Keine Gefühle ist auch keine Lösung. Über die Liebe

Oder: Warum wir die Liebe brauchen und die Liebe uns.

Manchmal, wenn der Schmerz der Sehnsucht und des Vermissens zu unerträglich wird, weiß ich einfach nicht mehr, wovon ich noch träumen soll. Dabei habe ich lange nicht alles erreicht. Viel zwar schon, für manchen Außenstehenden sogar scheinbar alles, aber wer weiß schon, wie es wirklich in mir drinnen aussieht? Da ist diese immer wiederkehrende Leere, manchmal sogar Hoffnungslosigkeit, obwohl ich doch vieles positiv zu sehen versuche. An manchen Tagen liegt die Zukunft nur wage im Nebel.

Wenn der Schmerz mich wieder zu sehr übermannt, versuche ich einfach, gar nichts mehr zu fühlen – nur für den Moment. Und versage mir in diesem einen Moment, alle meine Träume zu träumen. Einfach von nichts mehr zu träumen, was mich umtreibt, beschäftigt, was ich zu gerne Wirklichkeit werden lassen würde, aber was nicht sein kann. Noch nicht. Vielleicht nie. Träumen verboten! Hoffen auch! Das große Glück zum Greifen nah und im nächsten Moment wieder unerreichbar fern. Was ist Glück überhaupt? Und wieviel darf man davon für sich selbst beanspruchen, was darf man erwarten, was sich gar nehmen? Muss es alles sein, oder reicht das kleine Glück. Bin ich einfach nur nicht bescheiden genug, dass ich immer (gleich) alles will?

Dieses eine Leben, das wir nur haben, es muss gut sein. Das erzeugt Druck. Auch Ungeduld, vor allem, wenn man sich bereits in der Mitte des Lebens befindet und die Sehnsucht riesengroß ist. Weil man nun sieht, wie es überhaupt richtig gut sein kann. Zum ersten Mal diese Ahnung davon, wie schön das Leben sein könnte, wenn… . Wie schön das Leben hätte sein können!

Erwarte ich also zu viel, verlange ich gar Unmögliches von meinem Schicksal? Sind meine Wünsche an das Universum zu unrealistisch? Dabei ist das Schicksal erst in jüngster Zeit so unglaublich gut zu mir gewesen. Es hat mir in einer Zeit der Hoffnungslosigkeit und Aussichtslosigkeit ein Zeichen gesandt. Und ich las es erst heute auf einem anderen Blog, diesen einen Satz, „Pfeiff‘ auf die erste große Liebe….Auf die letzte große Liebe kommt es an!“ (Nachzulesen in einem tollen Beitrag über die Liebe hier). Das ist so wahr, genauso wie die Aussage, dass man zur Liebe bereit sein und sich nicht aus Einsamkeit dazu verleiten lassen sollte. Das sind Fehler meiner Vergangenheit, die nur schwer wieder gerade biegen zu sind. Die Wunden sind groß und Narben werden bleiben, so oder so. Und doch muss ich lernen, das Vergangene vom Heute zu trennen – und (m)einen neuen Weg völlig unbedarft zu gehen. Das ist so schwer.

Ich bin bereit, bereit für die letzte große Liebe, für ein „für immer“. Endlich fühle ich dieses „Das ist der, mit dem ich alt werden will“. Zum allerersten Mal in meinem Leben. Ein erhabenes Gefühl. Ich bin dankbar für Engel und Schicksal. Ich bin dankbar. Dankbar für zwei gesunde Kinder und für meine gut bezahlte, feste Stelle. Das schöne (renovierungsbedürftige) alte Haus. Für vieles in meinem Leben habe ich hart gearbeitet und dafür auf anderes verzichtet. Denn natürlich ist mir bewusst, dass ich nicht alles haben kann. Was mehr darf ich also noch erwarten? Das alles so bleibt, schwere Schicksalsschläge ausbleiben, sollte mir doch gefälligst genügen. Bescheidenheit ist angesagt. Aber ich wollte schon immer ein klein wenig mehr. Und niemals Stillstand, gar Rückschritt akzeptieren.

Eine gute Partnerschaft, ein harmonisches Familienleben, danach sehne ich mich schon so lange. Denn ich war jahrelang schlicht „zweisam einsam“! Diese Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Verständnis, gegenseitiger Wertschätzung, dieses „Ein-Team-Sein“, gemeinsame Ziele verfolgen und reden können und noch so einiges mehr, alles basierend auf einer tiefen, innigen und aufrichtigen Liebe füreinander – den starken Wunsch danach hatte ich letzten Endes aufgegeben und verdrängt. Bis er wieder spürbar wurde, weil ich wieder etwas spüren konnte. Weil ich wieder Gefühle zulassen konnte. Weil ich es mir wieder Wert bin. Und damit wurde so vieles in mir wieder zu neuem Leben erweckt. Nicht zuletzt auch die Hoffnung. Und die mag ich einfach nicht begraben. Nein, nein, nein!

Manchmal braucht es den totalen Zusammenbruch , damit sich wirklich etwas ändern kann. Auch das vermeintlich Schlimme hat seine guten Seiten. Also schaue ich nach vorne, nicht mehr zurück. Ich gehe gestärkt, ja, so stark wie seit vielen Jahren nicht mehr meinen Weg! Ich bin wachsam und gewappnet. Und ich bin dankbar!

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Mütter häufig(er) vom Burn-Out betroffen

Warum nur, frage ich mich regelmäßig. Aber dann fällt es mir wieder ein: wir Mütter müssen einfach so viele Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Wir haben quasi mehrere Jobs, die alle gleichermassen gut erledigt sein wollen. Wir gehen nicht nur Geld verdienen, sondern arbeiten (!) zu Hause weiter, kümmern uns um Kinder und um den Haushalt. Sind sozusagen dauerbeansprucht, eben immer „in charge“ und für alles und jeden verantwortlich. Die Adventskalender müssen bestückt werden? Neue Winterklamotten her? Geschenke für diverse Kindergeburtstage organisiert werden? Weihnachten naht auch. Wer backt die Plätzchen, sucht Geschenke und Tannenbaum aus? Wer hat eben noch schnell die Martinslaterne gebastelt? Wer wäscht noch mal eben zwischendurch die dreckigen Klamotten und sieht dabei immer noch supersexy aus? Wir Mütter natürlich. Die Liste ist endlos lang von dem, was wir alles tun (müssen). Nicht, dass nicht auch Väter einige dieser Aufgaben übernehmen würden, das soll durchaus mal vorkommen. Aber sie denken nicht die ganze Zeit daran bzw. drüber nach. Ihre Köpfe sind nicht übervoll von To-Do’s. Wir Frauen fühlen uns einfach für alles zuständig, sind es häufig auch als wahre Organisationstalente und Multi-Tasker. Ich bin davon überzeugt: es sind weniger Väter, die derart gut den Überblick behalten können oder es überhaupt wollen. Entsprechend weniger brennen sie aus. Und manche schauen uns sogar seelenruhig dabei zu… .

Hier ein toller Artikel zum Thema.

Und noch einer.

Top lesenswert!