß oder zu kalt (wohl aber teilweise etwas schwül) und Regentropfen nur sehr vereinzelt des nachts bzw. am Abreisetag
  • Eine Spielinsel gleich um die Ecke, Indoor und perfekt vor allem für den regnerischen Abreisetag und das Warten auf die Abfahrt, während das Auto schon vollgepackt ist
  • keine Ferien mehr in NRW, das erleichtert die An- und Abfahrt am jeweiligen Samstag
Einfach mal die Füße ins Wasser halten (Quelle/Bildrechte: dieverlorenenschuhe)

Einfach mal die Füße ins Wasser halten
(Quelle/Bildrechte: dieverlorenenschuhe)

Schön war’s!

Urlaub mit zwei kleinen Kindern, das eine davon mehr als schwierig in vielen Momenten, ist natürlich erst mal keine Erholung, und nach so viel Familie in nur einer Woche gönne ich mir heute mal eine kleine Pause (dienstlich verordnet). Aber dieser Moment, als ich am Strand stand, meine kleine Tochter um mich herum und mir bewußt wurde, dass ich mich an das Leben vor den Kindern gar nicht mehr richtig erinnern kann, der war richtig schön! Vielleicht habe ich da trotz der Überlastung alles richtig gemacht?!

Und doch gibt es ungelöste Probleme zu Hauf… . Ich muss jetzt einfach mal versuchen, bei mir zu bleiben… .

Das Chaos in meinem Kopf – und drum herum

Ich hasse (dieses) Chaos um mich herum, es macht mich schier wahnsinnig! Unordnung und Dreck zähle ich dazu, und das habe ich reichlich mit zwei Kleinkindern und einem Mann (diese Spezies ist ja nicht gerade berühmt für ihr Ordnungsverhalten). Ich lebe in einem renovierungsbedürftigen, fast 60 Jahre altem Haus und kriege hier fast nichts mehr auf die Reihe. Denn die Baustellen anzugehen bedeutet in der Regel: alles selber machen / organisieren.

Und so organisiere ich und mache so vieles, den lieben langen Tag! Aber ich kann nicht alles alleine anpacken, ich schaffe es nicht. Es ist zu viel,und das schon viel zu lange. Mit einem eher inaktivem, bezüglich mancher Themen gleichgültig erscheinenden Partner an meiner Seite und den zwei teilweise etwas arbeitshemmenden Kleinkindern trete ich in vielen Belangen auf der Stelle. Und so habe ich auch mich selber über Jahre sträflich vernachlässigt (ich meine jetzt nicht die tägliche Körperpflege, obwohl die Beinrasur oder gar Augenbrauenzupfen inzwischen eher einer mittelgroßen Herausforderung gleichen).

„Wir räumen das [Chaos] jetzt auf“

Dies sagte meine Therapeutin heute sinngemäß am Ende unserer zweiten „Sitzung“ zu mir. Da erzähle ich einem im Grunde genommen wildfremden Menschen mein Leben, lege meine Biografie offen dar, antworte auf Fragen, und es fällt mir erstaunlich leicht, dies zu tun. Irgendwie tut das gut. Ich bin sehr mitteilungsbedürftig. Die 50 Minuten vergehen wie im Fluge.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie nennt sich das. In der letzten Stunde habe ich den Unterschied gelernt zwischen Psychologen und Psychiater (letztere haben auch ein Medizinstudium absolviert und dürfen somit Medikamente verschreiben – und benutzten zur Analyse gerne auch noch mal die Couch á la S. Freud), Verhaltenstherapie (beschäftigt sich mehr im „Heute“) und eben dem, was ich jetzt mache. Und das kommt mir entgegen, denn ich brauche bewußt diese Reise in meine Vergangenheit, das Eintauchen in meine persönliche Biografie nicht nur durch mich selber, um auch im Hier und Jetzt vielleicht endlich einmal aufräumen zu können.

Anfangs war ich noch skeptisch, das Prozedere war mir fremd und ich habe nach dem ersten Treffen überlegt, ob es das Richtige für mich ist. Auch die letzten Tage habe ich das ein oder andere Mal darüber gegrübelt, wie beknackt ich jetzt eigentlich bin, dass ich so eine Psychotherapie mache, da sitze und einem fremden Menschen alles über mich preisgebe, selber über diese Person aber gar nichts erfahre. Doch ich bin froh, diesen Schritt endlich gewagt zu haben. Zu lange habe ich alles mit mir selber ausgemacht ohne mit jemand anderes ernsthaft darüber zu reden, was mich umtreibt und beschäftigt, nicht loslässt. Für manche wäre bin ich jetzt vermutlich trotzdem ein Psycho, krank im Kopf, bescheuert oder so. Ich finde mich eigentlich noch relativ normal, also so normal durchgeknallt, wie ich es schon immer war. Weder glaube ich, wirklich psychisch krank zu sein, noch leide ich für mich erkennbar an einer schweren Depression. Jedoch ist es nicht meine Aufgabe, das zu beurteilen. Bezahlt wird dafür die Frau Psychologin.

Wie wird es weitergehen?

Das kann ich heute auch noch nicht sagen, es wird eine Weile dauern, bis sich vielleicht erste „Erfolge“ einstellen. Noch sind die 5 „Testsitzungen“ auch nicht vorbei. Aber es macht mir Mut. Auch dahingehend, einmal den Schritt zu gehen, alles aufzuschreiben, also ernsthaft, und dabei ebenso chronologisch vorzugehen wie jetzt beim Erzählen. Ich habe erkannt, dass mein Leben nicht so rund läuft, wie ich es gerne hätte, und dass ich mir selber bei vielem im Wege stehe. Dass mir zu vieles im Alltag zu schwierig erscheint und das meine Erschöpfung von mir alleine nicht in den Griff zu bekommen ist. Mit 40 Jahren ist es sicherlich kein schlechter Zeitpunkt, eine erste Bilanz zu ziehen.