Der Generationenvertrag – warum wir auch Kinder bekommen oder warum auch nicht

Warum bekommt man in der heutigen Zeit überhaupt noch Kinder? Brauchen wir die wirklich noch? Immerhin haben wir bereits über 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Die sind zwar nicht ganz optimal verteilt, aber es sind irgendwie ziemlich viele. Zu viele mit zu hohen Ansprüchen.

Kinder kosten uns Eltern einen riesigen Haufen Geld. Im Laufe der Jahre kommt da schon mal locker ein sechsstelliger Geldbetrag (ich las erst kürzlich in diesem Zusammenhang wieder die Zahl 120.000 €) zusammen, bis der Nachwuchs endlich alt genug ist, um für sich selber zu sorgen. Wenn. Denn das schaffen nicht alle. Belohnt werden wir Eltern kaum dafür, dass wir zukünftige Steuerzahler und Rentenkasseneinzahler groß ziehen, dafür, dass wir jahrelang investieren und uns selbst zurück nehmen. Dafür, dass ein großer Teil der Mütter der Altersarmut entgegensteuert (oder sich bereits in ihr befindet) und die Wahrscheinlichkeit auch noch mit jedem Kind (dabei sind mehr Kinder = mehr zukünftige Steuerzahler) steigt. Wozu also bekommen wir Kinder? In diesem Land ist das einfach viel zu sehr ein „Privatvergnügen“, Eltern bleiben auf ihren Kosten sitzen. Sie haben die Kinder ja gewollt. Von einem Generationenvertrag keine Spur.

Was tun wir nicht alles für die lieben Kleinen in all den vielen Jahren, in denen sie bei uns wohnen. Und selbstverständlich auch noch darüber hinaus. Und das nicht nur finanziell. Wir verzichten auf vieles. Ausreichend Schlaf ist dabei nur eine Sache. Wir reiben uns auf an der verflixten Unvereinbarkeit von Familie und Beruf. Letzteres aber brauchen wir aus deshalb, um den Kindern in der heutigen, teuren Zeit etwas bieten  zukönnen. Und ich spreche hier noch nicht von teuren Konsumgütern. Auch Bildung kostet. Ja, und bei manchen gehts schlicht um das nackte Überleben.

Ich finde nicht, dass wir es leichter haben als die Elterngeneration vor uns. Uns fehlt oft qualitativ hochwertige Zeit mit unseren Kinder – und auch für uns selbst, denn meist müssen beide Elternteile irgendwie malochen gehen, um die Kinder zu ernähren. Wir haben auch kein ganzes Dorf mehr, das unsere Kinder mit groß zieht. Ehrlich gesagt sind wir ziemlich oft ziemlich alleine mit dieser Mammutaufgabe. Und dennoch bekommen wir Kinder. Zumindest eines, meistens eher zwei. Manche auch schon mal drei.

Was also erhoffen wir uns davon? Ist es einfach ein Instinkt in uns, der uns sagt: vögelt und mehret Euch, die Natur hat’s so gewollt? Lieben wir Kinder so sehr, dass wir uns – meist blauäugig und romantisch-verklärt – in dieses Abenteuer stürzen, welches uns unerwartet viel abverlangt?

Früher war vieles anders

Damals, noch zu Uromas und Omas Zeiten, da kamen die Kinder einfach so wie sie eben kamen. Man hatte einen Partner oder eine Partnerin (und musste natürlich nicht zwangsläufig mit ihm oder ihr verheiratet sein, was aber einem großen Skandal gleich kam) und hatte eben Sex. Frau wurde schwanger. Kind wurde geboren. Frau wurde irgendwann wieder schwanger. Noch ein Kind wurde geboren. Manchmal starb Frau auch bei der Geburt. Dann suchte der Mann eine andere Frau. Für die Kinder und den Haushalt und vielleicht auch ein bißchen für sich. Weitere Kinder wurde geboren. Bis das Haus voll war. Mindestens. Und alle mussten mit anpacken. So war das eben damals.

Dann gab’s so politische Bewegungen und auch medizinische Errungenschaften. Sie machten uns Frauen immer unabhängiger, zunächst von der Tatsache, bei jedem Mal Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft befürchten zu müssen, weil der Typ sich mal wieder gegen das Kondom gewehrt hatte (die es in der heutigen Form ja auch nicht immer gab. Ich frag mich manchmal, wie es wohl mit so manchem Ur-Kondom… aber lassen wir das, würde an dieser Stelle zu weit führen). Die Pille also. Super Sache. Nicht ganz ohne Nebenwirkungen, aber durch ihre Erfindung gab es nach sehr geburtenstarken Jahrgängen in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts (vermutliche auch zurückzuführen auf die „fetten Jahre“ nach dem 2. Weltkrieg) erst mal den sog. Pillenknick. Weniger Kinder wurde geboren. Man überlegte sich genauer, mit wie vielen Kindern man überhaupt sein Familienleben bereichern wollte. Und man brauchte ja auch nicht mehr Scharen von Kindern als Altersabsicherung. Denn inzwischen konnte man im Alter auf etwas Rente hoffen. Der ein oder andere sogar auf Pension. (Der Herr mit dem aufgerollten Hering, also Fürst Otto von Bismarck, hatte sich da an sich etwas Gutes ausgedacht, wenn politisch gesehen vielleicht auch etwas zum Selbstzweck. Aber das soll hier nicht Thema sein). Und in den Siebzigern und auch den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts glaubte man auch noch daran, dass man im Alter ausreichend Rente bekäme, von welcher man gut leben könnte. Selbst dann, wenn die eigenen Kinder sich nicht die Bohne um einen scherten oder als mittellose Straßen-Junkies Karriere machten.

Frauen opfern sich (auf), wenn sie Mütter werden

In früheren Jahrzehnten waren die Rollen der Geschlechter klarer verteilt als heute. Das machte es einerseits einfacher, führte aber vermutlich auch schon damals zu Unzufriedenheit, vor allem bei den Frauen, die diese aber sicher nicht so offen zeigen durften. Es galt der Glaubenssatz: eine Frau hat zu heiraten, Kinder zu bekommen und sich gefälligst um diese wie auch um einen perfekt geführten Haushalt zu kümmern. Der Mann hingegen sorgt hingegen für das nötige Geld – und für seinen eigenen Spaß. In den meisten Fällen wird das ganz gut funktioniert haben – zumindest nach außen. Aber die Zeiten änderten sich. Frauen wollten auch mal was sein, also außerhalb von selbstgestampftem Babybrei und Stoffwindeln, die täglich ausgekocht werden wollten – ohne Waschmaschine. Und es gab sie immer mehr, die Frauen, die auch Karriere machen wollten und es auch konnten. Trotzdem wurden noch Kinder geboren. Und spätestens beim zweiten stellte sich auch vor 30 oder 40 Jahren die Frage: wat nu? Also gab, wie auch meist heute noch, die Frau ihre Karriere auf. Eine Karriere, die unter Umständen wirklich diesen Namen verdient hatte und nicht nur aus einem Bürojob als Tippse oder Empfangsdame bestand. Und muss es denn so sein, dass jede Frau in ihrer Mutterrolle vollends aufgeht? Ich behaupte sogar, das war noch nie so, selbst in der Zeit nicht, als niemand etwas anderes von den zu Müttern gewordenen Frauen erwartete. Klar, Kinder sind toll. Manchmal anstrengend und nervenaufreibend und zum an-die-Wand-klatschen, aber generell schon toll. Dennoch darf eine Frau die Karriere oder die Möglichkeiten, die sie hatte, bevor die Kinder da waren, doch vermissen, denke ich. Und mitunter darunter leiden. Die meisten allerdings tun dies still und heimlich. Zu groß ist das in der Gesellschaft verankerte Schuldgefühl.

Spätestens wenn so manches (feinfühlige) Kind größer wird, erkennt es vielleicht, was die Mutter (oder eben auch der Vater) da für Opfer gebracht hat. Und sieht sich in der Schuld. Dieses Phänomen passiert vermutlich häufig ganz unbewusst, oder zumindest nur teilweise kann das betreffende „Kind“ (in Anführungszeichen, denn es wird zu dem Zeitpunkt der Erkenntnis häufig schon erwachsen sein oder zumindest auf dem besten Wege dahin) sich vollends bewußt machen, was da geschieht.

Kinder als Altersversorgung

In früheren Zeiten war das so. Man bekam Kinder. Man brauchte Kinder, um im Alter gut versorgt zu sein. Und heute? Auch heute werden die Kinder mit herangezogen, wenn die oft recht spärliche Rente der eigenen Eltern nicht ausreicht, aber hohe Kosten für Alters- und Pflegeheime anfallen. In einer alternden Gesellschaft mit immer höherer Lebenserwartung kann das schon mal vorkommen. Und seien wir ehrlich, nicht jedes Eltern-Kind-Verhältnis gestaltete sich immer so gut, dass die Kinder am Ende gerne den Eltern das zurück geben, was sie einst von ihnen bekommen haben. Wurzeln und Flügel. Oder eben auch: Liebe und finanzielle Unterstützung.

Aber es gibt sie noch, die Kinder, welche für ihre Eltern da sind oder da sein wollen, und zwar in vielerlei Hinsicht. Es sind Kinder, die sich mitunter schuldig fühlen. Und aus diesem Schuldgefühl heraus und weil sie ihre Eltern eben lieben, fühlen sie sich verantwortlich, im Gegenzug nun für ihre Eltern da zu sein. Manche sind dafür bereit, ihr eigenes Leben, vielleicht ihre Träume nach einer eigenen, selbst gegründeten Familie und somit auch nach eigenen Nachkommen, nicht wirklich zu verfolgen. Sie sehen all die Opfer, die ihre Eltern einst für sie brachten. Was sie auf sich genommen oder gar zurück gelassen haben, damit es ihren Kindern einst besser gehen sollte. Die Eltern haben sich selbst ein großes Stück weit aufgeopfert und ihre Kinder meinen nun, gleiches für sie tun zu müssen. Wie bereits erwähnt, ich glaube, dies geschieht oft ganz unbewusst. Und keiner der Beteiligten würde diese Erwartungen offen aussprechen. Gerade wir Kinder der Kriegs- und Nachkriegskinder sind mitunter besonders betroffen. Denn unsere Eltern mussten häufig mit sehr vielen Entbehrungen groß werden, wurden vielleicht vertrieben oder gingen freiwillig, haben dabei alles verloren, auch geliebte Menschen. Sie wurden auch noch anders „erzogen“. Leid und Traurigkeit über diese Ereignisse durften nicht gezeigt werden. Es wurde über vieles schlicht geschwiegen. Was Frauen während und nach dem Krieg leisteten, aber auch ertragen mussten, fasziniert mich immer wieder. Sie waren in großen Teilen das, was wir heute als „Alleinerziehende“ bezeichnen. Und ich bin mir sicher, dass sie sich darüber eben nicht öffentlich beklagt haben. Es war eben so. Auch der Staat hat das nicht auffangen können, was viele Alleinerziehende heute fordern. Vielleicht gab es teilweise ein besseres soziales Netz, also andere Frauen und das in mehreren Generationen, die sich gegenseitig unterstützten. Aber ansonsten muss das eine sehr schwierige Zeit gewesen sein, um Kinder groß zu ziehen oder selber Kind gewesen zu sein. Alles das kann uns Kindern dieser Eltern eine besondere Last aufbürden.

Aber rechtfertigt all das von mir erwähnte eine Aufopferung der Kinder für ihre Eltern?  Verlangen Eltern sogar danach? Sind sie damit vielleicht sogar einverstanden?

Müssen Kinder für ihre alternden Eltern da sein – um jeden Preis?

Jein. Können sie, sollten sie versuchen. Aber nicht um den Preis des eigenen Glücks und der eigenen Vorstellung von einem zufrieden stellenden, eigenen Leben.

Ich selber habe meine Kinder unter anderem auch aus der Idee heraus bekommen, als alte Frau im Lehnstuhl noch jemanden um mich zu haben, der zur Familie gehört. Im Idealfall. Ob dies einst so sein wird, kann heute niemand mit Gewissheit sagen. Ich habe aber niemals daran gedacht Kinder zu bekommen, um im Alter einmal finanziell abgesichert zu sein, wenn der alte Sparstrumpf leer ist. Naiv wie ich bin, hoffe ich da immer noch auf staatliche Unterstützung durch meine jahrelange Berufstätigkeit (die ich bisher für meine Kinder eben nicht an den Nagel gehängt habe). (Allerdings bin ich erst spät in meinen Beruf gestartet und habe somit auch dadurch Abstriche zu machen). Ich dürfte also viele Jahre gearbeitet und – quasi nebenbei – Kinder groß gezogen haben. Was mir einiges an Opfern abverlangt, wie ich eingangs schon erwähnte. Was ich aber vielmehr hoffe ist, dass ich meinen Kindern genug mitgeben kann, damit sie ihren ganz ureigenen Weg finden und gehen können. Und Zufriedenheit und Freude erlangen. Ich hoffe, dass sie einen Beruf ergreifen können, der ihnen Spaß und Erfüllung bringt und dennoch dazu ausreicht, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Als Musikerin weiß ich, dass es nicht immer einfach ist, den Studiengang nach eigener Gesinnung zu wählen und damit dann später ein ausreichendes Einkommen zum auskommen zu haben. Als Mutter, so nehme ich es mir zumindest vor, würde ich meinen Kindern aber nie in ihre Entscheidungen reinreden. So haben es auch meine Eltern gehandhabt. Und kein Kind sollte sich meiner Meinung nach später grämen, wenn es nicht schafft, seine Eltern im Alter zu unterstützen oder ihnen gar ein eigenes Haus zu finanzieren. So wie wir Eltern es nicht immer schaffen, unseren Kindern ein üppiges Erbe zu hinterlassen. Wir alle bringen unsere ganz persönlichen, kleineren oder auch größeren Opfer, allerdings haben wir unsere Kinder auch nicht gefragt, ob sie Teil dieser Welt werden wollen. Wir haben über ihre Köpfe hinweg entschieden, als wir ihnen das Leben schenkten. Niemals würde ich erwarten, dass sie für mich ihre Träume zurückstellen, nur um mich im Alter aufzufangen. Ich finde, als Eltern darf man das nicht von seinen Kindern erwarten oder gar einfordern. Man darf hoffen, dass sie vielleicht Sonntags mal zum Essen vorbei kommen oder einen Weihnachtsfeiertag mit einem verbringen – und die Enkelkinder mitbringen. Aber alles andere, Aufopferung der Kinder für die eigenen Eltern, das sehe ich persönlich nicht. Und würde es nicht zulassen wollen. So zumindest meine Meinung zum jetzigen Erfahrungsstand.

Nun, über 20 Jahre vor der Rente hab ich noch leicht Reden. Aber es sind Gedanken, die man sich ruhig einmal machen darf, wenn man Kinder in diese Welt setzen möchte. Wer kann heute schon mit Gewissheit sagen, was einmal sein wird? Das wäre wohl zu einfach. Es ist und bleibt spannend, gerade in den heutigen Zeiten! Lasst uns einfach so viel wie möglich tun, damit Träume wahr werden. Auch die eigenen. Und das dürfen auch Träume von einem ruhigen Leben mit eigenen Kindern und Enkelkindern sein. Ohne Verpflichtungen, Schuldgefühle und übergroßem Verantwortungsgefühl. Einfach nur mit Liebe, Respekt und Anerkennung dessen, was geleistet wurde und wird.

 

 

„Liebe meines Lebens“ – Songtext

„Liebe meines Lebens“ (Songtext – Philipp Poisel)

Alles was ich weiß, weiß ich von dir,
alles was ich habe, hab‘ ich von dir,
alles was ich liebe, hat mit dir zu tun,
und so lang ich lebe, wird mein Herz nicht ruhn,
und so wird es immer bleiben,
du kannst gar nichts dagegen tun,

weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines lieben Lebens bist,

alles was ich tue, gestern heut‘ und hier,
soll doch nur ein Umweg sein, auf meinem Weg zu dir,
alles was ich tue, hat nur einen Sinn,
dass ich am Ende meines Lebens endlich bei dir bin,
und so wird es immer bleiben,
du kannst gar nichts dagegen tun,

weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines lieben Lebens bist,

und selbst wenn ich dich nie kriege,
dann wird eines für immer sein,
der Schmerz in meinem Herzen,
mein Leben ohne dich gewesen zu sein

und so wird es immer bleiben,
du kannst gar nichts dagegen tun,

weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines lieben Lebens bist,

weil du die Liebe meines Lebens,
weil du die Liebe meines Lebens,
weil du die Liebe meines Lebens,
weil du die Liebe meines Lebens bist.

„Halt mich“ – Songtext

„Halt mich“ (Songtext – Philipp Poisel)

Die Eisenbahn
fährt durch unbekanntes Land,

vorbei an gold’nen Feldern,
tiefen Flüssen und zum Strand.

Der Vorhang vor dem Fenster,
flattert durchs Abteil.

Und ich vermiss dich,
weil…

…du Heimat und
Zuhause bist,
weil bei dir mein Bauchweh aufhört.

Halt mich, halt mich fest.

Tu sooo, wie wenn das jetzt für immer so bleibt,
für immer so bleibt,
für immer so bleibt,
für immer so bleibt.

 

Ich brauch kein‘ Kompass
und keinen sextant,
ich finde
stets zu dir.
Ich komm zurück,
weil ich dich mag.
Kopf in deinem Schoß,
wie eine Taube in ihrem Schlag.

Weil du Heimat
und Zuhause bist.
Weil bei dir mein Bauchweh aufhört.

Halt mich,
halt mich fest.

Tu sooo,
wie wenn das jetzt für immer
so bleibt, für immer so bleibt,
für immer so bleibt.

mmmm

Sonne in meinen Segeln.
Sonne auf meinem Weg.
Sonne in den Bäumen.
Sonne für dich.

Halt mich, halt mich,
halt mich, halt mich fest.

Tu sooo, wie wenn das jetzt für immer so bleibt,
Für immer so bleibt, für immer so bleibt,
für immer so bleibt, für immer so bleibt,
für immer so bleibt.

„Eiserner Steg“ – Songtext

„Eiserner Steg“ (Songtext – Philipp Poisel)

Ich atme dich ein
und nie wieder aus.
Schließ‘ dich in mein Herz.
Lass dich nicht mehr raus.

Ich trage dich bei mir
in meiner Brust.
Hätt‘ alle Wege verändert.
Hätt‘ ich sie vorher gewusst.

Jetzt steh ich am Ufer.
Die Flut unter mir.
Das Wasser zum Hals.
Warum bist du nicht hier.

Ich will dich einmal noch lieben
wie beim allerersten Mal.
Will dich einmal noch küssen
in deinen offenen Haaren.

 

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.

Wer achtet auf mich jetzt,
dass ich mich nicht verlauf‘?
Und wenn ich jetzt falle,
wer fängt mich dann auf?

In all diesen Straßen
kenn‘ ich mich nicht mehr aus.
Da ist niemand mehr der wartet…
Der auf mich wartet…
Zuhaus‘

Ich will dich einmal noch lieben
wie beim allerersten Mal.
Will dich einmal noch küssen
in deinen offenen Haaren.

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.
Für immer verlier‘.

Für immer, für immer, für immer, für immer, für immer
Für immer, für immer, für immer, für immer, verlier‘

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.
Für immer verlier‘.

„Das ist Dein Leben“ – noch ’n Liedtext

„Das ist dein Leben“ (Songtext – Philipp Dittberner)

Da draußen da tobt doch alles weiter
auch wenn ich heute nicht mehr wär‘.
Die Leute kaufen teure Dinge.
Das Leben ist und bleibt unfair.

Wir trinken Wein an meinem Fenster.
Im Rauch schauen wir dem Ganzen zu.
Und müssen beide wieder lachen
irgendwie gehören wir doch dazu.

Das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst.
Warum du dir wieder so fremd bist, in einer doch so hellen Zeit.
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit.
Ja genau, das ist dein Leben; das ist wie du lebst.
Warum wir manchmal fliegen; nicht mal wissen wie es geht.
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen.
Ja genau, das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen.

 

Dein Lächeln passt zu meinem Fenster
mit neuem Schein und alt bekannt.
Du sagst, wir haben uns nie verlaufen
wir haben uns ab und zu verrannt.

Und die Sache wird schon laufen
wenn man sich hier nicht verliert.
Und bei all den kleinen Chancen
wird’s immer wieder neu riskiert.

Das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst.
Warum du dir wieder so fremd bist, in einer doch so hellen Zeit.
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit.
Ja genau, das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum wir manchmal fliegen; nicht mal wissen wie es geht.
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen.
Ja genau, das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen.

Vielleicht überschwänglich groß oder doch zu klein geträumt.
Hab ich bei all den andren Zweifeln, mein Happy End doch glatt versäumt.
Es ist egal wer da noch kommt oder schon gegangen ist.
Es ist okay, dass du halt bist, wie du halt bist.

Denn das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst.
Warum du dir wieder so fremd bist, in einer doch so hellen Zeit.
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit.
Ja genau, das ist dein Leben. Das ist wie du lebst.
Warum wir manchmal fliegen; nicht mal wissen wie es geht.
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen.
Ja genau, das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen.

„Lieber so“ – Liedtext

Ich mag ja gerne deutschsprachige Lieder, vor allem der neueren Generation.  In diesem Jahrtausend gab es da auch schon viel interessantes. Wie aus meinen Beiträgen hier zu entnehmen, bin ich ein so etwas wie ein Anhänger der Gruppe „Juli“. Aber letztendlich kann ich es nicht festmachen, ich mag unheimlich viel und insgesamt ist mein Musikgeschmack sehr breit gefächert (und als Berufsmusikerin liebe ich selbstredend Klassik und auch Jazz). Ja, und es gibt auch Zeug, das ich mir echt nicht anhören kann. Im Autoradio schalte ich dann immer schnell um oder höre entsprechende Sender (DAB hilft).

Dieser Tage höre ich viel Philipp Poisel. Mag ich einfach, spricht mich an, auch wegen der Texte. Klar, die sind traurig, sehr melancholisch, so wie ich eben.

Auf das folgende Lied, das Ihr Euch unbedingt mal anhören solltet, hat mich gestern meine Freundin gebracht. Ich kann nicht aufhören, es zu hören. Fazit: tolles Lied, eingängig komponiert und toll gesungen. Und toller Text. Dem hätte ich schon vor vielen Jahren mal folgen sollen… .

„Lieber so“ (Songtext – Yvonne Catterfeld)

Du weißt wir haben es versucht
Doch wahrscheinlich nicht genug
Irgendwie sind Du und ich so was wie verflucht
Irgendwie sind wir nicht gleich, sieh uns doch nur an
Du verdienst ’ne bess’re Frau
Und ich ’nen bess’ren Mann
Wie oft hab ich daran gedacht, es nie gemacht
Ich hab es irgendwie vorher nie geschafft
Vielleicht fehlte der Mut
Vielleicht fehlte auch die Kraft
Doch jetzt fehl ich mir selbst, mehr als Du es jemals hast

Lieber so als zu spät
Besser wenn du jetzt gehst
Viel zu lange schon tun wir uns weh
Lieber so als zu spät

Denn wer weiß wo wir sonst enden

Wer weiß was noch passiert
Wir haben es versucht, es lässt sich nicht mehr arrangieren
Auch wenn wir uns verlier’n, auch wenn du mich dafür hasst
Irgendwann bist du mir dankbar, für die Frau die du dann hast

Seh‘ es nicht als Ende, seh‘ es als Beginn
Denn das was uns bevorsteht, wär tausendmal so schlimm
Tausendmal so hart, täte tausendmal mehr weh
Es ist besser wenn du gehst und lieber so als zu spät

Lieber so als zu spät
Besser wenn du jetzt gehst
Viel zu lange schon tun wir uns weh
Lieber so als zu spät

Lieber so als zu spät
Besser wenn du jetzt gehst
Viel zu lange schon tun wir uns weh
Lieber so  als zu spät
Lieber so als zu spät
Besser wenn Du jetzt gehst
Viel zulange schon tun wir uns weh
Besser wenn du jetzt gehst

Eltern in Trennung – Teil 3

Was ich mir selber vorzuwerfen habe oder warum es überhaupt so weit kommen musste. Ein Erklärungsversuch.

Wieso habe ich das alles so lange mitgemacht? Wieso habe ich so lange mit einem Mann gelebt, der mir schon so lange nicht mehr das Gefühl gab, dass er sich (noch) ernsthaft für mich interessiert, also für mein tiefstes Inneres, meine innerste Gefühlswelt? Bei dem ich dadurch nicht mehr das Gefühl hatte, dass er mich überhaupt noch liebt? Der mir mit seinen Launen, mit seinem Gemeckere, seiner Engstirnigkeit, seiner Trägheit und seiner Ignoranz nicht nur mir, sondern so vielen Dingen gegenüber – darunter auch denen, die mir wichtig sind – einfach zugesetzt hat? Der mein inneres Chaos durch sein äußeres Chaos immer wieder verschlimmert hat, es noch immer tut, das aber bis heute nicht erkennt? Ich habe auch gemeckert, denn ich wollte Verbesserung erreichen. Ich habe kritisiert, nicht weil ich kritisieren wollte, sondern weil ich Denkanstöße zu geben versuchte. Und ja, ich war unzufrieden. Unzufrieden, weil ich so viel vermisst habe. Vielleicht neige ich zu der Eigenschaft, ein unzufriedener Mensch zu sein. Jemand, der sich nicht so schnell zufrieden gibt, jemand mit Ehrgeiz und einem gewissen Hang zur Perfektion. Ja, es ist besser geworden. Ich werde langsam ruhiger in meinem Streben. Ich erkenne mehr und mehr, was mir wirklich wichtig ist, was für mich wirklich zählt im Leben, in meinem Leben. Ich habe erkannt, dass ich mit manchen Kompromissen nicht weiterleben möchte. Ich habe erkannt, dass ich mit diesem Mann auf gar keinen Fall alt werden möchte. Nicht so. Dabei lasse ich seine guten Eigenschaften nicht außer Acht. Aber sie reichen für ein gemeinsames Leben für mich einfach nicht mehr aus.

Wendepunkte im Leben

Ich habe diese Erkenntnisse lange vor meinem Burnout gehabt. Und wenn ich mir eines vorwerfen kann, wirklich vorwerfen sollte, dann die Tatsache, dass ich all die Jahre mit ihm zusammen geblieben bin, ohne ihn ausreichend zu lieben. Das ist der Knackpunkt und der Moment, wo auch ich mich frage: wieso? Und was ist Liebe überhaupt? Warum ist aus der Verliebtheitsphase, die es zweifelsohne gab, keine Liebe geworden? Oder ist sie das doch, aber im Laufe der Jahre und durch zu viele Probleme nach und nach gestorben? Tatsache ist: es ist keine Liebe mehr da, und ich behaupte mal, das ist auf beiden Seiten der traurige Fall. Und ich habe für mich erkannt, dass Liebe die Grundvoraussetzung für alles ist. Nur dann ist Nähe – körperliche wie auch emotionale – und Beziehung überhaupt erst tiefgehend und befriedigend möglich. Alles andere führt mit der Zeit zu Rückzug und Distanz. Bedingungslose Liebe und den anderen so nehmen können, wie er ist, das ist es, was ich mir schon lange wünsche. Aber ich habe das einfach nicht gekonnt. Mag auch mit meiner Beziehung davor zu tun haben, die für mich sehr enttäuschend endete. Ich glaube, danach wollte ich mich – unbewusst – emotional nicht wieder so tief binden. Die Beziehung zu meinem Mann war daher ein Kompromiss. Es gab jemanden, aber durch weniger Liebe war ich weniger auf dieser Ebene verletzlich. Und das tut mir wirklich von Herzen leid.

Geschichte wiederholt sich

Das alles klingt verdammt hart, und das ist es auch. Zumindest ist es unendlich traurig. Warum also habe ich all das auf mich genommen, mich im Grunde selber belogen? Weil ich nicht alleine sein wollte? Weil nie jemand daher kam, der besser gepasst hätte? Weil ich im Grunde eine treue Seele bin (auch wenn man jetzt anderes behaupten könnte) und ich nicht so einfach aufgeben will, wenn es zu Schwierigkeiten kommt? Weil ich hoffte, es besser machen zu können als meine Eltern und dabei genau den gleichen Fehler beging? Denn auf eines hat mich meine Therapeutin gebracht: weil ich es nicht anders kannte. Weil meine Eltern mit ihrer eigenen gescheiterten Ehe nicht in der Lage waren, mir eine funktionierte Liebes- und Paarbeziehung vorzuleben. Eine, die auf den Werten Liebe, Achtung und Respekt basiert. Und auf gemeinsam gefundenen Kompromissen und Lösungen.

Ich bin mit der Einstellung „ich muss das aushalten – für die Kinder“ groß geworden. Meine Mutter hatte es mir quasi vorgelebt. Sie ging von einem auf den anderen Tag, als ich 13 Jahre alt war und sie einfach nicht mehr konnte.

Und ich selber hab diese Geschichte wiederholt, bin wegen der Kinder geblieben (und bleibe gerade noch). Wollte allen Ernstes durchhalten, bis sie groß genug sind, um auf eigenen Beinen zu stehen. Aber bitte, was bringt mir das? Ein unglückliches, von einer Grundstimmung aus Unzufriedenheit geprägtes Leben! Und die Erkenntnis, dass es in zwanzig Jahren aber zu spät ist für vieles andere. Ich will nicht warten, bis ich 60 oder noch älter bin und hoffen, dass ich dann noch mal eine Beziehung mit einem Mann führen kann, so wie ich sie mir wirklich von Herzen wünsche. Auch mit bedingungsloser Liebe, d. h. den anderen so annehmen zu können wie er ist, inklusive all seiner Marotten. Weil ich ihn im Grunde achte und respektiere. Weil er im Grunde genommen so ist, dass er zu mir passt. Das es eben passt. Und er mich sieht, wie ich bin. Und ihm ebenso gut gefällt wie ich bin. Und er eben mir.

Eine Trennung ist manchmal alternativlos

Was würde es meinen Kindern bringen, wenn nun alles beim Alten bliebe, Mama und Papa nur ihretwegen nach außen hin noch einen auf „Paar“ machen würden? Ich würde sagen, es brächte nur ein verdammt schlechtes Vorbild an Beziehung. Und weiterhin viel Spannung aufgrund ungelöste Konflikte.  Ich bin davon überzeugt, dass ich ihnen durch die Entscheidung zur Trennung nichts wegnehme, sondern ihnen etwas neues gebe. Vor allem hoffe ich, ihnen eine glücklichere Mutter sein zu können. Eine Mutter mit mehr innerer Balance. Wie sehr das gelingt, wird die Zeit zeigen. Hierbei spielen die Umstände, die eingeforderte Unterstützung und der Umgang der Eltern miteinander nach einer Trennung eine große Rolle.

Ich möchte nicht außer Acht lassen, dass auch der Vater meiner Kinder eine tiefe Unzufriedenheit ausstrahlt. Ich glaube, er weiß nur nicht genau, woher das rührt, da er sich mit Selbstreflektion (scheinbar) sehr schwer tut und lieber an etwas festhält, von dem er meint, es müsse auf alle Zeit so sein. Aus Bequemlichkeit, auch aus Angst, aber nicht aus Liebe zu mir. Denn das Gelebte der letzten Jahre kann keine Liebe gewesen sein.

Folgendes habe ich kürzlich gefunden.

5 Gründe für ein Beziehungsaus

  1. Zu viele Kompromisse bei der Partnerwahl. Emotionale Abhängigkeit, nicht alleine sein wollen. Bestätigung durch andere suchen.
  2. Wir wollen für immer verliebt sein. Denn Verliebtheit macht süchtig. Verliebtheit wird oft mit Liebe gleichgesetzt. Dabei ist Liebe die nächste Phase nach dem Verliebtsein.
  3. Nach der Bindungstheorie gibt es verschiedene Beziehungstypen. Und die müssen eben zusammen passen.
  4. Monogamie bzw. fehlende – soll nicht jederman(s)s Sache sein.
  5. Auseinanderleben durch unterschiedliche Entwicklungen im Laufe der Zeit.

Zu Punkt 1 kann ich sagen, dass ich hier meinen größten Fehler sehe. Ich bin zu viele Kompromisse eingegangen. Habe dies schon früh geahnt, schon ungefähr 1 Jahr nach dem Kennenlernen war mir klar, dass es nicht gut passen kann. Aus der anfänglichen Verliebheitsphase entwuchs nichts bedingungsloses. Und trotzdem habe ich die nächsten Schritte gemacht. Es war ja auch nicht alles schlecht, und ich war eben in alten Mustern gefangen. Und vielleicht einfach noch nicht so weit (jung, auf gewisse Art naiv), wollte eher nicht alleine sein, als dass ich mich gegen ein gemeinsames Leben mit jemandem entschieden hätte, mit dem ich vom Wesen und auch von den Werten auf Dauer eher weniger gut zusammen passe. Fakt ist: Dinge, die mich schon länger stören, störten mich im Laufe der Zeit immer mehr. Wurden wirklich gewichtig, als „Stressfaktoren“ wie die Kinder dazu kamen und das nötige „gemeinsam an einem Strang ziehen“ aufgrund unserer Unterschiede nicht erfolgen konnte.

Wir sind alle von unseren frühesten Erfahrungen geprägt

Altlasten gibt es auf beiden Seiten. Jeder Mensch ist geprägt durch das, was er in seiner Kindheit und Jugend, was er durch einschneidende Erlebnisse in seinem Leben erfahren hat. In schwierigen Zeiten zeigt sich dann, wie man damit umgehen kann. Es kann dann unter Umständen wichtig werden, sich fachkundige Hilfe zu suchen, z. B. psychotherapeutische Unterstützung oder Beratung durch die Lebenshilfe, durch Sozialpädagogen etc. Wer das nicht tut und nicht bereit ist, Schuld und Verantwortung auch bei sich zu suchen, sondern sie immer nur an den Partner abgibt, guckt am Ende eben in die Röhre. Wenn einer der Partner nach wiederholten „Warnschüssen“ eben nicht mehr so tun kann, als wäre alles in Butter, kann eine Trennung das beste für beide sein. Wenn auch nur einer der beiden sein eigenes Lebensglück zu sehr beeinträchtigt sieht, muss er sich nicht zwingen, weiterhin faule Kompromisse einzugehen. Kompromisse ja, die gehören zu einer guten Beziehung immer dazu, aber eben keine faulen. Und seien wir mal ehrlich: wofür ist ein Lebenspartner da? Nicht zum Wäsche machen, bügeln, putzen, Essen kochen, nicht zur finanziellen Absicherung oder für ein wenig Spaß zwischendurch. Es gehört schon mehr dazu, gut miteinander auszukommen. Der berühmte „Seelenpartner“ ist da keine so schlechte Idee. Das gemeinsame Leben sollte auf gemeinsamen Ideen (von mir aus auf Idealen) und Werten beruhen, und sei es nur, sich das Leben nicht so kompliziert zu machen und das Chaos zu minimieren. Ach, es gäbe so vieles… .

Was erwarte ich von der Zukunft? Was stelle ich mir besser vor?

Kann es besser werden? Es muss besser werden, so viel steht fest. Einen weiteren Zusammenbruch aufgrund von zu hoher psychischer Belastung kann ich auch meinen Kindern gegenüber nicht verantworten.

Aber sollte man sich gleich in eine neue „Beziehung“ stürzen? Jein. Es ergibt sich eben manchmal und ist nicht immer voll beabsichtigt. Oft ist es wichtig, erst einmal Abstand zu gewinnen, um aus den Mustern der alten Beziehung ausbrechen zu können. Das ist ein Prozess. Das kann mehr oder weniger lange dauern. Was also tut man, wenn die vermeintlich „große Liebe“ bereits um die Ecke gebogen ist, während man noch die Altlasten bekämpft? Schwierig. Mir jedenfalls geht es mit dieser ganzen Geschichte gerade gar nicht gut. Ich bin unheimlich verunsichert, weil ich sowieso ansich kein resoluter und entscheidungsfreudiger Mensch bin – aufgrund von Angst vor Fehlern. Kopf und Bauch führen da schon mal den ein oder anderen Kampf. Wenn es dann auch in der neuen Verbindung zu Problemen kommt, wenn nicht nur Kraft gespendet, sondern durch ungünstige Umstände diese auch entzogen wird, kann dies zu einer weiteren belastenden Situation führen. Wir sind – gerade in Trennungs- und Neufindungsphasen – nicht unendlich belastbar. Hier gilt es, vor allem bei sich selbst zu bleiben. Als erstes achten und lieben wir uns am besten selbst und überlassen das nicht einer anderen Person. Das ist alles einfacher gesagt als getan, denn je nach eigener Konstitution führt das schon mal zu einem echten Dilemma.

Ruhe und ein geregeltes Leben

Ich würde mir wünschen, (innerlich) zur Ruhe kommen zu können. Daher wünsche ich mir eine baldige räumliche Trennung von meinem Noch-Ehemann und somit das Ordnen meiner Lebensverhältnisse, das „Erkunden“ (m)eines neuen Lebensweges. Im Sinne der Kinder, aber auch im Sinne der Erwachsenen. Dass ich leider zeitgleich schon Sehnsucht nach jemand habe, der irgendwann plötzlich und wirklich unerwartet in mein Leben getreten ist, dafür kann ich nichts. Das ist eben das Herz. Dagegen hat der Verstand einen schweren Stand. Ganz wichtig ist hier immer wieder: Geduld! Ohne die geht es nicht, ist aber nicht ganz einfach in dieser wirklich komplizierten Situation. Denn wie gesagt, Altlasten und den berühmten Rucksack bringt jeder mit, irgendwie sind wir alle mit Ängsten und Zweifeln ausgestattet. Vor allem, wenn wir schon ein ganzes Stück Leben hinter uns haben.

 

In Teil 4 – Eltern in Trennung, möchte ich mich im besonderen auf das Wohl der Kinder und unterschiedliche Familienkonstellationen konzentrieren. Dazu gibt es auch ein paar Buchtipps.