Vom Loslassen – ein Liedtext

Lass jetzt los (Orig.: Let IT go)

Der Schnee glänzt weiß
auf den Bergen heut Nacht,
keine Spuren sind zu sehen.
Ein einsames Königreich
und ich bin die Königin.
Der Wind, er heult so wie der
Sturm ganz tief in mir.
Mich zu kontrollieren,
ich hab‘ es versucht.
Lass sie nicht rein!
Lass sie nicht sehen
wie du bist. Nein!
Das darf niemals geschehen.
Du darfst nichts fühlen,
zeig ihnen nicht
dein wahres Ich!

Ich lass los, lass jetzt los.
Die Kraft, sie ist grenzenlos.
Ich lass los, lass jetzt los.
Und ich schlag die Türen zu.

Es ist Zeit, nun bin ich bereit!
Und ein Sturm zieht auf.
Die Kälte, sie ist nun ein Teil von mir.

Es ist schon eigenartig,
wie klein jetzt alles scheint.
Und die Ängste die in mir waren,
kommen nicht mehr an mich ran.
Was ich wohl alles machen kann.
Die Kraft in mir treibt mich voran.
Was hinter mir liegt ist vorbei,
endlich frei!

Ich lass los, lass jetzt los.
Nun bin ich endlich soweit!
Ich lass los, lass jetzt los.
Doch Tränen seht ihr nicht!

Hier bin ich, und bleibe hier!
Und ein Sturm zieht auf.

Ich spüre diese Kraft,

sie ist ein Teil von mir.
Sie fließt in meine Seele
und in all die Schönheit hier.
Nur ein Gedanke
und die Welt wird ganz aus Eis.
Ich geh nie mehr zurück,
das ist Vergangenheit!

Ich bin frei, endlich frei.
Und fühl mich wie neu geboren.
Ich bin frei, endlich frei.
Was war ist jetzt vorbei.
Hier bin ich, in dem hellem Licht.
Und ein Sturm zieht auf.

Die Kälte, sie ist nun ein Teil von mir.

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Ehegattensplitting – wie Frau an der Nase herumgeführt wird

Nach meinem letzten Beitrag zur Familienpolitik möchte ich heute noch einen Text von Juramama teilen. Es geht um das Ehegattensplitting, an dem die Politik noch immer festhält, obwohl es so gar nicht mehr in unsere heutige Zeit passt.

Eine kleine Leseprobe, ein wirklich guter Abschnitt, findet Ihr im unteren Zitat. Den ganzen Text findet Ihr hier. Lesen lohnt sich.

„Den kinderlosen Single-Onkel gab es nämlich schon immer und es gibt ihn bis heute. Er hat zwar auch 2018 keinen Splittingvorteil aus einer Eheschließung und muss seine 60.000 Euro Jahresgehalt höher versteuern als die junge Familie ihre 60.000 Euro Familieneinkommen. Aber er sammelt Dank unseres merkwürdigen Rentensystems ein Erwerbsleben lang ungestört Vollzeitrentenpunkte, die er dann im Alter bei fremden Kindern einlösen darf. Er hat zwar nur einen Teil des Generationenvertrages eingehalten, wird aber von den Kindern der nächsten Generation finanziell mit ihren Sozialversicherungsbeiträgen durch das Alter getragen. Das ist sozial gerechtfertigt und geht freilich klar. Was aber nicht klar geht und noch nie klar ging, sind die Dank der staatlichen Subvention des Ehegattensplittings automatisch fehlenden Rentenpunkte der Mütter.

Mütter, ob nun verheiratet oder unverheiratet, sind die einzigen, die im Alter kaum etwas bei ihren eigenen Kindern einlösen können und es wird uns bis zum heutigen Tage allen Ernstes verkauft, dass das gerecht ist.“

Familienpolitik – viel zu oft für’n A…

Ich bin kein sehr politischer Mensch und zugegeben auch nicht allzu engagiert in dem Bereich. Ich halte mich in vielem meist raus und bin mehr so die stille Beobachterin. Aber ich verfolge natürlich politisches Geschehen, kann lesen und nachdenken, lese auch auf diversen Blogs über das Thema. Nicht nur schlummert seit Monaten ein angefangener Artikel zum Thema #carearbeitmusssichtbarwerden – initiiert durch http://www.mama-streikt.de – in meinem Blog-Speicher, auch das Thema Alleinerziehend ist nicht zuletzt durch mama-arbeitet.de und mutterseelesonnig (ihr neuester Blogeintrag passend zum Thema hier    in der Bloggerwelt ein Thema.

Ich bin auf dem Weg zur Alleinerziehenden. Ganz freiwillig gehöre ich zu den Frauen, von denen die Trennung vom Vater ihrer Kinder ausgeht. Dafür gibt es vielfältige Gründe, zu denen ich stehe und die ich jedem gerne zu erläutern versuche, der sich dafür interessiert.

„Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“ (G. C. Lichtenberg)

Natürlich mache ich mir so meine Gedanken als demnächst Getrennterziehende (ein Begriff, den ich für unser Situation einfach passender finde). Wie komme ich dann mit nur einem Gehalt über die Runden? Und auch wenn ich jetzt schon vieles alleine stemme, wieviel mehr an Belastung wird da auf mich zukommen? Und wie wird die neue Situation für die Kinder sein?

Familienpolitik in Zeiten gesellschaftlichen Wandels

Das Finanzielle ist so eine Sache und da sind wir am Punkt angekommen. Die Familienpolitik in Deutschland ist auch im Jahr 2018 noch immer für’n Arsch. Ehegattensplitting war bei uns nie ein Thema, wir verdienen beide gleich viel wenig, aber ich bin dennoch dagegen, drängt es Frauen und Männer doch in eine Rollenverteilung von anno 1958. Und bringt oft den Frauen große Probleme wie fehlende Rente im Alter oder Probleme, sollte der Brötchenverdiener wegfallen. Auch wenn sich manche Paare diese traditionelle Rollenverteilung gerne wünschen, sollten Frauen dabei besonders vorsichtig sein. Ich las erst neulich von einer Frau, deren Mann ihr unter anderem vorgaukelte, er würde ihre Altersversorgung mitfinanzieren. Als er weg war bemerkte sie, dass er sie allerdings nicht nur in diesem Punkt belogen und betrogen hatte. Gut, Extrembeispiel, ich geb’s zu.

Das Elterngeld ist ansich ja eine gute Sache. Ohne dieses hätten wir finanziell durch die Geburt der Kinder erst mal echt alt ausgesehen. So haben wir nicht all unser Erspartes (sofern man sowas hat) aufgebraucht, aber auch sicher nichts mehr zurück legen können. Aber was passiert danach in vielen Familien? Viel zu schnell werden vor allem Frauen wieder zum Gelderwerb gedrängt, die Kinder müssen dann oft in Einrichtungen betreut werden, die viel zu oft viel zu viel von ihrem oftmals bescheidenen Teilzeitgehalt verschlingen (noch geht Rheinland-Pfalz da mit gutem Beispiel voran. Hier zahlt man ab dem 2. Geburtstag des  Kindes nur noch für das Essen). Zumindest sammeln Frauen, die schnell wieder Maloche gehen, so noch ein paar Rentenpunkte an. Und sammeln dabei zu früh nach der Geburt gerne mal zusätzlich Burnout-Punkte.

Die Politik investiert nicht immer an richtiger Stelle

KiTa-Ausbau, Betreuung bis in die Nacht hinein? Ja, kann für den ein oder anderen nützlich sein. Aber wer will das wirklich, sein Kind abends aus dem Schlaf reissen, um es zu Hause erneut zu betten, wenn das denn überhaupt gelingt? Fitte Kinder um Mitternacht… Eltern brauchen bekanntlich keinen Schlaf! Betreuung bis 22 oder gar 24h ist z. B. in meinem Beruf nicht ausreichend. Ich bin als durch die Lande reisende Orchestermusikerin oft noch später daheim. Und Schulkinder sind noch mal ein Thema für sich. Die müssen (viel zu früh) morgens schon aus den Federn. Wenn ich dann an so manchen Tagen nur nachmittags und abends arbeite, habe ich nicht wirklich viel Zeit mit meinem Schulkind verbracht. Schlaf ist aber auch dann Mangelware. Lieber hätte so manche Mutter  (und auch mancher Vater, Tendenz steigend) mehr Zeit für seine Kinder, quality time – ohne nicht zu wissen, wovon man laufende Kosten bedienen soll. Ohne auf Teufel komm raus zu „vereinbaren“ und uns früher oder später in der totalen Erschöpfung wieder zu finden. Been there, know that… .

Warum zielt die Politik und somit die Arbeitswelt nicht noch mehr darauf ab, beide Eltern gleich viel Zeit mit ihren Kindern einzuräumen? Warum muss es immer noch Feierabend-Wochenend-Väter geben und Frauen, die nie wirklich zur Ruhe kommen können und das Gefühl haben müssen, für alles alleine verantwortlich zu sein?

Steuerrecht? Murks

Warum muss ich nach einer Scheidung von Steuerklasse 4 (und damit bin ich ja als Frau schon eher die Ausnahme,  siehe oben unter Ehegattensplitting) steuerlich in Steuerklasse 2 oder vielleicht 1 schlechter dastehen, warum muss ich meine Familienzuschläge als nun Unverheiratete abgeben, obwohl ich mit meinen Kindern nach wie vor eine Familie bilde, auch wenn ich mit ihrem Vater nicht länger verheiratet bin? Und das, wo mir ohne ihn ohnehin schon ein ganzes zweites Gehalt in der Familienkasse fehlt und ich dadurch ohnehin schon finanziell schlechter dastehe? Und von nun nur einem Gehalt alleine Hauskredit bzw. Miete, Nebenkosten, Auto etc. pp. unterhalten muss. Und ich jammere da sicher schon auf hohem Niveau. Ich werde bestraft, wenn ich nicht in einer Ehe Kinder groß ziehe, sondern ohne Trauschein –  diese kleinen Wesen, die einmal fleißig folgende Generationen mit Rentenbeiträgen beglücken sollen und für die ich auf so vieles verzichte, während sich kinderlose Paare und auch so mancher kinderlose Single die Hände reibt? Ungerecht ist das, zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.

„Aus finanziellen Gründen sollten wir uns nicht scheiden lassen“, sagte der Noch-Ehemann  zu mir. Da hat er wohl mal recht. Eine Scheidung ist teuer und erfreut die Anwälte. Der hauptsächlich dem Staat dienende Versorgungsausgleich oder auch das Verschieben von Rentenpunkten ist eine bittere Pille. Aber ich mag den Staat und unsere Arbeitgeber letztlich nicht hinters Licht führen (nicht zuletzt, weil ich klare Verhältnisse wünsche und die Möglichkeit erhalten möchte, wieder zu heiraten – weil man dann finanziell besser dasteht als in „wilder Ehe“, muhaha…).

Vielmehr wünsche ich mir eine gerechtere Unterstützung von unverheirateten und geschiedenen Eltern und auch Alleinerziehenden, die Kinder groß ziehen und dafür nicht nur Lob und Anerkennung verdient hätten. Selbst das allein fehlt schon viel zu oft.

„Hättest‘ halt nie geheiratet und keine Kinder gekriegt. Oder Dich nicht getrennt.“ – Stimmt, selber schuld. Was für eine armselige Argumentation.

 

2 Jahre danach – mein Leben nach dem #Burnout

Der 5.03.2016 war ein Samstag. Ich war – wie so häufig an den Wochenenden – mit den Kindern alleine. Mir ging es schon seit Tagen so schlecht wie nie, jede kleine Bewegung stellte einen Kraftakt meines Körpers dar. Dieser zitterte und brummte schon seit Wochen, ich war selbst zum Sprechen zu schwach, mir war schwindelig und ich war unendlich müde – und eben komplett erschöpft. Atmen war schwierig, ich musste mich schon sehr darauf konzentrieren und als ich in der Küche stand, fing plötzlich mein linkes Bein wie verrückt an zu kribbeln – einfach so. Es war geradezu unheimlich. Ich konnte mich so nicht mehr um meine damals 4- und 2-jährigen Kinder kümmern. Ich konnte an diesem Samstag Anfang März einfach nicht mehr!

Ich rief die Großeltern meiner Kinder an, ob sie sofort kommen könnten. Ein Glück, dass sie da waren. Dann rief ich mir einen Krankenwagen.

Heute vor genau 2 Jahren also wurde mir durch den „richtigen“ Arzt in der Notaufnahme, der weitsichtig genug war zu erkennen, was mit mir los war, geholfen. Daran sind andere vor ihm gescheitert, denn mein Burnout kündigte sich locker fast ein Jahr lang an, immer wieder. Denn immer wieder ging es mir auf für mich unerklärliche Weise schlecht. Totaler Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Zittern, immer wieder Herzrasen und Schwindelgefühle waren dabei beliebte Krankheitssymptome. Schlafen konnte ich auch schon lange nicht mehr gut, selbst wenn die  Kinder endlich mal schliefen. Ich schlief so selten mehr als 5 Stunden, eher weniger. Tagsüber war an Schlaf auch nicht zu denken. Wenn ich die Zeit doch mal hatte, lag ich nur dort und fand keine Ruhe. Meine stetige innere Unruhe trieb mich quasi immer weiter an. Ich war ein einziges Nervenbündel, das zu plötzlichen Heulanfällen und Wutausbrüchen neigte.

Immer wieder hatte ich mich sehr krank gefühlt, hatte das Gefühl, mein Kreislauf würde zusammen brechen. Und immer wieder diese komischen Atemprobleme. All das löste Ängste über ernsthafte Erkrankungen in mir aus. Panikattacken bis hin zur Hyperventilationstetanie waren die Folge.

Heute vor 2 Jahren war ein Wendepunkt. 11 Monate lang nahm ich ein Antidepressivum mit angstlösender Wirkung. Bis heute besuche ich regelmäßig eine Psychotherapeutin. Im Dezember letzten  Jahres hatte ich einen kleinen Rückfall. Morgen werde ich meine letzte Tablette mit Johanniskraut nehmen, das ich seit dem zur Unterstützung eingenommen habe, um über den dunklen Winter zu kommen.

Es hat sich seit diesem Tag vor 2 Jahren viel in mir getan. Die Erkenntnis, dass Selbstaufopferung für meine Familie und auch für meinen Job niemals der richtige Weg sein kann, weil es mich fast umgebracht hätte, ist eine davon. Dass ich einst die falsche Partnerwahl begangen habe und mein jahrelanger Trennungswunsch umgesetzt werden musste, um wieder zu mir zu finden – auch im Sinne der gemeinsamen Kinder – die andere. Ich bin noch mittendrin in einem Prozess, der viel Kraft braucht, aber ich bin voller Hoffnung und schaue zumindest die meiste Zeit zuversichtlich auf die kommenden Veränderungen in meinem Leben. Es kann nur besser werden, wenn ich wieder mehr ich selber sein darf, was nicht heißt, dabei meine Kinder aus den Augen zu verlieren – im Gegenteil. Aber nichts ist so schädlich wie das Verleugnen eigener Bedürfnisse. Ich bin jetzt wieder mehr bei mir, doch noch fehlt mir gerade für vieles die Motivation, ich denke und reflektiere zwar wie verrückt, aber es hilft mir, meine Themen zu bearbeiten. Ein großes Thema ist Schuld, selbstauferlegte oder von außen angenommene. Auch mein Selbstwertgefühl könnte besser sein. In vielen Punkten werde ich auch noch immer gerne getriggert und provoziert und es fehlt mir die nötige Portion Gelassenheit und „mir-doch-egal-Einstellung“, um besser damit umgehen zu können.

„Warum schreibt sie nur schon wieder vom gleichen Thema?“, wird sich der ein oder andere vielleicht fragen. Nun, mein Blogeintrag „Wenn Mama nicht mehr kann“ ist der mit Abstand am meisten geklickte Beitrag auf meinem Blog, dicht gefolgt von einem Nachfolge-Beitrag zum Thema. Auf diese Beiträge kommen die (vermutlich in erster Linie) Leserinnen durch Suchbegriffe wie Mütter, Erschöpfung, Kinder, Beruf, Vereinbarkeit oder auch schlicht Mama kann nicht mehr. Das zeigt mir, wie wichtig es wäre, dieser Problematik der erschöpften Mütter in der Öffentlichkeit mehr Beachtung zu schenken.

Übrigens: der dritthäufigste gelesene Beitrag auf meinem Blog ist dieser hier und bei den Suchbegriffe steht ganz klar im Vordergrund, warum Männer nicht aufräumen können oder die Frauen im Haushalt zu wenig unterstützt werden. Sogar die Frage danach, wie die Herren der Schöpfung das erlernen könnten oder wie man sie dazu bringt, mehr von sich aus zu tun, ist Anlass, die Suchmaschine zu aktivieren. Als wenn mir das nicht bekannt vorkäme… . Ich behaupte mal ganz frech, dass der Burnout der Mütter und zu wenig Unterstützung seitens der Väter irgendwie korrelieren – sofern Väter überhaupt nennenswert vorhanden sind. Ansonsten versteht sich der entstehende Zusammenhang wohl von selbst.

In diesem Sinne: achtet auf Euch und vergesst Euch bloß nicht selbst. Denn nur eine glückliche und zufriedene Mutter hat die reelle Chance, eine gute Mutter zu sein! 

 

Hab keine Angst – Songtext

Vor einem Dreivierteljahr habe ich zufällig die Musik von Philipp Poisel für mich entdeckt. Da ich nicht wirklich immer up to date bin, was Musik angeht, hinke ich oft schon mal in der Aktualität hinterher. Allerdings interessiere ich mich generell nicht so sehr für die aktuellen Charts.

Das Projekt Seerosenteich ging schon 2012 live über die Bühnen. Die zwei CDs dazu sind für mich einfach weltklasse gut, wunderbar arrangiert -sogar mit Streichquartett. Ich mag die Musik, ich mag vor allem aber auch die Texte von Poisel. Er berührt damit meine melancholische Seele. Hier ein weiterer:

HAB KEINE ANGST (Lied von Philipp Poisel)

Hab keine Angst vor morgen
Hab keine Angst vor dir
Mach dir nur keine Sorgen
Ich schlafe neben dir
Heut Nacht

Lass mich rein
Lass mich rein
Lass mich rein
Lass mich rein

Bevor ich noch erfriere

Lass es sein
Lass es sein
Lass es sein
Lass es sein

Muss nicht sein
Dass ich das kapiere

Weine
Weine
Weine
Weine

Soviel und solange du willst

Wenn du brauchst
Lass ich dich auch alleine
Bis der Schnee auf den Gehwegen schmilzt
Ich verjage alle Geister
Und die Dämonen schick ich fort
Leg den Kopf an meine Schulter
Es ist der weltsicherste Ort

Hab keine Angst vor morgen
Hab keine Angst vor dir
Mach dir nur keine Sorgen
Ich schlafe neben dir
Heut Nacht

Weine
Weine
Weine
Weine

Soviel und solange du willst

Es gibt
Keine
Keine
Keine
Keine

Regeln
Bis der Schnee schmilzt
Ich verjage alle Geister
Und die Dämonen schick ich fort
Leg den Kopf an meine Schulter
Es ist der weltsicherste Ort

Hab keine Angst vor morgen
Hab keine Angst vor dir
Mach dir nur keine Sorgen
Ich schlafe neben dir
Heut Nacht

Langsam (Songtext von Silbermond)

Langsam (Silbermond)

Ich will noch nicht gehn
Doch das Licht kommt schon durchs Fenster
Manche Tage sind so zäh wie Leim
Nur sowas schönes hier
Läuft 100 Meter in Bestzeit
Kannst du mich noch einmal in den Arm nehm‘
noch einmal in den Arm nehm‘
Zieh mich so nah wie’s geht zu dir
Und dann drehn wir uns langsam
gegen die Uhr der Zeit
Langsam
Wir klinken uns aus
und fallen Langsam
Denn wir wissen, die Welt
holt uns schnell genug ein
Also Langsam
Ich liebe uns beide
Hier im verkehrten Zeitraffer
Wie du mich küsst
in Zeitlupe küsst

Kannst du mich noch einmal in den Arm nehm‘
noch einmal in den Arm nehm‘
Zieh mich noch näher zu dir
Und dann drehn wir uns langsam
gegen die Uhr der Zeit
Langsam
Wir klinken uns aus
und fallen
Langsam
Denn wir wissen, die Welt
holt uns schnell genug ein
Also Langsam
Bei geschlossenen Augen
und meine Hand in deiner
Wir drehn die Uhr zurück auf Anfang
Langsam
Langsam
Langsam
Und dann drehn wir uns
langsam
Gegen die Uhr der Zeit
Wir klinken uns aus
und fallen
Langsam
Gegen die Uhr
wir fallen
Langsam
Langsam
Wir wolln‘ noch nicht gehn
Also Langsam

Heute danke ich einfach mal mir – und den anderen fleißigen Müttern

Vorsicht: Dieser Text kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten!

Liebe Mütter,

ich wünsche, Frohe Weihnachten gehabt zu haben.Ich hoffe, Ihr habt all die Strapazen, die mit den Vorbereitungen und Ausführungen des Festes für Euch einhergingen, gut überstanden. Und ich danke all den Männern und Vätern, die ihren Frauen dabei tatsächlich tatkräftig unsterstützt haben! Soll es ja geben.

Weihnachten, das Fest, welches vor allem uns Frauen und Müttern alljährlich die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Manchmal ist es sogar mehr. In meinem Fall klappte ich vor zwei Wochen zusammen. Die Erschöpfungsdepression (Neudeutsch: Burnout) versuchte einen zweiten Anlauf. Ich hatte unschöne Symptome, die ich schon von vor zwei Jahren kenne. Aber keine Sorge, ich nehme jetzt Johanniskraut und bin nach ein paar wenigen Tagen, an denen ich mir jeweils mehr Ruhe und sogar etwas mehr Schlaf als sonst gönnte, wieder auf den Beinen. Letztlich war es ein über Monate anhaltender, zu extremer Schlafmangel und ein enormer Druck in vielen Bereichen meines Lebens. Neben meinen privaten Problemen, die mich seelisch sehr belasten, war es auch die Vereinbarkeit von Job, Familie und Haushalt. Wieder einmal. Denn neben meinem Job als Orchestermusikerin musste ich auch das Weihnachtsfest vorbereiten. Und dafür möchte ich mir heute einfach mal danken. Mir ganz alleine. Und ich bin auch die einzige, die Danke zu mir sagt. Denn niemand sonst aus meinem nächsten Umfeld (sprich: Vater meiner Kinder und seine Eltern. Die Kinder sowieso nicht, die sind auch noch zu klein dazu) ist auch nur ein klitzekleines „Danke“ oder gar „gut gemacht“ über die Lippen gekommen,  noch nicht mal annähernd.

Was wir Mütter leisten, wird als selbstverständlich angesehen

Und wenn wir es mal nicht mehr leisten können, werden wir unter Umständen auch noch dafür kritisiert. Dann waren wir wohl schlecht organisiert, faul oder machen sonst etwas falsch in unserem Leben.

Obwohl ich noch mit dem Vater der Kinder unter einem Dach lebe, hat er sich dieses Jahr bei den Vorbereitungen besonders herausgehalten. Lediglich das Festessen am zweiten Feiertage ging auf seine Kappe. Natürlich könnte man ihm die Füße dafür küssen, denn er ist ja ein Mann und hat schier unglaubliches damit geleistet. Und er hat den Baum ins Wohnzimmer geschleppt. Aber hätte ich mich auf ihn verlassen wie er sich auf mich, hätten die Kinder am Heiligabend keinen Besuch vom Weihnachtsmann bekommen und wären leer ausgegangen. Denn wir Großen wissen es längst: die Geschenke besorgen die Eltern. Also meistens die Mütter. Ich habe das also in völliger Eigenregie gemacht. Habe Ideen gesammelt, ausführlich geschaut, Angebote verglichen, eingekauft oder bestellt, Pakete geschleppt, entpackt, teilweise wieder verpackt und was eben so dazu gehört. Ich konnte den Vater noch nötigen, am 23.12. die Spielküche für KindNr. 2 zusammen zu bauen, bekam jedoch zu hören, dass das doch jetzt sehr kurzfristig wäre, ich hätte ihm eher Bescheid sagen sollen. In Gedanken schlug ich kurz meine Stirn auf die Tischplatte und sagte ihm, dass ich ihn seit 3 Tagen um Hilfe diesbezüglich bitten würde. Unerwähnt ließ ich, dass der Karton mit der Spielküche bereits seit 2 Monaten im Keller liegt und er das irgendwie mitgekriegt haben müsste. War eigentlich kein Geheimnis, dass ich die kaufen gefahren bin. Noch irgendwelche Fragen?

Ich habe drei Tage am Stück gerödelt – ohne Pause und bis spät abends. Habe die Wohnräume – soweit ich konnte – gesäubert, aufgeräumt, zwischendurch Weihnachtsfeiern besucht, Pakete gepackt, eingekauft, den wunderschönen Weihnachtsbaum akribisch geschmückt, an Heiligabend das Essen bereitet und nebenher die Kinder betreut. Der mir wieder einmal wunderbar gelungene Weihnachtsbaum wurde von den Erwachsenen genau so wenig gewürdigt wie die tollen Geschenke für die Kinder. Warum auch? Es wurde auch im Vorfeld nie gefragt, ob und was sie zu erwarten hätten. Das nenne ich mal Ignoranz vom Kindsvater (und genau genommen auch von dessen Eltern).

Und deswegen danke ich heute mal nur mir, dass ich das alles geschafft habe und meine Kinder glücklich machen konnte. Ich danke mir für ein weiteres Jahr voller Haus- und Versorgungsarbeit und vor allem für den ganzen, wirklich nicht unerheblichen Organisationsaufwand, den ich als Managerin meines Familienunternehmens leiste – neben meiner beruflichen Tätigkeit, welche in dieser Hinsicht auch noch einiges von mir abverlangt. Arbeit rund um Haus und Familie, die nicht nur unbezahlt, sondern auch ungelobt bleibt. Anerkennung seit Jahre gleich Null. Ich bin eben Mutter, es ist meine verdammte Pflicht, mich aufzuopfern, wenn es sein muss bis zur Erschöpfung (siehe oben). Dass ich eine Woche vor Weihnachten noch nicht einmal wusste, ob ich das Fest überhaupt in der Form schaffen könnte, so schlecht wie es mir da ging, war nie auch nur ein Wort wert. Das kann schon frustrieren und traurig machen.

Und ich danke Euch da draußen, Ihr fleißigen Mütter (und manchmal auch Väter). Ihr managt und organisiert wie verrückt ohne Rücksicht auf Eure Gesundheit und schafft es immer wieder, auch wenn Ihr manchmal – so wie ich – denkt, es geht nicht mehr. Aber bitte passt auf Euch auf! Denn aus Erfahrung weiß ich, dass es irgendwann wirklich nicht mehr geht, wenn Ihr Eure Grenzen zu oft und zu sehr überschreitet!

Alles Gute!