Der Generationenvertrag – warum wir auch Kinder bekommen oder warum auch nicht

Warum bekommt man in der heutigen Zeit überhaupt noch Kinder? Brauchen wir die wirklich noch? Immerhin haben wir bereits über 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Die sind zwar nicht ganz optimal verteilt, aber es sind irgendwie ziemlich viele. Zu viele mit zu hohen Ansprüchen.

Kinder kosten uns Eltern einen riesigen Haufen Geld. Im Laufe der Jahre kommt da schon mal locker ein sechsstelliger Geldbetrag (ich las erst kürzlich in diesem Zusammenhang wieder die Zahl 120.000 €) zusammen, bis der Nachwuchs endlich alt genug ist, um für sich selber zu sorgen. Wenn. Denn das schaffen nicht alle. Belohnt werden wir Eltern kaum dafür, dass wir zukünftige Steuerzahler und Rentenkasseneinzahler groß ziehen, dafür, dass wir jahrelang investieren und uns selbst zurück nehmen. Dafür, dass ein großer Teil der Mütter der Altersarmut entgegensteuert (oder sich bereits in ihr befindet) und die Wahrscheinlichkeit auch noch mit jedem Kind (dabei sind mehr Kinder = mehr zukünftige Steuerzahler) steigt. Wozu also bekommen wir Kinder? In diesem Land ist das einfach viel zu sehr ein „Privatvergnügen“, Eltern bleiben auf ihren Kosten sitzen. Sie haben die Kinder ja gewollt. Von einem Generationenvertrag keine Spur.

Was tun wir nicht alles für die lieben Kleinen in all den vielen Jahren, in denen sie bei uns wohnen. Und selbstverständlich auch noch darüber hinaus. Und das nicht nur finanziell. Wir verzichten auf vieles. Ausreichend Schlaf ist dabei nur eine Sache. Wir reiben uns auf an der verflixten Unvereinbarkeit von Familie und Beruf. Letzteres aber brauchen wir aus deshalb, um den Kindern in der heutigen, teuren Zeit etwas bieten  zukönnen. Und ich spreche hier noch nicht von teuren Konsumgütern. Auch Bildung kostet. Ja, und bei manchen gehts schlicht um das nackte Überleben.

Ich finde nicht, dass wir es leichter haben als die Elterngeneration vor uns. Uns fehlt oft qualitativ hochwertige Zeit mit unseren Kinder – und auch für uns selbst, denn meist müssen beide Elternteile irgendwie malochen gehen, um die Kinder zu ernähren. Wir haben auch kein ganzes Dorf mehr, das unsere Kinder mit groß zieht. Ehrlich gesagt sind wir ziemlich oft ziemlich alleine mit dieser Mammutaufgabe. Und dennoch bekommen wir Kinder. Zumindest eines, meistens eher zwei. Manche auch schon mal drei.

Was also erhoffen wir uns davon? Ist es einfach ein Instinkt in uns, der uns sagt: vögelt und mehret Euch, die Natur hat’s so gewollt? Lieben wir Kinder so sehr, dass wir uns – meist blauäugig und romantisch-verklärt – in dieses Abenteuer stürzen, welches uns unerwartet viel abverlangt?

Früher war vieles anders

Damals, noch zu Uromas und Omas Zeiten, da kamen die Kinder einfach so wie sie eben kamen. Man hatte einen Partner oder eine Partnerin (und musste natürlich nicht zwangsläufig mit ihm oder ihr verheiratet sein, was aber einem großen Skandal gleich kam) und hatte eben Sex. Frau wurde schwanger. Kind wurde geboren. Frau wurde irgendwann wieder schwanger. Noch ein Kind wurde geboren. Manchmal starb Frau auch bei der Geburt. Dann suchte der Mann eine andere Frau. Für die Kinder und den Haushalt und vielleicht auch ein bißchen für sich. Weitere Kinder wurde geboren. Bis das Haus voll war. Mindestens. Und alle mussten mit anpacken. So war das eben damals.

Dann gab’s so politische Bewegungen und auch medizinische Errungenschaften. Sie machten uns Frauen immer unabhängiger, zunächst von der Tatsache, bei jedem Mal Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft befürchten zu müssen, weil der Typ sich mal wieder gegen das Kondom gewehrt hatte (die es in der heutigen Form ja auch nicht immer gab. Ich frag mich manchmal, wie es wohl mit so manchem Ur-Kondom… aber lassen wir das, würde an dieser Stelle zu weit führen). Die Pille also. Super Sache. Nicht ganz ohne Nebenwirkungen, aber durch ihre Erfindung gab es nach sehr geburtenstarken Jahrgängen in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts (vermutliche auch zurückzuführen auf die „fetten Jahre“ nach dem 2. Weltkrieg) erst mal den sog. Pillenknick. Weniger Kinder wurde geboren. Man überlegte sich genauer, mit wie vielen Kindern man überhaupt sein Familienleben bereichern wollte. Und man brauchte ja auch nicht mehr Scharen von Kindern als Altersabsicherung. Denn inzwischen konnte man im Alter auf etwas Rente hoffen. Der ein oder andere sogar auf Pension. (Der Herr mit dem aufgerollten Hering, also Fürst Otto von Bismarck, hatte sich da an sich etwas Gutes ausgedacht, wenn politisch gesehen vielleicht auch etwas zum Selbstzweck. Aber das soll hier nicht Thema sein). Und in den Siebzigern und auch den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts glaubte man auch noch daran, dass man im Alter ausreichend Rente bekäme, von welcher man gut leben könnte. Selbst dann, wenn die eigenen Kinder sich nicht die Bohne um einen scherten oder als mittellose Straßen-Junkies Karriere machten.

Frauen opfern sich (auf), wenn sie Mütter werden

In früheren Jahrzehnten waren die Rollen der Geschlechter klarer verteilt als heute. Das machte es einerseits einfacher, führte aber vermutlich auch schon damals zu Unzufriedenheit, vor allem bei den Frauen, die diese aber sicher nicht so offen zeigen durften. Es galt der Glaubenssatz: eine Frau hat zu heiraten, Kinder zu bekommen und sich gefälligst um diese wie auch um einen perfekt geführten Haushalt zu kümmern. Der Mann hingegen sorgt hingegen für das nötige Geld – und für seinen eigenen Spaß. In den meisten Fällen wird das ganz gut funktioniert haben – zumindest nach außen. Aber die Zeiten änderten sich. Frauen wollten auch mal was sein, also außerhalb von selbstgestampftem Babybrei und Stoffwindeln, die täglich ausgekocht werden wollten – ohne Waschmaschine. Und es gab sie immer mehr, die Frauen, die auch Karriere machen wollten und es auch konnten. Trotzdem wurden noch Kinder geboren. Und spätestens beim zweiten stellte sich auch vor 30 oder 40 Jahren die Frage: wat nu? Also gab, wie auch meist heute noch, die Frau ihre Karriere auf. Eine Karriere, die unter Umständen wirklich diesen Namen verdient hatte und nicht nur aus einem Bürojob als Tippse oder Empfangsdame bestand. Und muss es denn so sein, dass jede Frau in ihrer Mutterrolle vollends aufgeht? Ich behaupte sogar, das war noch nie so, selbst in der Zeit nicht, als niemand etwas anderes von den zu Müttern gewordenen Frauen erwartete. Klar, Kinder sind toll. Manchmal anstrengend und nervenaufreibend und zum an-die-Wand-klatschen, aber generell schon toll. Dennoch darf eine Frau die Karriere oder die Möglichkeiten, die sie hatte, bevor die Kinder da waren, doch vermissen, denke ich. Und mitunter darunter leiden. Die meisten allerdings tun dies still und heimlich. Zu groß ist das in der Gesellschaft verankerte Schuldgefühl.

Spätestens wenn so manches (feinfühlige) Kind größer wird, erkennt es vielleicht, was die Mutter (oder eben auch der Vater) da für Opfer gebracht hat. Und sieht sich in der Schuld. Dieses Phänomen passiert vermutlich häufig ganz unbewusst, oder zumindest nur teilweise kann das betreffende „Kind“ (in Anführungszeichen, denn es wird zu dem Zeitpunkt der Erkenntnis häufig schon erwachsen sein oder zumindest auf dem besten Wege dahin) sich vollends bewußt machen, was da geschieht.

Kinder als Altersversorgung

In früheren Zeiten war das so. Man bekam Kinder. Man brauchte Kinder, um im Alter gut versorgt zu sein. Und heute? Auch heute werden die Kinder mit herangezogen, wenn die oft recht spärliche Rente der eigenen Eltern nicht ausreicht, aber hohe Kosten für Alters- und Pflegeheime anfallen. In einer alternden Gesellschaft mit immer höherer Lebenserwartung kann das schon mal vorkommen. Und seien wir ehrlich, nicht jedes Eltern-Kind-Verhältnis gestaltete sich immer so gut, dass die Kinder am Ende gerne den Eltern das zurück geben, was sie einst von ihnen bekommen haben. Wurzeln und Flügel. Oder eben auch: Liebe und finanzielle Unterstützung.

Aber es gibt sie noch, die Kinder, welche für ihre Eltern da sind oder da sein wollen, und zwar in vielerlei Hinsicht. Es sind Kinder, die sich mitunter schuldig fühlen. Und aus diesem Schuldgefühl heraus und weil sie ihre Eltern eben lieben, fühlen sie sich verantwortlich, im Gegenzug nun für ihre Eltern da zu sein. Manche sind dafür bereit, ihr eigenes Leben, vielleicht ihre Träume nach einer eigenen, selbst gegründeten Familie und somit auch nach eigenen Nachkommen, nicht wirklich zu verfolgen. Sie sehen all die Opfer, die ihre Eltern einst für sie brachten. Was sie auf sich genommen oder gar zurück gelassen haben, damit es ihren Kindern einst besser gehen sollte. Die Eltern haben sich selbst ein großes Stück weit aufgeopfert und ihre Kinder meinen nun, gleiches für sie tun zu müssen. Wie bereits erwähnt, ich glaube, dies geschieht oft ganz unbewusst. Und keiner der Beteiligten würde diese Erwartungen offen aussprechen. Gerade wir Kinder der Kriegs- und Nachkriegskinder sind mitunter besonders betroffen. Denn unsere Eltern mussten häufig mit sehr vielen Entbehrungen groß werden, wurden vielleicht vertrieben oder gingen freiwillig, haben dabei alles verloren, auch geliebte Menschen. Sie wurden auch noch anders „erzogen“. Leid und Traurigkeit über diese Ereignisse durften nicht gezeigt werden. Es wurde über vieles schlicht geschwiegen. Was Frauen während und nach dem Krieg leisteten, aber auch ertragen mussten, fasziniert mich immer wieder. Sie waren in großen Teilen das, was wir heute als „Alleinerziehende“ bezeichnen. Und ich bin mir sicher, dass sie sich darüber eben nicht öffentlich beklagt haben. Es war eben so. Auch der Staat hat das nicht auffangen können, was viele Alleinerziehende heute fordern. Vielleicht gab es teilweise ein besseres soziales Netz, also andere Frauen und das in mehreren Generationen, die sich gegenseitig unterstützten. Aber ansonsten muss das eine sehr schwierige Zeit gewesen sein, um Kinder groß zu ziehen oder selber Kind gewesen zu sein. Alles das kann uns Kindern dieser Eltern eine besondere Last aufbürden.

Aber rechtfertigt all das von mir erwähnte eine Aufopferung der Kinder für ihre Eltern?  Verlangen Eltern sogar danach? Sind sie damit vielleicht sogar einverstanden?

Müssen Kinder für ihre alternden Eltern da sein – um jeden Preis?

Jein. Können sie, sollten sie versuchen. Aber nicht um den Preis des eigenen Glücks und der eigenen Vorstellung von einem zufrieden stellenden, eigenen Leben.

Ich selber habe meine Kinder unter anderem auch aus der Idee heraus bekommen, als alte Frau im Lehnstuhl noch jemanden um mich zu haben, der zur Familie gehört. Im Idealfall. Ob dies einst so sein wird, kann heute niemand mit Gewissheit sagen. Ich habe aber niemals daran gedacht Kinder zu bekommen, um im Alter einmal finanziell abgesichert zu sein, wenn der alte Sparstrumpf leer ist. Naiv wie ich bin, hoffe ich da immer noch auf staatliche Unterstützung durch meine jahrelange Berufstätigkeit (die ich bisher für meine Kinder eben nicht an den Nagel gehängt habe). (Allerdings bin ich erst spät in meinen Beruf gestartet und habe somit auch dadurch Abstriche zu machen). Ich dürfte also viele Jahre gearbeitet und – quasi nebenbei – Kinder groß gezogen haben. Was mir einiges an Opfern abverlangt, wie ich eingangs schon erwähnte. Was ich aber vielmehr hoffe ist, dass ich meinen Kindern genug mitgeben kann, damit sie ihren ganz ureigenen Weg finden und gehen können. Und Zufriedenheit und Freude erlangen. Ich hoffe, dass sie einen Beruf ergreifen können, der ihnen Spaß und Erfüllung bringt und dennoch dazu ausreicht, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Als Musikerin weiß ich, dass es nicht immer einfach ist, den Studiengang nach eigener Gesinnung zu wählen und damit dann später ein ausreichendes Einkommen zum auskommen zu haben. Als Mutter, so nehme ich es mir zumindest vor, würde ich meinen Kindern aber nie in ihre Entscheidungen reinreden. So haben es auch meine Eltern gehandhabt. Und kein Kind sollte sich meiner Meinung nach später grämen, wenn es nicht schafft, seine Eltern im Alter zu unterstützen oder ihnen gar ein eigenes Haus zu finanzieren. So wie wir Eltern es nicht immer schaffen, unseren Kindern ein üppiges Erbe zu hinterlassen. Wir alle bringen unsere ganz persönlichen, kleineren oder auch größeren Opfer, allerdings haben wir unsere Kinder auch nicht gefragt, ob sie Teil dieser Welt werden wollen. Wir haben über ihre Köpfe hinweg entschieden, als wir ihnen das Leben schenkten. Niemals würde ich erwarten, dass sie für mich ihre Träume zurückstellen, nur um mich im Alter aufzufangen. Ich finde, als Eltern darf man das nicht von seinen Kindern erwarten oder gar einfordern. Man darf hoffen, dass sie vielleicht Sonntags mal zum Essen vorbei kommen oder einen Weihnachtsfeiertag mit einem verbringen – und die Enkelkinder mitbringen. Aber alles andere, Aufopferung der Kinder für die eigenen Eltern, das sehe ich persönlich nicht. Und würde es nicht zulassen wollen. So zumindest meine Meinung zum jetzigen Erfahrungsstand.

Nun, über 20 Jahre vor der Rente hab ich noch leicht Reden. Aber es sind Gedanken, die man sich ruhig einmal machen darf, wenn man Kinder in diese Welt setzen möchte. Wer kann heute schon mit Gewissheit sagen, was einmal sein wird? Das wäre wohl zu einfach. Es ist und bleibt spannend, gerade in den heutigen Zeiten! Lasst uns einfach so viel wie möglich tun, damit Träume wahr werden. Auch die eigenen. Und das dürfen auch Träume von einem ruhigen Leben mit eigenen Kindern und Enkelkindern sein. Ohne Verpflichtungen, Schuldgefühle und übergroßem Verantwortungsgefühl. Einfach nur mit Liebe, Respekt und Anerkennung dessen, was geleistet wurde und wird.

 

 

„Liebe meines Lebens“ – Songtext

„Liebe meines Lebens“ (Songtext – Philipp Poisel)

Alles was ich weiß, weiß ich von dir,
alles was ich habe, hab‘ ich von dir,
alles was ich liebe, hat mit dir zu tun,
und so lang ich lebe, wird mein Herz nicht ruhn,
und so wird es immer bleiben,
du kannst gar nichts dagegen tun,

weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines lieben Lebens bist,

alles was ich tue, gestern heut‘ und hier,
soll doch nur ein Umweg sein, auf meinem Weg zu dir,
alles was ich tue, hat nur einen Sinn,
dass ich am Ende meines Lebens endlich bei dir bin,
und so wird es immer bleiben,
du kannst gar nichts dagegen tun,

weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines lieben Lebens bist,

und selbst wenn ich dich nie kriege,
dann wird eines für immer sein,
der Schmerz in meinem Herzen,
mein Leben ohne dich gewesen zu sein

und so wird es immer bleiben,
du kannst gar nichts dagegen tun,

weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines lieben Lebens bist,

weil du die Liebe meines Lebens,
weil du die Liebe meines Lebens,
weil du die Liebe meines Lebens,
weil du die Liebe meines Lebens bist.

„Halt mich“ – Songtext

„Halt mich“ (Songtext – Philipp Poisel)

Die Eisenbahn
fährt durch unbekanntes Land,

vorbei an gold’nen Feldern,
tiefen Flüssen und zum Strand.

Der Vorhang vor dem Fenster,
flattert durchs Abteil.

Und ich vermiss dich,
weil…

…du Heimat und
Zuhause bist,
weil bei dir mein Bauchweh aufhört.

Halt mich, halt mich fest.

Tu sooo, wie wenn das jetzt für immer so bleibt,
für immer so bleibt,
für immer so bleibt,
für immer so bleibt.

 

Ich brauch kein‘ Kompass
und keinen sextant,
ich finde
stets zu dir.
Ich komm zurück,
weil ich dich mag.
Kopf in deinem Schoß,
wie eine Taube in ihrem Schlag.

Weil du Heimat
und Zuhause bist.
Weil bei dir mein Bauchweh aufhört.

Halt mich,
halt mich fest.

Tu sooo,
wie wenn das jetzt für immer
so bleibt, für immer so bleibt,
für immer so bleibt.

mmmm

Sonne in meinen Segeln.
Sonne auf meinem Weg.
Sonne in den Bäumen.
Sonne für dich.

Halt mich, halt mich,
halt mich, halt mich fest.

Tu sooo, wie wenn das jetzt für immer so bleibt,
Für immer so bleibt, für immer so bleibt,
für immer so bleibt, für immer so bleibt,
für immer so bleibt.

„Eiserner Steg“ – Songtext

„Eiserner Steg“ (Songtext – Philipp Poisel)

Ich atme dich ein
und nie wieder aus.
Schließ‘ dich in mein Herz.
Lass dich nicht mehr raus.

Ich trage dich bei mir
in meiner Brust.
Hätt‘ alle Wege verändert.
Hätt‘ ich sie vorher gewusst.

Jetzt steh ich am Ufer.
Die Flut unter mir.
Das Wasser zum Hals.
Warum bist du nicht hier.

Ich will dich einmal noch lieben
wie beim allerersten Mal.
Will dich einmal noch küssen
in deinen offenen Haaren.

 

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.

Wer achtet auf mich jetzt,
dass ich mich nicht verlauf‘?
Und wenn ich jetzt falle,
wer fängt mich dann auf?

In all diesen Straßen
kenn‘ ich mich nicht mehr aus.
Da ist niemand mehr der wartet…
Der auf mich wartet…
Zuhaus‘

Ich will dich einmal noch lieben
wie beim allerersten Mal.
Will dich einmal noch küssen
in deinen offenen Haaren.

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.
Für immer verlier‘.

Für immer, für immer, für immer, für immer, für immer
Für immer, für immer, für immer, für immer, verlier‘

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.
Für immer verlier‘.

„Lieber so“ – Liedtext

Ich mag ja gerne deutschsprachige Lieder, vor allem der neueren Generation.  In diesem Jahrtausend gab es da auch schon viel interessantes. Wie aus meinen Beiträgen hier zu entnehmen, bin ich ein so etwas wie ein Anhänger der Gruppe „Juli“. Aber letztendlich kann ich es nicht festmachen, ich mag unheimlich viel und insgesamt ist mein Musikgeschmack sehr breit gefächert (und als Berufsmusikerin liebe ich selbstredend Klassik und auch Jazz). Ja, und es gibt auch Zeug, das ich mir echt nicht anhören kann. Im Autoradio schalte ich dann immer schnell um oder höre entsprechende Sender (DAB hilft).

Dieser Tage höre ich viel Philipp Poisel. Mag ich einfach, spricht mich an, auch wegen der Texte. Klar, die sind traurig, sehr melancholisch, so wie ich eben.

Auf das folgende Lied, das Ihr Euch unbedingt mal anhören solltet, hat mich gestern meine Freundin gebracht. Ich kann nicht aufhören, es zu hören. Fazit: tolles Lied, eingängig komponiert und toll gesungen. Und toller Text. Dem hätte ich schon vor vielen Jahren mal folgen sollen… .

„Lieber so“ (Songtext – Yvonne Catterfeld)

Du weißt wir haben es versucht
Doch wahrscheinlich nicht genug
Irgendwie sind Du und ich so was wie verflucht
Irgendwie sind wir nicht gleich, sieh uns doch nur an
Du verdienst ’ne bess’re Frau
Und ich ’nen bess’ren Mann
Wie oft hab ich daran gedacht, es nie gemacht
Ich hab es irgendwie vorher nie geschafft
Vielleicht fehlte der Mut
Vielleicht fehlte auch die Kraft
Doch jetzt fehl ich mir selbst, mehr als Du es jemals hast

Lieber so als zu spät
Besser wenn du jetzt gehst
Viel zu lange schon tun wir uns weh
Lieber so als zu spät

Denn wer weiß wo wir sonst enden

Wer weiß was noch passiert
Wir haben es versucht, es lässt sich nicht mehr arrangieren
Auch wenn wir uns verlier’n, auch wenn du mich dafür hasst
Irgendwann bist du mir dankbar, für die Frau die du dann hast

Seh‘ es nicht als Ende, seh‘ es als Beginn
Denn das was uns bevorsteht, wär tausendmal so schlimm
Tausendmal so hart, täte tausendmal mehr weh
Es ist besser wenn du gehst und lieber so als zu spät

Lieber so als zu spät
Besser wenn du jetzt gehst
Viel zu lange schon tun wir uns weh
Lieber so als zu spät

Lieber so als zu spät
Besser wenn du jetzt gehst
Viel zu lange schon tun wir uns weh
Lieber so  als zu spät
Lieber so als zu spät
Besser wenn Du jetzt gehst
Viel zulange schon tun wir uns weh
Besser wenn du jetzt gehst

Eltern in Trennung – Teil 2

Warum Beziehungen scheitern können und weshalb man das akzeptieren sollte. Eine Bestandsaufnahme.

Ich versuche, Bilanz zu ziehen nach einer langen Beziehung, nach einem langen Weg, den man gemeinsam gegangen ist. In einer langen Zeit, in der man verschiedene Phasen des eigenen Lebens in Anwesenheit des anderen durchlaufen hat. Dies kann eine Zeit der tiefsten Prägung für die Zukunft und somit auch für eine folgende Beziehung sein.

Dies hier soll keine „Abrechnung“ sein, nur niedergeschriebene Erklärungsversuche für mich selbst. Vielleicht helfe ich dem ein oder anderen damit. Jedenfalls versuche ich gerade, mir selber zu helfen, denn ich kann nicht mehr. Der derzeitige Zustand zermürbt mich, es zieht mich emotional extrem runter. Ich glaube sogar, dass das so gewollt ist. Ich soll klein beigeben, zusammen brechen (erneut!). Das mag eine Unterstellung sein, aber sie liegt so nahe.

Auch der Sich-Trennende leidet

Warum mache ich nach 16 Jahren und zwei gemeinsamen Kindern Schluß? Warum sieht es nach außen hin vielleicht so aus, als sei das ganz einfach für mich, eine Entscheidung aus einer Laune heraus? Ich kann sagen, dass es das eben nicht ist. Denn sonst hätte ich schon eher diesen Schritt gewagt. Aber auch ich habe moralische Bedenken, also meinen Kindern gegenüber. Auch ich hatte den Traum von einer heilen, glücklichen Familie.

Aber irgendwann kam die Erkenntnis: besser ein beherzter Trennungsschritt als ein jahrelanges Dahinsiechen der Partnerschaft oder Ehe! Doch genau diese Entscheidung erfordert Mut und Entschlossenheit. Wenn nicht, kann ein langsamer, depressiver Prozess einsetzen, der eine große Gefahr darstellt, nämlich seelische Krankheiten und körperliche Fehlfunktionen. Ja, hallo Burnout. Und hallo scheiss Zustand, in dem ich mich gerade befinde, niedergeschlagen und teilweise depressiv-verstimmt. Verzweifelt und traurig. Also lieber ein Ende mit Schmerz, als Schmerz ohne Ende.

Das Leben der anderen

Es wird vermutlich immer Leute geben, die mich verurteilen werden. Es wird Leute geben, die denken, ich mache das alles aus einer oberflächlichen Laune heraus oder weil ein anderer Mann meinen Weg gekreuzt hat. Es dürfte immer Leute geben, die einen neuen Partner in solch einer Situation als denjenigen betrachten, der die Ehe auseinander gebracht hat. Es wird immer Leute geben, die urteilen, ohne nach den Hintergründen zu fragen. Die Dinge sagen werden wie, „Die armen Kinder, wie kann sie das nur tun“ und „Ihr Mann ist doch so ein netter Typ“. Auf all das stelle ich mich ein und ganz ehrlich – es geht mir schon jetzt ziemlich am Allerwertesten vorbei. Ich bin aus dem Alter raus, wo ich so unheimlich viel auf das Gerede und die Meinungen anderer über mich gebe. Das ist auch etwas, was ich nach meinem Burnout verbessern konnte.

Nur  i c h weiß, wie lange schon und wie heftig ich mit mir ringe. Nur ich weiß, durch welchen Gefühlssumpf ich gehe. Und nur ich kenne mein schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht weiter zur völligen Aufopferung zur Verfügung stelle, bis meine eigene Gesundheit noch mehr darunter leidet.

Hey Leute, ich war ganz tief unten, mein Körper hatte sämtliche psychosomatische Register gezogen, die so ein Körper ziehen kann, und die alle gleichzeitig. Ich habe geglaubt, mein Leben wäre zu Ende. Aber ich bin noch da und in diesem einen Jahr, das vergangen ist, habe ich verdammt-noch-mal erkannt, was ich will, welche Werte mir im Grunde genommen wichtig sind und vor allem weiß ich, was ich nicht mehr will.

Ich will nicht mehr mit einem Menschen zusammen leben, der mich so viel vermissen lässt und mich seit Jahren – ob bewusst oder unbewusst spielt erst einmal keine Rolle – dermaßen runterzieht, dass ich mich gezwungen sehe, einen neuen Weg zu gehen, wenn ich am Leben bleiben möchte. Ich weiß schon lange: mit diesem Mann kann und will ich nicht alt werden. Nur für die Kinder wollte ich so lange wie möglich durchhalten. Aber wie lange kann ein „so lange wie möglich“ sein?

Es ist nicht neu, was für manch Außenstehenden neu erscheinen mag

Ich habe den Trennungswunsch und diese Empfindungen und Gedanken nicht erst seit letztem Jahr. Ich hatte sie schon einige Jahre davor, immer wieder. Ich hatte sie auch schon, noch bevor meine Kinder 2011 und 2013 geboren wurden. Irgendwas hat sich für mich schon lange falsch angefühlt. Und das weiß nicht nur ich, sondern das wissen engste Freunde von mir, das weiß meine Familie, also meine Mutter, mein Bruder (und natürlich mein Papa auf seiner Wolke). Sie alle kennen meine jahrelangen Zweifel, meine Äußerungen darüber, haben teilweise die Auseinandersetzungen mitbekommen. Und sie haben sich teilweise immer wieder gewundert. Darüber, dass ich weitergemacht habe, dass ich das Haus gekauft habe, vor allem, dass ich die Kinder bekommen habe mit diesem Mann. Meine Kinder, die ich über alles liebe und derenwegen ich versucht habe, immer wieder durchzuhalten in einer Lebens- und Paarsituation, die sich für mich immer falscher und falscher anfühlte, einfach nicht (mehr) zu mir passt. Muss eine Beziehung so sein, dass man versucht, dem anderen das Gefühl zu geben, klein und unbedeutend zu sein und alles falsch zu machen? Müssen Machtausübung und Dagegensprechen, müssen Ablehnung und Ignorieren des Partners wirklich sein? Muss eine Beziehung um jeden Preis weitergeführt werden, wenn das Kommunikationsverhalten auch nach wiederholten Verbesserungsversuchen einfach nicht zu ertragen ist? Wenn man nicht mehr weiß, wie man mit seinem Partner Probleme und Sorgen besprechen kann, wenn egal was man sagt, einem kein Verständnis oder Wohlwollen entgegen schlägt, sondern ein „Dagegen“ und sogar Ignoranz?Zumindest keine großartige Empathie, kein Trost oder ein gemeinsames Suchen nach Lösungen. Irgendwann bleibt einem nichts übrig als der eigene Rückzug. Und man fühlt sich mit allem verdammt alleine, unverstanden und ungeliebt. Und jedes einst positive Gefühl für den Partner geht den Bach hinunter.

Muss man all das ertragen wenn es darum geht, einen Alltag mit Kindern zu organisieren? Was ansich schon anstrengend ist und einem sowieso schon so viel Kraft abverlangt. Wenn dann statt eines Miteinanders gefühlt nur ein Gegeneinander stattfindet, neigt sich die Kraft schnell dem Ende zu. Gegenseitige blöde Bemerkungen sind in einem anstrengenden Alltag doppelt zermürbend.

Wenn zwei sich streiten, freut sich vielleicht ein dritter

Die Außenwelt mag denken was sie will. Das Stöckchen war schon lange weggezogen, welches den Stein des Anstoßes ins Rollen brachte. Dass der Stein an Geschwindigkeit zunahm, als ich bemerkte, dass ich Gefühle für einen anderen Mann habe, möchte ich nicht bestreiten. Überhaupt, dieses Gefühl des Verliebtseins kannte ich nicht mehr, hatte sogar geglaubt, dazu nicht mehr fähig zu sein. Aber ich weiß jetzt: es geht noch. Und es lag nicht an mir alleine.

So ist es also. Ich mag nichts mehr schönreden

Ich bin also seit Jahren total unzufrieden und unglücklich in dieser Partnerschaft. (Ich bin auch seit Jahren total untervögelt, aber das nur am Rande). Mir wird seit Jahren nicht zugehört, meine Trennungswünsche in der Vergangenheit wurden nie ernst genommen. Am nächsten Tag wurde weitergemacht wie immer, alles ignoriert und ich fühlte mich somit nicht für voll genommen. Heute wird sogar mehr oder weniger behauptet, dass es diese Ansagen von mir nie gegeben hätte. Auch nicht die Gespräche, die ich suchte, Monologe die ich führte, um irgendetwas noch zu retten oder zu bewegen. Leises Flehen, er möge sich doch auch (mal) Hilfe von außen holen, brachte nur ganz kurz einen Lichtblick und war so nicht ganz der richtige Weg. Und es war schon zu spät.

Ich habe meine Unzufriedenheit offen gezeigt. Ich habe nicht so getan, als wäre alles in Ordnung und die Liebe groß. Denn ich bin kein guter Schauspieler.

Ja klar, es gab auch gute Momente, Phasen, in denen dieser Mann nett zu mir war, sich bemühte und ich Hoffnung schöpfte. Es waren die Momente, die mich dann erst einmal zum bleiben animierten. Und in denen auch ich wieder anders sein, aus meinem Schneckenhäuslein über die Mauer schauen konnte. Aber immer wieder hatte ich das Gefühl, dass es ihm dann am besten ging, wenn es mir am schlechtesten ging. Mein Burnout, den er im Vorfeld nicht erkannte und auch nicht durch emotionale Unterstützung zu verhindern suchte – denn ich bin überzeugt, dass mir das in einer guten Partnerschaft so nie passiert wäre – wird mir heute regelrecht zum Vorwurf gemacht. Weil er ja dann auf der Arbeit so viel gefehlt hat, um für mich da zu sein! Und er wäre ja für mich da gewesen! Und er hätte ja reden wollen.

Dass das alles zu spät war und ich zu dem Zeitpunkt schon lange resigniert und die Schotten zugemacht hatte, wird heute nicht gesehen. Überhaupt, Selbstreflektion, was ist das? Oder Schuld und Verantwortung auch einmal bei sich selber suchen, sich gar zu entschuldigen, aufeinander zu zugehen wie erwachsene Menschen, bei diesem Mann scheint das ein Fremdwort zu sein. Statt dessen bin ich an allem, wirklich an allem Schuld.  Das ist die bittere Realität.

Natürlich habe ich weiß-Gott nicht alles richtig gemacht. Ich habe mir selber auch viele Fehler vorzuhalten. Aber ich kann das auch, denn reflektieren kann ich. Und es einsehen und mich entschuldigen kann ich auch.

Aber davon handelt der 3. Teil meiner kleinen Serie mitten aus dem Leben, „Eltern in Trennung“.

 

Die ewige Vereinbarkeitslüge, oder: der Witz des Tages

Es ist nicht immer wirklich einfach, die Berufstätigkeit mit der „Rolle“ als Mutter zu vereinbaren, also den Kindern bestmöglich gerecht zu werden, dazu den Haushalt, eventuell Ehemann oder Lebenspartner, den Freunden, der Ursprungsfamilie und auch noch sich selbst mit den ur-eigensten Wünschen und Bedürfnissen nach bestem Wissen und Gewissen zu „bedienen“. Es ist gelinde gesagt ein Ding der Unmöglichkeit.

Noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte mussten wir so vieles gleichzeitig bewältigen. So viel schnelllebigen Input meistern, allem gerecht werden, so viel gleichzeitig sollen, müssen, wollen – dabei kann nur Überforderung herauskommen. Denn wie kann ein Mensch das schaffen? Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass das nicht geht, nicht gehen kann. Und ich das so in der Form eigentlich auch nicht mehr mitmachen will. Der Gesundheit zuliebe und für die eigene Lebens-Zufriedenheit. Letzteres ist unter diesen Umständen nicht einfach zu erreichen. Aber „höher, schneller, weiter“ ist etwas, von dem ich mich als im Grunde genommen Perfektionistin immer weiter zu distanzieren versuche.

Aber zurück zu dem, was ich eigentlich sagen wollte: auch ich jongliere. Auch ich mache mega viele Abstriche als fast Vollzeit arbeitende Mutter. Wechselnde Arbeitszeiten bei beiden Elternteilen tun ihr übriges, um Organisationsaufwand und Planungsflexibilität (dieses Wort dürfte ein Widerspruch in sich sein) zu vergrößern. Ich verzichte auf vieles, z. B. auf berufliches Fortkommen und höchste Erfüllung in selbigem. Das war gestern. Interessen, Hobbys? Sehr minimiert. Sport? Tja, schade… . Ein sauberer, gut geführter Haushalt? Ist Geschichte, immerhin will ich mich nicht umbringen! Ständige Events für die Kinder? Weniger ist hier mehr. Und so ließe sich die Liste endlos weiter führen.

Und manchmal kommt was neues um die Ecke und die Vereinbarkeit ist nochmal eine Spur schwieriger

Seit Anfang 2016 hat sich mein Arbeitgeber ein besonderes Gimmick ausgesucht. Statt um 8 h muss ich an normalen Tagen um 7:30 h im Dienst erscheinen. Pünktlich. Komme ich erst nach einer Karenzzeit von 15h Minuten, wird es mir von meinem Stundenkonto abgezogen. Als Mutter zweier Kinder passiert mir das ständig. Sehr zur Freude aller.

Noch leben meine Kinder und ich im Luxus, denn ihr Vater hat häufig später Dienst als ich (ist dafür ist auch deutlich später als ich zu Hause. Wohlgemerkt, an „normalen“ Tagen). Er bringt sie sogar nach seinen Nachtschichten noch in die , was ich ihm hoch anrechne. So weit, so gut.

Da ich mich vom Vater  meiner Kinder getrennt habe bzw. die räumliche Trennung im weiteren Verlauf dieses Trennungs-Prozesses ansteht, wird mich das zukünftig vor weitere Herausforderungen stellen, und ich bin bereits darüber in Kontakt mit meinen Vorgesetzten getreten.

Zwar macht die KiTa um  7 h auf, aber bei 30 Minuten Autofahrt zum Dienstort kann ich sie rein theoretisch nur vor die Tür der Einrichtung stellen, damit ich noch pünktlich bin. Habe ich seit dem noch nie geschafft. In zwei Monaten beginnt für KindNr. 1 die Schule. Es darf geraten werden, wann die beginnt! 7:50 h. Mit Frühbetreuung ab 7:30h, soweit ich mich gerade erinnere (Verdrängungsmechanismus!). Lösungsvorschläge nehme ich gerne entgegen. Es wird wohl darauf hinauslaufen, einem Erstklässler gut zu erklären, wie der Schließmechanismus unserer Haustür funktioniert und was man mit dem Schlüssel nicht tun sollte, nämlich verlieren. Und das er gefälligst in die Schule zu gehen hat, auch wenn er keine Lust dazu haben sollte! Zum Glück haben wir eine Ganztagesgrundschule. Zwar steht die Zusage für den Platz noch aus, aber ich bleibe mal optimistisch.

Ich bemühe mich, aber nicht auf Kosten aller

Das Wohlbefinden meiner Kinder liegt mir natürlich am Herzen. Und Kleinkinder aus dem Tiefschlaf zu wecken, versetzt mir jedes Mal einen Stich ins Herz. Außerdem wissen wir, dass das nicht gut für die Hirnentwicklung ist. Meine Kinder sind es daher nicht gewohnt. Zwar sind sie auch keine ausgeprochenen Langschläfer, aber wer freut sich nicht, wenn die Kinder an freien Tagen mal bis 7 h schlafen? Genau. Klappt nicht immer, ist für mich dann aber wie ausschlafen. Entsprechend ist derzeit unser Rhythmus.

Der Aufreger und Auslöser für diesen Beitrag

Ich habe gestern morgen den Fehler gemacht, mich zu rechtfertigen, also vor dem mir etwas vorgesetzten Kollegen. Dass ich’s mal wieder nicht geschafft habe, denn ich war erst um 8:10 h vor Ort. Er hat dann gleich gefragt, ab wann der Kindergarten eigentlich auf hätte. Meine Kinder mögen den Stress morgens halt nicht, wenn es schnell gehen muss, wenn keine Zeit mehr zum Spielen ist, zum Frühstücken zu Hause sowieso nicht. Wie gesagt, sie kennen es zu wenig. Und ich stehe dann da und muss zusehen, wie ich zwei  Kinder geweckt bekomme, falls sie es noch nicht alleine aus dem Traumland geschafft haben, und ich doch noch einigermaßen rechtzeitig das Haus mit ihnen verlasse. Schlechte Nächte (für mich), meine naturgegebene Neigung zum Eulentum (der „frühe Vogel“ kann mich mal, aber sowas von…) machen es auch mir selber schwer, noch früher aufzustehen. Es ist eine Quälerei für mich. Natürlich komme ich dann schlecht organisiert rüber, ich schäme mich auch dermaßen dafür. Aber hier der Tipp vom Kollegen:

Da KindNr. 1 ohnehin in zwei Monaten früher aufstehen muss, könne ich ihn ja jetzt schon daran gewöhnen. Damit er und seine Schwester abends eher müde werden, solle ich die Kinder doch bitte nachmittags schöööön müde machen!! Äh, ja ne, is klar…

  • Muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich selber nachmittags meist so im Ar*** bin, dass ich jedesmal froh bin, wenn ich nicht mehr allzu viele schweißtreibende Aktionen mit den Kindern vor mir habe und wir es etwas ruhiger angehen lassen können? Zumal ich auch noch den Haushalt einigermaßen bedienen muss.
  • Muss ich erwähnen, dass KindNr. 1 ein ausgesprochener Wenig-Schläfer ist (schon immer war), der abends gerne lange aufbleibt (21:30 h und später) und trotzdem morgens um 6:30 h auf der Matte stehen kann?
  • Muss ich erwähnen, dass ich, seit die hellere Jahreszeit da ist, große Mühe habe, meine Kinder abends überhaupt ins Bett zu bekommen, bevor ich selber schon am Einschlafen bin?
  • Muss ich erwähnen, dass ich dankbar bin, wenn KindNr. 2 bereits beim Sandmännchen wegpennt und ich so nur noch ein Kind durch das lange Prozedere des Zubettbringens leiten muss und muss ich erwähnen, dass mich das in meiner eigenen Erschöpftheit viel Nerven kostet?
  • Muss ich erwähnen, dass mich das alles als getrennt erziehendes Elternteil vermutlich demnächst erst recht an und über meine Grenzen bringen dürfte?

An dieser Stelle darf der werte Leser ein tiefes Seufzen meinerseits vernehmen. Ich bin dann einfach gegangen und habe mir mein Teil gedacht von dem Mann, der Karriere macht und eine teilzeitarbeitende Frau zu Hause für seine vermutlich recht braven Kinder hat.

 

P. S. Es ist 21 h. Hier schläft noch kein Kind. Sie haben den ganzen Tag bei der Hitze draußen verbracht, im Garten mit Wasser gespielt, Besuch gehabt. So viel zu dem Rat, ich solle meine Kinder schön müde machen. Ich habe hier einfach kleine Stehaufmännchen, die sich nicht so schnell ermüden lassen. Wtf…