Hab keine Angst – Songtext

Vor einem Dreivierteljahr habe ich zufällig die Musik von Philipp Poisel für mich entdeckt. Da ich nicht wirklich immer up to date bin, was Musik angeht, hinke ich oft schon mal in der Aktualität hinterher. Allerdings interessiere ich mich generell nicht so sehr für die aktuellen Charts.

Das Projekt Seerosenteich ging schon 2012 live über die Bühnen. Die zwei CDs dazu sind für mich einfach weltklasse gut, wunderbar arrangiert -sogar mit Streichquartett. Ich mag die Musik, ich mag vor allem aber auch die Texte von Poisel. Er berührt damit meine melancholische Seele. Hier ein weiterer:

HAB KEINE ANGST (Lied von Philipp Poisel)

Hab keine Angst vor morgen
Hab keine Angst vor dir
Mach dir nur keine Sorgen
Ich schlafe neben dir
Heut Nacht

Lass mich rein
Lass mich rein
Lass mich rein
Lass mich rein

Bevor ich noch erfriere

Lass es sein
Lass es sein
Lass es sein
Lass es sein

Muss nicht sein
Dass ich das kapiere

Weine
Weine
Weine
Weine

Soviel und solange du willst

Wenn du brauchst
Lass ich dich auch alleine
Bis der Schnee auf den Gehwegen schmilzt
Ich verjage alle Geister
Und die Dämonen schick ich fort
Leg den Kopf an meine Schulter
Es ist der weltsicherste Ort

Hab keine Angst vor morgen
Hab keine Angst vor dir
Mach dir nur keine Sorgen
Ich schlafe neben dir
Heut Nacht

Weine
Weine
Weine
Weine

Soviel und solange du willst

Es gibt
Keine
Keine
Keine
Keine

Regeln
Bis der Schnee schmilzt
Ich verjage alle Geister
Und die Dämonen schick ich fort
Leg den Kopf an meine Schulter
Es ist der weltsicherste Ort

Hab keine Angst vor morgen
Hab keine Angst vor dir
Mach dir nur keine Sorgen
Ich schlafe neben dir
Heut Nacht

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Die Patchwork-Familie – nicht nur ein Modell der Zukunft

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So bunt wie manchmal das (Familien-)Leben: eine Patchworkdecke (Bild: pixaby.com)

 

Patchwork, dieser Begriff erinnerte zumindest in früheren Zeiten in erster Linie an die aus bunten Flicken („patches“) zusammengenähten Decken. Ich hatte als Kind auch eine, die meine Omi mir aus den verschiedensten Wollresten zusammen gehandwerkelt hatte (Stricken und Häkeln, Sie erinnern sich vielleicht).

Heute verbinden wir mit dem Begriff Patchwork eher eine bunt zusammengewürftelte Form von Familie. Hierbei gibt es die unterschiedlichen Konstellationen. In diesem Zusammenhang gibt es auch den Begriff Regenbogenfamilie, den man verwendet, wenn ein homosexuelles Paar Kinder groß zieht, was ich aber gerade nur am Rande erwähnen möchte.

Solche Familienmodelle sind nicht so ganz neu, nur gab es früher keinen so modern klingenden Begriff dafür. Wenn wir in der jüngere Geschichte zurückgehen, so vermute ich, dass vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg einige Patchworkfamilien entstanden. In einer Zeit, wo der leibliche Vater der Kinder gar nicht oder erst sehr spät aus dem Krieg zurückkehrte, die Frau aber in der Zwischenzeit einen neuen „Ernährer“ für die Kinder gefunden hatte und/ oder sich schlicht neu verliebte, dürfte patchworken nicht unüblich gewesen sein. Aber auch in den Jahrzehnten danach, wo ein noch viel traditionelleres Familienmodell gelebt wurde, gab es hier und da Frauen mit Kindern von verschiedenen Väter, neuen Partnern und ähnlichem. Dies kam in früheren Jahrzehten vermutlich noch eher einem Skandal gleich als im neuen Jahrtausend. Und erinnern wir uns, war nicht schon zu Märchens Zeiten, wo so häufig eine bösen Stiefmutter erwähnt wurde, somit nicht auch von Patchwork-Familien die Rede? Wie viele Frauen starben früher noch bei der Geburt oder kurz danach und der Vater meist zahlreicher Kinder brauchte schon aus Gründen der Versorgung eine neue Frau im Haus. Alles im Prinzip Patchwork.

Patchwork gibt es täglich um uns herum

Als ich mich aus gegebenem Anlass vor einigen Monaten über das Thema mit meiner Mutter unterhielt, nannte sie mir ein paar Beispiele aus dem Dorf, in dem ich groß geworden bin. Ich selber wusste es von den erwähnten Familien gar nicht, vielleicht auch, weil die Kinder etwas älter waren als ich. Es gab also auch schon in den 60er- und 70er Jahren z. B. Frauen, die mit eigenen Kindern geschieden wurden und dann einen neuen Partner fanden, der ebenfalls Kinder in die neue Ehe mitbrachte. Auch ein weiteres, gemeinsames Kind war üblich. Ich selber hatte kaum Scheidungskinder in meiner Grundschulklasse – zumindest nicht zu der Zeit, als wir Dorfkinder alle noch gemeinsam die Schulbank drückten. Unbekannt war es mir aber schon damals nicht, dass Eltern sich trennten. Ich hatte auch einen Mitschüler, der alleine mit seinem Vater aufwuchs – sicher bis heute eine Seltenheit – und später noch einen Halbbruder bekam, als sein Vater eine neue Partnerin hatte. Und ein kurzzeitig als Freundin erlebtes Mädchen aus der Klasse unter mir war die Tochter aus zweiter Ehe, ihr Halbbruder ist bis heute bester Freund meines Bruders.

Waren Ehen „damals“ scheinbar stabiler und langlebiger – und wenn ja, warum?

Frauen begaben sich bzw. blieben damals eher in der Abhängigkeit zu einem Mann, mussten es oft zwangsläufig und trennten sich nicht so schnell wie heute. Hier spielten sicher nicht nur alte Rollenvorstellungen mit hinein, sondern vor allem finanzielle Gründe. Frauen gingen seltener einer Erwerbstätigkeit nach und wenn, dann mit weniger Stunden und weniger Verdienst. Nun gut, das ist auch heute noch ein Thema und stürzt viele Frauen nach einer (gewollten oder ungewollten) Trennung in große finanzielle Nöte.

Ich kann nur spekulieren, wie viele Paare früher unglücklich nebeneinander herlebten, um den Status Quo zu wahren, den Schein von einer heilen Familie und um finanziell über die Runden zu kommen. Ich möchte nicht wissen, wie belastend es für Frauen war, sich Männern zu fügen, die sie schlecht behandelten oder gar schlugen – oder mit denen sie nach einiger Zeit einfach nicht mehr glücklich waren. Aber sie blieben öfter, auch wegen der Kinder. Manche warteten, bis die diese aus dem Gröbsten raus oder aus dem Haus waren. Manche warteten einfach bis zum Tod, entweder ihres eigenen oder dem des Partners. Als Frau ein selbstständigens, eigenes Leben auf die Füße zu stellen, war schlicht weniger verbreitet und angesagt.

Moderne Zeiten

Vielleicht erwarten gerade wir Frauen heute mehr von unserem Leben und sind daher bereit, eher auch den Schritt der Trennung zu gehen, wenn wir sehr unglücklich und unzufrieden sind. Ich habe einige Frauen, allesamt Mütter, um mich herum erlebt, die sich getrennt haben. Erstaunlich oft geht die Trennung heutzutage tatsächlich von den Frauen aus und nicht von den Männern. Wenn letztere nicht gerade eine Affäre beginnen und an dieser Frau „hängenbleiben“, dann verharren Männer scheinbar viel länger in einer unbefriedigenden Paarsituation. Ist oftmals auch viel bequemer. Selbst wenn die Beziehung an allen Ecken und Enden hakt, es ist immer noch jemand da für… die Wäsche oder so.

Aber zurück zum patchworken. Das passiert. Und meiner Meinung nach ist es nicht immer die schlechteste Variante für ein gutes Zusammenleben. Wenn in der Ursprungsfamilie und zwischen den Eltern nur noch „dicke Luft“ herrscht und somit ein Miteinander, ein Fairplay im Team nicht mehr möglich ist, sollten sich die Mannschaften besser trennen. Kinder profitieren von einer getrennten Lösung dann mehr als von einer zwanghaft aufrecht erhaltenden Beziehung, die mindestens einen der Beteiligten krank macht.

Beispiele aus dem Leben gegriffen

  • Eine Freundin von mir verlor vor nun 5 Jahren ihren Ehemann nach kurzer, schwerer Krankheit. Ihre Kinder waren damals knapp 4 und 2 Jahre alt. Zwei Jahre später begann sie ihre neue Beziehung zu einem (zufällig) 10 Jahre jüngeren Mann. In 4 Wochen ist Geburtstermin für ihr gemeinsames Kind. Sie befindet sich im 43. Lebensjahr. Und ich find’s einfach nur klasse. Sie war übrigens zuvor auch nicht glücklich in ihrer „Versorgerehe“, aber sie hätte den Mann nie verlassen. Das Schicksal hat, wenn auch unschön, aber doch eingegriffen. Sie sagt, ihre Lebensqualität in der neuen, glücklichen Beziehung sei um ein vielfaches höher als zuvor.

 

  • Ein Kollege ist mit einer um ein paar Jahre älteren Frau zusammen, sie hat bereits zwei Söhne aus erster Ehe. Er könnte sich durchaus ein gemeinsames Kind vorstellen. Ein paar Jahre gibt ihnen die biologische TicTac-Uhr da sicher noch.

 

  • Eine andere Freundin wurde früh Mutter, wurde früh geschieden. Die Beziehung danach scheitererte letztes Jahr nach mehreren Jahren. Jetzt ist sie glücklich liiert mit einem Mann, der ebenfalls schon ein Kind hat. Ein gemeinsames Kind ist sicher eine Option, beide sind noch recht jung und können sich da schlicht noch Zeit lassen.

 

  • Ein anderer Kollege heiratete eine Frau mit 3 Kindern, die Zwillinge waren gerade ein paar Monate alt, der älteste Sohn 4, als sie zusammen kamen. Sie hatte ihren betrügerischen Ex-Ehemann kurzerhand vor die Tür gesetzt. Respekt, dies in der Situation mit den kleinen Kindern durchzuziehen. Dass der Kollege und sie nun auch in Scheidung leben, ist eben ein weiterer Beweis dafür, wie das Leben spielen kann. Immerhin waren sie 15 Jahre zusammen. Er hätte gerne noch ein eigenes Kind gehabt, doch sie hatte sich damals bei der Geburt der Zwillinge sterilisieren lassen, somit war das Thema erledigt.

 

  • Ich selber kann mich mit einem Patchwork-Modell gut anfreunden, denn ich habe einfach Bock auf ein glückliches und erfülltes und auch buntes Leben. Ich sehe den Bonuspapa als Bereicherung für meine Kinder, eine Bonusmama soll es ruhig auch geben und ich hoffe, sie ist dann auch echt in Ordnung. Manchmal hängen da sogar noch Bonusgroßeltern mit dran. Davon haben Kinder doch allemal mehr als von einer unglücklichen Vater-Mutter-Kind-Situation. Halbgeschwister sind beim Vater sicher noch eher möglich als bei mir. Aber selbst ich bin alles andere als abgeneigt und habe mit dem Thema noch nicht ganz abgeschlossen.

 

Ist es nicht so, dass ein ganzes Dorf die Kinder groß ziehen sollte, statt nur wenige Einzelpersonen? Wenn eine Trennung vernünftig und ohne wild ausgelebte Fehden von Statten geht, wenn es den getrennten Partnern damit (irgendwann) besser geht, geht es auch den Kindern gut damit. Ich bin aber generell ein offener Mensch und nicht so sehr an Muster gebunden (so nach dem Muster, war schon immer so, muss auch immer so sein). Ich bin selber Scheidungskind. Auch wenn das damals auch nicht ohne Dramatik ablief, so sehe ich heute, dass es letztlich keine andere Lösung gab und wir damit gut klar gekommen sind. Es ist immer auch die Frage, wie eine Trennung angegangen und vollzogen wird, damit die Kinder damit gut leben können. Das ist zumindest meine Meinung.

Langsam (Songtext von Silbermond)

Langsam (Silbermond)

Ich will noch nicht gehn
Doch das Licht kommt schon durchs Fenster
Manche Tage sind so zäh wie Leim
Nur sowas schönes hier
Läuft 100 Meter in Bestzeit
Kannst du mich noch einmal in den Arm nehm‘
noch einmal in den Arm nehm‘
Zieh mich so nah wie’s geht zu dir
Und dann drehn wir uns langsam
gegen die Uhr der Zeit
Langsam
Wir klinken uns aus
und fallen Langsam
Denn wir wissen, die Welt
holt uns schnell genug ein
Also Langsam
Ich liebe uns beide
Hier im verkehrten Zeitraffer
Wie du mich küsst
in Zeitlupe küsst

Kannst du mich noch einmal in den Arm nehm‘
noch einmal in den Arm nehm‘
Zieh mich noch näher zu dir
Und dann drehn wir uns langsam
gegen die Uhr der Zeit
Langsam
Wir klinken uns aus
und fallen
Langsam
Denn wir wissen, die Welt
holt uns schnell genug ein
Also Langsam
Bei geschlossenen Augen
und meine Hand in deiner
Wir drehn die Uhr zurück auf Anfang
Langsam
Langsam
Langsam
Und dann drehn wir uns
langsam
Gegen die Uhr der Zeit
Wir klinken uns aus
und fallen
Langsam
Gegen die Uhr
wir fallen
Langsam
Langsam
Wir wolln‘ noch nicht gehn
Also Langsam