Leider Probleme hier:

Mein Artikel „Warum Frauen alles organisieren und Männer nicht aufräumen können“ musste von mir wieder entfernt werden. Leider hat es die Seite hier nicht geschafft, meine Endversion zu veröffentlichen!!! Meine gerade stundenlange Arbeit scheint also für die Katz. Ich könnte k…. wurde so eben in einer neuen und viel zu langen Version veröffentlicht. Weiter unten. Viel Spaß beim Lesen. Es gibt auch Fleißsternchen dafür.

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Beitragsbilder

Ich habe übrigens in den letzten zwei Beiträgen versucht, Beitragsbilder einzufügen. Es gelingt mir einfach nicht, ich kriege es auch nach mehrmaligem Probieren nicht hin. Also, wenn jemand eine Idee hat, ich wäre echt dankbar *seufz*

Warum Frauen alles organisieren und Männer nicht aufräumen können

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(Bildrechte: dieverlorenenschuhe)

Warum Frauen alles organisieren und Männer nicht aufräumen können

Eine Blogparade der Teilzeitmutter und ich nehme teil – somit ist dies meine erste Teilnahme an einer Blogparade überhaupt. Es handelt sich hierbei um ein Thema, zu dem ich schon länger etwas schreiben wollte. Weil die gefühlten Ungerechtigkeiten bezüglich der alltäglich zu erledigenden Arbeiten rund um Haus(halt) und Kind(er) auch mich regelmäßig in den Wahnsinn treiben. Und in die Erschöpfung.

(Ärgerlich, wenn man den Samstagabend damit verbringt, einen Text für diesen Blog fertig zu schreiben und dadurch viel später ins Bett geht, als es des Alltag (und das frühe Aufstehen mit Kindern) erlaubt. Ich hatte endlich gute Ideen bzw. Formulierungen – zumindest nach meinem Gusto – auf dem Schirm, und dann das: durch einen mir bis jetzt nicht nachvollziehbaren Fehler erschien nicht meine Endversion auf der Homepage, sondern eine um mindestens eine Stunde veraltete Version – und ich konnte daran nichts mehr ändern, außer mich zu ärgern).

Heute also mein zweiter Versuch. Und aus Protest und weil ich weiß, dass ich das „so gut“ nicht noch einmal hin bekomme *schnüff*, schreibe ich den Beitrag jetzt in einer etwas anderen Form. Nach dem ich ursprünglich mehrere Zitate von Teilnehmerinnen und Teilnehmern (denn ein Papa ist auch dabei!) der Blogparade zitiert und dazu Stellung genommen habe, vermischt mit meinen eigenen Ansichten zu dem Thema, versuche ich es nun so:

Worin geht es in dieser Blogparade überhaupt?

Es geht um den „Problemfall Mann“, wie die Teilzeitmutter es nannte. Es geht um ein Thema, das viele von uns betrifft: die Aufteilung häuslicher Arbeiten und Kinderbetreuung neben eventueller Erwerbstätigkeiten, welche per se ja schon einige Stunden, um nicht zu sagen, einen Großteil des Tages, einnehmen. Froh dürfen wir uns natürlich schon einmal schätzen, wenn es überhaupt jemanden gibt, mit dem wir uns diese Arbeiten – zumindest theoretisch – teilen können.

Inzwischen gibt es einige Beiträge in dieser Blogparade. Viele Frauen haben sich gefragt, ob es sein müsste, sich so öffentlich über den eigenen Mann zu äußern. Ich persönlich finde es durchaus legitim und nachvollziehbar, dass die Teilzeitmutter sich ihrem Frust auf diese Weise Luft gemacht hat. Dabei lies sie nicht unerwähnt, dass wiederholtes Ansprechen des „Problems“ bei ihrem Mann nicht die gewünschten Reaktionen hervorgerufen hat, was es mir noch verständlicher macht, dass sie mit dieser Thematik an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Nach ihrem ersten Beitrag dachte ich allerdings: „Was für einen Arsch  hat die denn zu Hause ‚rumsitzen (im wahrsten Sinne…)?“ Aber dann habe ich  mich erinnert, dass mir dieses Phänomen  nicht zuletzt aus meinem Freundeskreis bekannt ist. Männer, die arbeiten und abends nach dem Job zu Hause dann erst einmal (verständlicherweise) ruhebedürftig sind, statt die Frau bei Haushalt und Kindern zu unterstützen. Sie lassen sich das oftmals warme Abendessen servieren und widmen sich anschließend lieber der Couch oder anderen eigenen Interessen, während die Frau die Küche aufräumt und die Kinder ins Bett bringt. Am Wochenende muss der Gute dann ausschlafen (möglichst an beiden Tagen) und sich im weiteren Verlauf von der anstrengenden Arbeitswoche erholen. Aktivitäten mit den Kindern sind eher eine Seltenheit, vor allem alleine mit ihnen, damit auch die Frau mal etwas Zeit für sich hätte. Wenn die Frau krank ist und / oder die Kinder, hält er sich gerne heraus. Es ist ihr Job! Er sorgt dafür, dass das Geld ins Haus kommt, alles andere fällt selbstverständlich in ihren Aufgabenbereich. Im Haushalt macht er fast gar nichts. Wenn man Glück hat, mäht er Samstags noch schnell den Rasen. Verständnis dafür, dass auch eine Woche zu Hause mit den Kindern sehr anstrengend sein kann, hat er logischerweise nicht – denn es mangelt ihm in dieser Hinsicht schlichtweg an Erfahrung!

Wenn die Frau auch noch arbeiten geht, muss sich an dieser Rollenverteilung nicht unbedingt viel ändern. Sie hat weiterhin zu Hause den gleichen Job zu machen. Er bringt mal den Müll raus – vielleicht.

Ja, das ist jetzt vielleicht überspitzt beschrieben, aber ich kenne solche Männer und so dachte ich, liebe Teilzeitmutter, ohne dieses Prachtexemplar von einem Mann wärst Du vielleicht nicht unbedingt schlechter dran.

Aber dann durfte ich einen weiteren Blogeintrag von ihr lesen, in dem sie die Sicht der Dinge etwas relativiert hat. Der Mann macht ja doch etwas zu Hause, gar nicht wenig, wie ich finde. Also, es gibt echt schlimmere von der Spezies. Und trotzdem kann ich sie verstehen, denn auch ich raste regelmäßig zu Hause aus, weil ich das Gefühl habe, alles alleine zu stemmen!

„Wenn Mutti eine Reise tut, dann kann sie was erleben“ – hinterher

Es ist Samstagmorgen, kurz vor 9. Sie ist müde. 24 Stunden Wachsein liegen hinter ihr, ein Flug über den „Großen Teich“. Sechs Tage Dienstreise,  welche sie auf den nordamerikanischen Kontinent brachte, dazu jetlagbedingter Schlafmangel „deluxe“, liegen hinter ihr. Im Flieger kann sie nie schlafen, jetzt hat sie nur noch einen Wunsch – und schließt die Haustür auf. Der Eingangsbereich sieht aus „wie Sau“, dabei hatte zu dieser Zeit heute noch niemand das Haus verlassen und mit dreckigen Schuhen erneut betreten. Der Dreck ist also älter. In der Küche sitzt die Familie beim gemeinsamen Frühstück beisammen, zusammen mit dem Abwasch des vorangegangenen Tages – mindestens. Sie begrüßt ihre zwei Kinder, die sie in der Woche so vermisst hatte, und ihren Ehemann. Sie setzt sich mit an den Tisch, redet ein wenig über dieses und jenes und möchte doch nur eines: endlich etwas Schlaf abkriegen! Nach dem das Frühstück beendet ist, legt sie sich hin. Aber es dauert eine Weile, bis ihre Kinder das akzeptiert haben und so viel Ruhe einkehrt, dass sie in einen 3stündigen kommatösen Schlaf fallen darf. Am liebsten hätte sie weitergeschlafen. Aber der Mann muss zur Nachtschicht und etwas Zeit mit den Kindern muss auch noch drin sein. Zu diesem Zeitpunkt ahnt sie  noch nicht, dass der Jetlag auch zurück in Deutschland zuschlagen wird und sie die nächsten Tage immer erst spät abends in den Schlaf findet – zeitgleich mit dem Erwachen eines ihrer Kinder. Außerdem stehen nächste Woche einige Konzerte an, da kann man nicht früh ins Bett gehen und muss nach 3 bis 4 Stunden wieder raus und die Kinder versorgen. Und der Mann ist die ganze Woche unterwegs, auch nachts.

Das klingt nach Gleichberechtigung, man wechselt sich ab. Vor ihrer Abreise hatte sie vorgearbeitet, ganz viel Wäsche gewaschen und vor allem auch gebügelt. Aber alles schafft sie eben auch nicht – so wie immer. Nun hatte sie doch tatsächlich gehofft, dass auch der Mann in der Woche etwas „Einsatz im Haus“ gezeigt hätte, immerhin hatte er Urlaub und die Kinder waren jeden Tag 4 – 5 Stunden in der KiTa.

Doch sie kennt das schon und lebt schon seit Jahren getreu dem Motto, „Erwarten Se nix!“ Zumindest versucht sie es immer wieder. Aber als sie sieht, dass nur eine Maschine Wäsche den Weg in den Trockenraum gefunden hat, und von da auch nicht mehr zurück, als sie erfährt, dass das Staubsaugen des Wohnzimmers unter Aufsicht der Kinder statt gefunden hat, genauso wie das Entfernen eines Bruchteils des Laubes, welches sich in den letzten Herbstwochen über das gesamte große Grundstück verteilt hatte, fragt sie sich doch: Was hat der Mann die ganze Woche mit seiner ungewohnten Freizeit angestellt?  Als sie am Sonntagnachmittag aufeinandertreffen, nach dem auch der Mann sich von der Nachtschicht schlafend erholt hatte und sie gerade die Küche und den liegengebliebenen Abwasch auf Vordermann bringt, konfrontiert er sie mit der Ansage: „Ich würde dann jetzt die Winterreifen auf Dein Auto ziehen!“

Sie ist verwirrt und wird sauer. Sie hatte doch extra das Auto dafür letzte Woche hier gelassen, war mit Kollegen zum Flughafen gefahren. Und jetzt muss sie zumindest versuchen, den Haushalt wieder ins Lot zu bringen, immerhin hat sie berufsbedingt nächste Woche auch kaum Zeit dazu. Aber vor allem hatte sie sich vorgenommen, für die anstehenden Konzerte zumindest mal ein Stündchen zu üben.

Wieso haben wir Frauen das Gefühl, mehr zu leisten als die Männer?

Oder täuscht uns unser Gefühl etwa?

Wissenschaftliche Studien wollen belegen, dass Frauen bei der Zeitinvestition für die Hausarbeit vor den Männer liegen. Ganze 70 Minuten täglich (im Schnitt) sollen es sein. Das glaube ich gerne! Und dann schaffen sie auch noch viel mehr Dinge in kürzerer Zeit als Männer. Zumindest ist das bei uns zu Hause so. Irgendwie kann ich die gleiche Aufgabe wesentlich schneller erledigen. Und auch nicht unbedingt schlechter bzw. ich gucke schon genau, was wie jetzt nötig ist, immerhin ist Zeit noch kostbarer geworden, seit man Kinder hat. Und so macht Frau es häufig lieber gleich selbst, statt den Mann stundenlang damit aufzuhalten. Das meiste geschieht bei mir sowieso irgendwie schnell mal zwischendurch, vieles erledige ich quasi gleichzeitig, und auch dahinter steckt System. Diese Art der Aufgabenerledigung finde ich oftmals einfacher, als wenn sich ein riesengroßer Berg ansammelt, der dann geballt abgebaut werden soll.

Und überhaupt, wenn wir schon beim Selbermachen sind: Männer haben halt andere Prioritäten, sie sehen vieles nicht so wie wir. Zum Beispiel den Dreck, oder Dinge, die am vermeintlich falschen Platz liegen. Da treffen eben zwei Individuen mit unterschiedlicher Wahrnehmung aufeinander. Den einen stören die herumfliegenden Wollmäuse und Klebespuren an den Fenstern, der andere sieht sie erst gar nicht – oder will sie nicht sehen.

Erwartungen und Wünsche beider Partnern gehen häufig auseinander, und darüber zu sprechen wäre mehr als wichtig, gelingt aber (im Alltag) nicht immer. Entweder aus gewissen Hemmungen heraus („Es muss doch funktionieren, dass ich das als Frau alleine schaffe. Andere schaffen es doch auch!“) oder weil der Mann es schlicht und einfach nicht fertig bringt, von seinen lieb gewonnenen Gewohnheiten abzuweichen. Das heißt, Frau spricht die vermeintlichen Störfaktoren mehrfach an, aber es ändert sich einfach nichts. Das führt immer wieder zu Enttäuschungen und das Miteinander ähnelt eher einem Gegeneinander.

Und ein bißchen zitieren möchte ich dann doch noch. So schreibt die rabenmutti:

„Das ist natürlich subjektiv, aber ich kenne tatsächlich viele Pappenheimer, die der Meinung sind, dass sie nichts tun müssen, solang sie sich nicht selber gestört fühlen. Da gibt es keine Kompromisse, da gibt es kein Entgegenkommen. Wir haben hier zwei Sichtweisen, zwei Perspektiven und statt sich in der Mitte zu treffen, wird eben stur geblieben. Da gibt es nur die Frauen, die zu viel möchten. Zu viel Unterstützung, die übertreiben und zickig sind…. In diesem Punkt war mein Mann sowas von doof. Ich habe mich so sehr aufgeregt und war stinksauer. Mit der jetzigen Situation lebe ich nun einfach, alles andere ist vergebene Liebesmüh´.“

Es gibt immer solche und solche

Ich habe einen vorbildlichen Mann. Nicht unbedingt in Punkto Ordnungssinn. Er macht auch einiges im Haushalt, das erkenne ich an. Nur leider macht er vieles nicht von sich aus. Man muss ihn erst dazu auffordern, mehrfach, und möglichst genaueste Arbeitsanweisungen geben, auch wenn er die Sachen schon zig mal zuvor gemacht hat. Aufräumen ist nicht so sein Ding. Ich muss innerlich jedes Mal grinsen, wenn er unseren Sohn versucht, zum Aufräumen zu motivieren.

Wenn er versucht, etwas im oder am Haus zu erledigen, fängt er an, und bringt es manchmal über Monate und Jahre (!) einfach nicht zu Ende. Keine Ahnung, voran das liegt. Und das Werkzeug dazu räumt er dann eben auch nicht wieder zurück. Wozu auch? Nächstes Jahr braucht er es vielleicht an genau der Stelle wieder. Das Kinderzimmer für Kind Nr. 2 – inzwischen 26 Monate alt – ist seit über einem Jahr eine Baustelle, mit Staub und Dreck und allem. Bevor ich tapezieren und streichen kann, müsste der Mann noch mal ran. Ok, wir haben wenig Zeit, aber: andere schaffen das doch auch. Und das ist nur ein winziges, unbedeutendes Beispiel. Welchen Rattenschwanz an Unordnung dieses fehlende Zimmer mit seinem großen Einbauschrank, der derzeit nicht genutzt werden kann, nach sich zieht, möchte ich nur am Rande erwähnt wissen.

Vorbildlich ist er allerdings, wenn es um die Zeit mit den Kindern geht. So zählt er in Deutschland immer noch zu einer Minderheitvon Väter, die mehr als zwei „Papamonate“ Elternzeit genommen haben. Aber in den 7 bzw. 5 Monaten seiner Zeit zu Hause, kam ich regelmäßig von meinen Diensten nach Hause und musste mich erst durch Dreck und Chaos wühlen. Viele Männer können das halt nicht so, sich organsieren und auch noch mit Kindern im Haushalt die anfallenden Arbeiten erledigen. Es fällt ihnen schon ohne Kinder schwer. Warum aber gelingt uns Frauen das besser? Liegt das in unserer Natur? Oder liegt es eben nicht in der Natur der Männer, so strukturiert einen Haushalt zu führen? Wieso setzen sie oftmals so ganz andere Prioritäten als wir? Vor etwa 5 Jahrzehnten wären wir Frauen von den abends heimkehrenden Männern wahrscheinlich noch gerüffelt worden, hätten sie einen derart verschlammten Haushalt vorgefunden. „Wie, das Essen ist noch nicht fertig? Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Das bißchen Haushalt macht sich doch von alleine…!“

Früher war alles besser –  oder eben anders

Aber wir leben eben nicht mehr in den 50er oder 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Frauen müssen oder wollen auch arbeiten gehen. Dies erfordert ein Umdenken, doch der Grundsatz der Gleichberechtigung ist noch nicht in allen (Männer-)Köpfen angekommen. Wir müssen unseren Männern klar machen, was diese Mehrfachbelastung für uns bedeutet. Auch ein Teilzeitjob plus Kinderbetreuung und Haushalt ist ein Fulltime-Job, von dem auch eine Frau einmal eine Auszeit braucht. Und dann sind da auch noch Frauen (wie ich selber), die tatsächlich einen Vollzeitjob haben. Trotzdem organisiere ich das meiste rund um die Kinder alleine. Denn wie schnell hier alles im Chaos versinkt, wenn ich einmal ausfalle (also so krank bin, dass nichts mehr geht oder auf Dienstreise bin) habe ich schon oft genug gesehen.

Ein tolles Vorhaben. Der Mann fährt mit dem Sohn in seine ca. 500 Km entfernte Heimatstadt. Der Sohn freut sich auf die Fahrt mit dem ICE. Der Mann freut sich auf seine Verwandtschaft. Die Frau freut sich auf ein paar Tage nur alleine mit der kleinen Tochter zu Hause – und aufs Packen. Dieses Mal hat sie sich vorgenommen, soll der Mann mal schön selber packen, für sich UND das Kind. Sonst macht sie das immer. Wenn die ganze Familie in den Urlaub reist, den sie zuvor natürlich angeleiert und organisiert hat (Ort auswählen, natürlich mit dem Mann abstimmen, Unterkunft finden, Aktivitäten vor Ort auf Kinderfreundlichkeit checken) und dann eben alles packen, was man als Familie mit zwei Kleinkindern so braucht.

Aber auch dieses Mal muss sie erkennen: das gibt nichts! Der arme Junge. Wenn der Papa die Hälfte für ihn vergisst, könnte das unangenehm werden. Also legt sie seine Sachen raus und schreibt dem Vater noch eine Packliste. Und checkt mittels Nachfragen, ob alles dabei ist. Na, dann Gute Reise!

Jede(r) so, wie er es mag – sofern er die Wahlfreiheit hat

Seien wir ehrlich: es gibt auch genügend Frauen, die mit der heimischen Rollen- und Aufgabenverteilung vollkommen zufrieden sind, selbst wenn sie die Hauptlast tragen. Sie sind zu Hause bei den Kindern, genießen dies und gehen vollkommen in dieser Tätigkeit auf. Sie haben keine Angst vor Altersarmut oder einer Veränderung in der Familienkonstellation, welche die Zukunft ungewiss machen könnte – oder verdrängen aufkommende Gedanken daran. Oder sie gehen in Teilzeit arbeiten, und das reicht ihnen vollkommen (verständlicherweise!) – zum Glück auch finanziell. Logischerweise machen sie dann mehr zu Hause als der Mann, und finden das in Ordnung so. Sie sehen es als ihre quasi naturgegebene Aufgabe an. Es ist halt so, vielleicht, weil es schon immer so war. Sie fühlen sich wohl damit, und das ist auch gut so!

Ich selber strebe immer wieder eine Gleichberechtigung im Familienalltag an, da wir beide zu gleichen Teilen arbeiten gehen (was von uns beiden derzeit so erwünscht ist) und dabei gleich viel verdienen. Leider ist unser Alltag durch Schichtdienste sehr organisationsaufwendig. Und ich verstehe auch, wenn das einem der Partner besser liegt und er es daher übernimmt. Nur sollte dafür auch einmal ein Wort der Anerkennung drin sein und nicht noch Kritik, sollte etwas mal nicht so gut laufen.

Nur weil es vielen immer noch so erscheint, als sei diese Gleichberechtigung bei der Kindererziehung wie auch im Beruf eine widernatürliche Sache, die man nicht erreichen kann, kann und sollte man doch trotzdem versuchen, sie anzustreben. Familien in skandinavischen Ländern machen uns vor, dass es geht (zumindest eher als bei uns), allerdings – das darf man in diesem Zusammenhang nicht vergessen – mit einer gewissen politischen Unterstützung. Alte Rollenvorstellungen haben sich dort schon seit Jahrzehnten verändert, wir in Deutschland hinken dem hinterher.

Dazu dann doch noch das Zitat eines bloggenden Papas:

Ich denke, aufgrund der Tatsache, dass die meisten Frauen in der Regel eine längere Elternzeit als ihre Partner nehmen und öfters in Teilzeit arbeiten, in der schlechteren Ausgangsposition sind. Trotz neuer Elternzeitgesetze wird sich das auch erst langsam ändern. Aber so lange die Situation in Deutschland weder politisch noch gesellschaftlich wie in Skandinavien ist, muss innerhalb der Beziehung verhandelt werden. So blöd es auch klingt, sich neben dem vielen Stress, um Alltagsdinge zu streiten, ich denke da muss man(n) oder frau durch. Alles andere ist weder gut für die Beziehung noch gut für die Familie. Und je länger der Zustand der Ungleichheit andauert, desto schwieriger wird es, neue Kompromisse zu schließen.

Und ich denke, hier liegt der Hase im Pfeffer.

Was häufig fehlt ist das Verständnis und vor allem die Anerkennung dessen, was eine Frau mit Kindern UND Haushalt (und vielleicht auch noch Job) überhaupt leistet, und das dies nicht unbedingt weniger sein muss als die Belastung durch eine stundenmäßig gut ausgelastete Erwerbstätigkeit. Nur eben mit schlechterer Bezahlung (also gar keiner, um genau zu sein). Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass dieser Job „zu Hause“ anstrengender sein kann, kommt doch auch noch die große Verantwortung für das Gedeihen und das Glück der eigenen Kinder  hinzu. Verbunden mit vielen Einschränkungen bezüglich des „eigenes Lebens“, was auch zu Frustrationen auf Seiten der Frauen führen kann, ist das  alles nicht so einfach, wie es für Außenstehende oder sogar den eigenen Mann aussehen mag.

Die Aufgaben sind nicht zu bewältigen, auch von beiden gemeinsam nicht

Auch auf marasgedanken wurde die Thematik über die Rolle des Mannes angeschnitten, in dem sie fragt: „Wo ist eigentlich mein Mann?“

„Ich bemühe für die heutige Partnerschaft mit Kind häufig das Bild von einem Zweier-Team, das zuviel Arbeit hat. Selbst wenn beide sich bis zum Letzten verausgaben, sind die Aufgaben nicht zu bewältigen. Beide werden unzufrieden und unglücklich und keiner der beiden kann etwas dafür. Wenn es ganz schlecht läuft, beginnen endlose Zweikämpfe um Nichtigkeiten und Wichtigkeiten und es endet in einer Scheidung.“

So sieht es auch bei uns aus. Unsere To-Do-Liste ist endlos und würde auf Papier geschrieben, vermutlich einmal den Erdball umrunden können.

Was sich ändern müsste

Das Männer einfach mal etwas von sich aus machen, ohne ständige Aufforderung, das wäre schon eine Erleichterung des Alltags. Oder einfach mal organisieren können. Wenn man einen Partner hat, der das nicht kann, sieht man eben alt aus. Gerade diese ständig anfallenden Organisationsarbeit kann auf Dauer sehr schlauchend sein. Wenn der Mann ruhigen Gewissens eben dieses und jenes „vergisst“ und ohne die Frau scheinbar kaum etwas funktioniert, nervt das auf Dauer. Nicht das es bei uns so wäre, also zumindest nicht immer.

Wer kümmert sich um die Adventskalender und Geschenke für die Kinder, das gerade zum Entwicklungsstand passende Spielzeug, das Aussortieren zu klein gewordener Kleidung und das Beschaffen der nötigen „Ersatzteile“, ohne die das Kind vermutlich früher oder später nackt herum laufen müsste? Wer packt vor der Urlaubsreise die ganzen Koffer und schleppt das Zeug heran, welches benötigt wird? Und so weiter, beliebig fortsetzbar.

Das Experiment, einfach selber mal nichts mehr machen und zu sehen, was passiert, traue ich mich nicht zu starten. Es reichen mir die Zeiten, in denen ich aus welchen Gründen auch immer mal für mehrere Tage als Arbeitskraft zu Hause ausfalle. Danach sind es eben noch mehr Maschinen Wäsche, die gewaschen werden wollen.

In ihrem Buch „Alleinerziehend mit Mann“ beschreiben Monika Bittl und Silke Neumayer sehr humorvoll, wie das Leben eben aussieht, wenn der Mann sich für fast nichts verantwortlich fühlt oder eine ganz andere Wahrnehmung seiner Tätigkeiten hat als die Frau. Denn Männer glauben oft schon, sie hätten sich 50:50 in die Hausarbeit und Kinderbetreuung eingebracht, wenn sie mal die Geschirrspülmaschine ausgeräumt oder die Wäsche aufgehängt haben. Was alles „im Hintergrund“ passiert, quasi mal eben zwischendurch, nehmen sie häufig gar nicht wahr, da sie die Arbeit gar nicht als solche erkennen. Männer nehmen oft schlicht und einfach für selbstverständlich, was Frauen machen. Und je mehr Frauen machen, desto weniger machen Männer – habe ich das Gefühl.

Das einzige, was die nervige und immer wieder anfallende Hausarbeit für alle beteiligten entzerren kann, ist meiner Meinung nach eine gute (!) Putzhilfe. Ich hatte ein paar Monate lang das Vergnügen, und es war wirklich ein gutes Gefühl (wenn auch in manchen Punkten noch optimierbar). Ich hoffe, dass ich bald wieder jemanden finde. Allerdings kostet das nun mal auch Geld, und das muss man erst einmal über haben bzw. muss es einem das Wert sein. Mir ist Zeit für die Kinder oder für mich inzwischen wichtiger, und wenn ich schon so viel arbeite, muss das einfach drin sein.

So lange wir uns in jahrezehntealten Rollenvorstellungen bewegen, so lange Söhne anders sozialsiert werden als Mädchen, also schon in der Erziehung auf diese zukünftigen „Rollen“ hingearbeitet wird, so lange Männer ihr bisheriges Leben auch dann weiterführen, obwohl sie Vater geworden sind, aber von den Frauen verlangt wird, dass sie alles in ihrem Leben bisher da gewesene „an den Nageln hängen“, wird sich sobald nichts ändern. So lange die Politik dies auch noch unterstützt und auch Arbeitgeber keine wirkliche Wahlfreiheit zulassen, bleibt alles beim Alten. Wir  müssen da bei uns zu Hause anfangen, im Kleinen. Das fängt schon mit der Partnerwahl an. Äh, aber lassen wir das, das ist ein anderes Thema.

 

Die Welt in der wir leben

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Copyright: dieverlorenenschuhe

Die Welt in der wir leben empfinde ich als wunderschön und unsagbar schrecklich zugleich. Wunderschön wegen all ihrer unglaublich faszinierenden Landschaften, schrecklich, weil sich ihre Menschen seit jeher gegenseitig umbringen und sich ihren eigenen Lebensraums zerstören.

 

Trifft ein Planet einen anderen Planeten. Sagt der eine zum anderen: „Du siehst aber scheiße aus. Bist du  krank?“ Sagt der andere: „Ja, ich fühle mich echt mies. Ich habe Menschen!“ Daraufhin der eine wieder: „Ach, die hatte ich auch mal. Das geht vorbei!“

 

Meine Kindheit hätte idyllischer nicht sein können, denn sie fand weitestgehend draußen statt, im Kreise vieler gleichaltriger Mädchen und Jungen in unserem kleinen Dorf. Wir hatten alles, was das Kinderherz begehrt: Wiesen, Wälder und kaum befahrende Straßen. Vor allem hatten wir viel Zeit und kaum Druck von außen. Wir kamen zu den Mahlzeiten nach Hause, oder um abends diverse (Kinder-)Sendungen auf einem der 3 1/2 Sender zu sehen. Doch auch in den 80igern gab es negative Meldungen. So war vom „sauren Regen“ die Rede, dessen Folge das Waldsterben war. Mir taten die Bäume leid, die da so zahlreich sterben mussten. Auch das Abholzen des Tropischen Regenwaldes, vor allem in Südamerika, lies uns in den 80igern und 90igern aufhorchen. Was diesbezüglich seit damals verloren gegangen ist, sind unvorstellbare Größen.

Später fiel das allgemeine Augenmerk auf das Ozonloch. Ich habe damals nicht verstanden, wieso so etwas wie  FCKW verwendet werden durfe, obwohl  schon vorher bekannt gewesen sein soll, welche schädlichen Auswirkungen es hat.

Auch damals war das Leben nicht sicher

Vom Kalten Krieg habe ich als Kind wenig mitbekommen. Die Kuba-Krise hatte lange vor meiner Zeit stattgefunden. Erst mit dem Mauerfall verstand ich, was da vorher wohl los gewesen ist und welchen Gefahren wir teilweise ausgesetzt waren. Aber wir Kinder fuhren auch unangeschnallt im Auto mit, ohne Kindersitze. Und wir fuhren Rad und Rollschuhe, alles ohne Helm.

Und dann war da noch Tschernobyl. Da wurde mir zum ersten Mal wohl richtig bewußt, dass es da draußen echte Bedrohungen gab. Irgendwann anfang Mai 1986 war ich mit meiner damals besten Freundin den ganzen Tag draußen, stundenlang sind wir im Nachbardorf unterwegs gewesen, bis es zu regnen anfing. So viel hatte ich mitbekommen: draußen spielen, gar bei Regen, kommt derzeit gar nicht gut! Ich bin nach Hause gerannt und habe erst einmal lange und ausgiebig geduscht, in der Hoffnung, mir die unsichtbare Radioaktivität vom Körper zu waschen.

Bücher von Gudrun Pausewang aus den 80iger Jahren wie „Die letzten Kinder von Schewenborn“ und „Die Wolke“ haben mich geprägt. Der amerikanische Film „The Day After“, bei dem San Fransisco von einer Atombombe getroffen wird, habe ich als Teenager gesehen. Für mich fast unerträglich. Radioaktivität und ihre unsichtbare Bedrohung machen mir bis heute mit am meisten Angst. Im März 2011 habe ich tagelang die Geschehnisse in Japan und Fukushima vor dem Fernsehgerät verfolgt, mich erneut erinnert. Ich war gerade mit meinem ersten Kind schwanger und hatte Alpträume um eines Atomunfalls in unserer Nähe. Denn Atomkraftwerke gibt es hier genug, auch im benachbarten Ausland.

Das Leben ist und bleibt gefährlich

Natürlich gab es auch schon vor dem Terroranschlag in Paris zu Genüge Gefahren, denen wir und unsere Kinder täglich ausgesetzt sind. Doch empfinde ich die potentiellen Gefahren zum jetzigen Zeitpunkt stärker und sehe mein Leben, so wie ich es mir für uns, für meine Kinder vorgestellt habe, immer mehr gefährdet. Kann ich jetzt noch die Städte und Länder bereisen, die ich so gerne bereisen würde? Darf ich jetzt noch diese oder jene Großveranstaltung besuchen? Usw.

Lange Zeit habe ich nicht wahrhaben wollen, dass die Menschen nichts dazu gelernt haben, zumindest nicht alle. Ein neuer Kalter Krieg ist in meinen Augen nicht so unwahrscheinlich, zu dem gibt es in der Welt heute unglaublich viele Kriege und Krisenherde. Terrorismus hat es immer irgendwie gegeben, aber nie haben sich Millionen von Menschen aus vermutlich allen Teilen der Welt dazu zu einem ganzen Staat zusammen gefunden. Dazu kommt das Problem der Umweltverschmutzung, der Ausbeutung unserer Ressourcen, die damit verbundene Klimaerwärmung, die unsere Erde bereits verändert hat und in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter drastisch verändern wird. Der Klimawandel, welcher immer deutlicher spürbar und nach wie vor schön geredet und uns und unsere Kinder vor neue Herausforderungen stellen wird. Kommen jetzt abertausende Flüchtlinge zu uns, um vor Krieg und Gewalt zu fliehen, werden es irgendwann auch Menschen sein, die vor unwirklichen Lebensbedingungen und aufgrund von Hunger und Durst in Mittel- oder Norddeuropa Schutz suchen.

„Fressen und gefressen werden“ heißt es über das Tierreich. Wir sind Menschen, und bringen uns doch gegenseitig um. Aus Hass, Rachsucht, Neid, Gier, Habsucht, aus Angst, aus dem Wissen heraus, dass der andere anders ist.Glaubenskriege, Töten einer Religions willen, erschließen sich mir am allerwenigsten, was sicher daran liegt, dass ich weder in irgendeiner Form (religiös) gläubig bin noch sonst besonders fanatisch oder extrem. Es fällt mir sehr schwer bis unmöglich, mich in diese Menschen und ihre Taten hineinzuversetzen.

Damals in den 80igern, als ich selber noch ein  Kind war, habe ich oft gesagt, dass ich in diese Welt keine Kinder setzen möchte. Nun habe ich es doch getan, und habe überhaupt keine Ahnung, wie ich meinen Kindern ein schönes, friedliches und freies Leben vermitteln soll, wenn gleichzeitig die Gefahr und die Einschläge immer näher kommen und vielleicht schon bald (weder Paris, noch Brüssel, noch Hannover sind hier wirklich weit weg) direkt vor unserer Haustür stehen. Ich möchte doch nur, dass sie ein glückliches, selbst bestimmtes und langes Leben führen können. Und dass ich ihnen noch etwas zeigen kann von der Schönheit dieser Welt, bevor sie sich selber aufmachen, diese zu entdecken. Was bleibt denn irgendwann noch zum Entdecken übrig?

Ich hatte wirklich lange Zeit die Illusion, dass wir inzwischen zumindest in Europa sicherer leben können als noch meine Großeltern. Und jetzt wird alles schlimmer und schlimmer und schlimmer. Und irgendwann entgleitet uns das Leben, so wie wir es uns vorgestellt hatten.

Das alles macht mich so unsagbar traurig! Meiner Kinder wegen.

 

Erst Karrierefrau, dann Mutter

Bin ich eine Karrierefrau? Zumindest war ich immer sehr ehrgeizig, leider aber auch zu faul und zu bequem, um eine Hardcore-Karriere zu verfolgen. Oft fehlte mir auch der nötige Durchblick, den man in meiner Branche schon in sehr jungen Jahren braucht. Und das „Vitamin-B“ (B = Beziehungen). Und doch, ich habe einige Ziele verfolgt und versucht, mich möglichst nach meinen Fähigkeiten zu positionieren. Es hätte mehr sein können… und als es gerade ganz gut lief, wurde ich Mutter!

Synonyme zu Karriere

Bedeutungen, Beispiele und Wendungen

  1. erfolgreicher Aufstieg im Beruf

    Beispiele

    • eine steile Karriere
    • seine Karriere verfolgen, aufgeben
    • am Anfang einer großen Karriere stehen

    Wendungen, Redensarten, Sprichwörter

    Karriere machen ([rasch] zu beruflichem Erfolg, Ehre und Anerkennung gelangen)

  2. schnellste Gangart des Pferdes, gestreckter Galopp

(Quelle: http://www.duden.de)

Was bedeutet dieses Karriere-Dings für mich persönlich? Dass man in seinem Beruf, der einem Spaß und Freude bringt, immer noch ein Stückchen besser wird und nicht stagniert. Also trifft es der Aufstieg ganz gut. Und wenn man dann für das, was man erreicht hat oder leistet, Lob und Anerkennung erhält, ist das natürlich ein schönes Gefühl. Jeder wird da in seinem Bereich seine eigene Messlatte haben.
Ich musste meine im Laufe der Jahre immer weiter herunter schrauben. Nicht nur, weil ich für manche Leistungen einfach nicht geeignet bin, sondern weil mir mein Muttersein eben auch einen gewissen Riegel vorschiebt, was den Aufstieg anbelangt. Sei es von ganz offizieller Seite, sei es von mir selber.

Männer und Frauen sind nicht gleich

Als mein erstes Kind gerade ein halbes Jahr alt war, fuhren wir zu einem runden Geburtstag der Oma meines Mannes in seine Heimatstadt. Damals war ich noch etwas naiv hinsichtlich der zukünftigen „Fremdbetreuung“ unseres Nachwuchses. Nur wenige Wochen, bevor mein Mann in Elternzeit gehen sollte, glaubte ich, es würde sich schon alles finden. Eine Tagesmutter musste her, was sich aber als recht schwierig erwies, da in unserem ländlichen Raum nicht so viele Tagesmütter zu finden sind. Und unser Problem der Betreuung in den Abendstunden würde damit ebenfalls nicht gelöst sein. Ich liebäugelte noch mit einem Au-Pair, wohl das einzige, was aus meiner heutigen Sicht funktioniert hätte. Mit Ablauf seines 14. Lebensmonats brauchte der Junge eine Betreuung, wenn wir Eltern beide arbeiten gingen. Eine Alternative wäre es gewesen, dass ich ein weiteres Jahr „zu Hause“ bliebe, mit allen finanziellen Verlusten und dem Vernichten meiner bescheidenen Ersparnisse.

Monate später fragten wir meine Schwiegereltern, ob sie zu uns ziehen wollten. Da sie ohnehin vorhatten, vorzeitig aus dem Erwerbsleben auszusteigen, erschien uns das als Ideallösung. Jeder würde davon profitieren: wir als arbeitende Eltern, das Kind, weil es einen großen Bezug zu seinen Großeltern haben konnte und diese wiederum davon, viel Zeit mit ihrem Enkel verbringen zu dürfen.

Aber an diesem Abend ging es noch darum, wie die Zukunft aussehen könnte. Die Tante meines Mannes hatte eine zündende Idee! Sie, die selber in einem Land sozialisiert worden war, in dem bereits Babys wie ganz selbstverständlich in die Ganztagesbetreuung „gesteckt“ wurden, damit die Frauen diesen sozialistischen Staat bei seiner – in meinen Augen fragwürdigen – Produktivität durch ihre Arbeitskräfte unterstützen konnten und nicht als „Mutti am Herd“ verloren gingen: Ich solle doch ganz einfach die Konzerttätigkeiten fallen lassen, so für die nächsten Jahre, wo die Kinder mich am meisten bräuchten und nicht alleine zu Hause sein könnten…

Also so mindestens 10 Jahre lang, rechnete ich mal grob nach. Ich war gelinde gesagt geschockt! Denn das würde bedeuten, FÜR IMMER aus meinem Beruf als Orchestermusikerin in der Versenkung zu verschwinden, denn nach 10 Jahren Abstinenz von sämtlichen Konzertbühnen würde ich NIE WIEDER als Orchestermusikerin Fuß fassen, so viel steht fest. Ich würde also meinen Beruf aufgeben müssen, für den ich so hart gearbeitet hatte, für den ich auf so vieles andere verzichtet hatte, weil ich nie etwas anderes hatte machen wollen als Musik.

Ihren Neffen, also meinen Mann, hatte sie allerdings nicht gefragt, ob er sich nicht vorstellen könne, aus dem Schichtdienst in den Tagdienst zu wechseln und somit jeden Abend bei den Kindern sein zu können. Und da liegt für mich der Hase im Pfeffer begraben: in erster Linie kommt niemand auf die Idee, dass doch der Mann beruflich kürzer treten oder größere Abstriche an seine berufliche Zukunft machen könnte, damit die Kinderbetreuung gewuppt ist und die Frau ihre Karriere verfolgen kann. Ich sagte das auch, und lies es dann sein, weiter über das Thema zu sprechen. Ich wollte keinen Streit auf dieser Familienfeierlichkeit vom Zaun brechen.

„Draußen vor der Tür“

Weg vom Fenster trifft es auch ganz gut. Wenn Du erst mal einige Angebote nicht mehr annimmst, dann kräht irgendwann auch kein Hahn mehr nach Dir. In meinem Beruf, in dem man so viel nebenbei machen kann und es viele Be(s)tätigungsfelder außerhalb des Hauptjobs gibt, kann man eben nicht mehr alles machen, wenn man weniger Zeit wegen anderer Verpflichtungen hat. In meinem Fall bedeutet dies: nichts mehr machen, was über meinen Hauptjob hinaus gehen würde! Dadurch kommt finanziell nichts mehr extra in die Kasse, was aber nicht das Schlimmste ist, denn der Hauptjob wirft genug ab, um klar zu kommen. Aber man kommt auch sonst nicht weiter. Und auf Dauer kann das schon sehr unbefriedigend sein. Auch wenn man seine Kinder liebt und sich bewußt für ein Leben mit ihnen entschieden hat, tut es manchmal weh, dass alles, was davor jahrzehntelang so wichtig war, einfach vorbei ist! Und immer wieder trifft man auf männliche Kollegen, die eben so gut wie gar nichts aufgeben, aufzugeben scheinen, wenn sie Vater sind.

Als erstes gab ich die Schüler auf. Kein großer Verlust für mich, denn es machte mir ohnehin nicht mehr so viel Freude. Dass ich ursprünglich gerne mal als Dozentin an der Uni gearbeitet hätte, verdränge ich bis heute. Den Job hatte damals jemand anders bekommen. Da ich nicht aus dieser Region stamme, ist klar, dass die „Ureinwohner“ immer einen Vorteil bei der Verteilung attraktiver Jobs haben.

Was macht man sonst noch so als Musiker?

  1. man tingelt von Mugge zu Mugge*
  2. man unterrichtet bei Musikvereinen oder muggt dort mit, wenn Not am Mann ist
  3. man tingelt von Orchester zu Orchester, eben weil die so interessante Projekte machen
  4. man nimmt an Workshops teil, um sich weiterzubilden
  5. man verschreibt sich der Kammermusik oder macht nebenbei eben mindestens ein festes Projekt, weil es einfach Spaß macht, vor allem, wenn man damit noch Konzerte gestalten kann
  6. man arbeitet häufiger solistisch
  7. man nimmt mal wieder Unterricht bei Professor xy, weil besser is‘ das
  8. man kümmert sich um das ideale Material, also gute Instrumente, hervorragende Mundstücke (bei Bläsern) etc. pp
  9. man bewirbt sich auf die Stelle in yz, weil die viel besser ist. Wenn die aber mit der Familie nicht vereinbar ist, lässt man es eben und bleibt in Orchester xy und frustet hier und da schon mal vor sich hin

Ich habe das aufgegeben. Es ist keine Zeit und keine Kraft mehr vorhanden! Ich bin jetzt Mutter – wohlgemerkt nicht Vater, denn sonst könnte ich das ein oder andere noch machen, denn: inzwischen bin ich nicht mehr gefragt, selbst bei Leuten, die sonst noch angefragt haben. Ich spüre es deutlich, dass man mit mir einfach nicht mehr rechnet!!!

So ist das! Frau kann eben nicht alles haben!

Nachtrag:  Mir ist noch eingefallen, dass ich in meiner ersten Schwangerschaft sogar von einem Kollegen den Vorschlag bekommen habe, doch auf die Konzerte zu verzichten. Immerhin gäbe es noch genug anderes in unserem Dienst zu tun, und so wäre ich abends nicht so oft weg. Dass die Konzerte noch die Highlights in meiner Tätigkeit darstellen, möchte ich an dieser Stelle erneut betonen. Gleicher Kollege ist übrigens selber Vater zweier noch kleinerer Kinder. Aber er hat keine „Papamonate“ genommen, weil die sich ja „negativ auf seine Pension ausgewirkt hätten“! Noch Fragen?

*Musik gegen Geld

Zeitumstellung – Sommerzeit zu Winterzeit – hä?

Bräuchte ich nicht. Die Winterzeit ist ja die „naturgegebene“ Zeit. Das denken sich gerade auch meine Kinder. Endlich können sie wieder um 5 Uhr oder 5:30 Uhr morgens aufstehen – gehen aber wie immer erst zwischen 20 Uhr (das erste Kind) und 21 Uhr (das zweite Kind) in den Tiefschlaf. Von Vorteil ist das frühe Aufstehen, wenn man um 7 Uhr mit ihnen beiden das Haus verlassen muss. Von Nachteil, wenn man doch mal sooo gerne bis 6:30 Uhr oder gar bis 7 Uhr ausschlafen würde – oder in Ruhe duschen. Ausschlafen am Wochenende bis 7 Uhr sollte uns Eltern doch auch mal gegönnt sein!!! Nach der Zeitumstellung im Frühjahr schlief Kind Nr. 2 nämlich plötzlich zum ersten Mal länger als bis 6 Uhr in der früh, statt zwischen 4 und 5 Uhr aufstehen zu wollen. Herrlich! Das scheint jetzt vorbei. Zudem habe ich die Nacht auf ca. 20 cm Liegefläche verbracht. Immer in Sorge, dass Kind Nr. 2 zwischen Kind Nr. 1 und mir die Nase ins Kissen bekommt und erstickt. Kind Nr. 1 hat dafür – darin ist es gut – meisterlich gezappelt und mit den Zähnen geknirscht.

Ich bin müde und erschöpft. Also alles wie immer.

Und jetzt ist Dienstschluß und ich fahre die Kinder endlich wieder im KiGa abholen und freue mich schon auf mein zu Hause. Auf die dreckige Küche von heute morgen, die ungemachten Betten, die schlechte Luft, weil ich noch nicht lüften konnte und natürlich auf die Wollmäuse, die bei uns wohnen, weil ich nicht zum Staubsaugen komme, und die Spielzeuglandschaft im ehemaligen (!) Wohnzimmer. Oder ich lasse es ausfallen, damit die Kinder in die Sonne kommen.

Bäh!

Das Leben mit Kindern eben.