Mein alter Blog

Hier findet Ihr nach und nach geistige Ergüsse aus meinem alten Blog, der nicht mehr existiert (Suchen lohnt sich also nicht). Hier werden vielleicht auch ein paar weitere Details gelüftet, aber teilweise musste ich die Texte auch überarbeiten und etwas verschlüsseln.

Have fun while reading…

Nr. 1:

Auf der Zielgeraden zum Burnout-Syndrom

Ursprünglich erschienen am 7. Juli 2014

Manchmal fühle ich mich einfach so am Ende, so erschöpft und wie ausgek*** und möchte einfach nur mal die Tür hinter mir zu machen  und einen ganzen Tag nur für mich sein.
Aber das mache ich nicht, statt dessen rappele ich mich gleich immer wieder hoch, irgendwie… .
Eine „gute“ Nacht mit vielleicht 6 Stunden Schlaf mit wenig Unterbrechungen. Etwas Sonnenschein. Ein Stück Schokolade. Was Mutti eben so glücklich macht. Kleinigkeiten, die Ansprüche sind extremst geschrumpft.
Zeit bleibt keine für:
– einen ordentlichen Haushalt. Hier regiert  das Chaos
– sich mal die Augenbrauen zupfen, den Intimbereich (hä?) rasieren oder gar zum Friseur zu gehen – für das Kopfhaar wohlgemerkt
– den Garten entwildern
– endlich die Steuererklärung machen
– einfach mal die Seele baumeln lassen
– sich mal nicht bei allem getrieben fühlen, als sei man auf der Flucht… Oder einfach mal Zeit für mich ganz alleine!!!
Überhaupt mal wieder etwas GANZ IN RUHE zu tun, muss das schön sein. Oder morgens ausschlafen und dann liegen bleiben, einfach so. Im Bett zu frühstücken, zu lesen, wieder einzuschlafen, ohne schlechtes Gewissen, weil man gerade nicht für die Kinder präsent ist.

Das ist alles JAHRE her!
Dazu die Unzufriedenheit im beruflichen wie auch privaten Bereich.
Dabei ist ja nicht alles schlecht, es gibt auch durchaus positives. Während sich viele Jung-Mütter beklagen, dass sie noch immer zu viele Kilos aus der letzten Schwangerschaft mit sich herumschleppen, hatte ich dieses Mal richtig Glück. Ich habe nicht nur mein ganz ursprüngliches Gewicht schnell wieder erlangt (also diese Fettplautze, die ich nun schon zu viele Jahre mit mir herumschleppe), nein: ich habe zusätzliche 5 Kilo verloren und somit wieder ein Gewicht wie mit Anfang 20. Nicht unbedingt die Figur, aber die „Schuld“ möchte ich gar nicht meinen Kindern in die Schuhe schieben, sondern eher der Erdanziehung und meinem fortgeschrittenem Alter – immerhin werde ich in weniger als 365 Tagen 40 Jahre alt. Trotzdem, DAMIT bin ich zufrieden. Ist doch mal etwas (und ich habe mir gleich ohne schlechtes Gewissen neue Hosen gekauft, weil die alten zu groß sind). Die Kunst besteht darin, dieses Wohlfühlgewicht zu halten, denn:

– Zeit für Sport ist nicht drin
– Zeit zum Essen auch oft nicht, was die Sache leichter macht

Unzufriedenheit im „Privaten“ wird verwundern. Der ein oder andere wird sich jetzt denken: „Wat jammert die Tante, die hat doch alles. Geht arbeiten, macht Karriere (haha) und der Mann wuppt den Laden und kümmert sich um die Kinder! Voll egoistisch ist das.“
Nun ja, ich gehe jetzt arbeiten, viel mehr, als mir ehrlich gesagt lieb ist, denn ich habe keine Teilzeitstelle, aber:
– ich weiß nicht, wie ich jetzt noch die Hausarbeit unterkriegen soll, die ich zuvor in meiner Elternzeit schon kaum geschafft habe.
Es regieren Chaos und Wollmäuse, und das regt mich auf.
Kommentare des Mannes, die mich gerade dann treffen, wenn ich mich vor Erschöpfung kaum noch vom Stuhl erheben kann, lauten so ähnlich wie: „Du musst das ja nicht machen!“
(Gerne auch: „Ich mach das schon!“ Meist warte ich darauf dann Jahre…).
Oder: „Ich weiß gar nicht, wieso Du wegen der Wäsche immer so jammerst, das dauert doch gerade mal ne halbe Minute, die in die Waschmaschine zu tun!“

Dass man sie vorher sortieren muss, später aufhängen (DAS macht er manchmal), abnehmen, wieder sortieren und in die Schränke legen muss, ja, sogar BÜGELN wird benötigt, und das alles für vier Personen inklusive Dienstkleidung wird gerne übersehen.
Leider bin ich nicht so cool, solche Kommentare runter zu schlucken oder gar in den Arbeitsstreik zu gehen. Bevor das Chaos zu groß wird, mache ich es dann doch selber. (Nur seine Wäsche habe ich nie gebügelt und werde ich auch nie bügeln).
Ich arbeite aber diesen Monat echt noch viel und bin sehr viel unterwegs, habe also kaum eine Chance, irgend etwas „auf Reihe“ zu kriegen.
Das alles kostet mich sehr viel Energie. Von den ganzen Baustellen im und am Haus mal abgesehen.
Mir fehlen nach wie vor die Handwerker.
Mir fehlt eine Putzhilfe, die ich bräuchte, auch damit der Hausfrieden etwas weniger schief hängt, aber gerade mit diesem Punkt tue ich mich schwer. Zu elitär, so schwer vorstellbar für mich, zu delegieren und Perfektionismus anderen zu überlassen.

Und wie ich denn so lange schlafen könnte, Sonntagsmorgens, bevor ich 8 Tage am Stück Dienst haben werde. Ja, ich habe es endlich mal wieder gewagt und habe mich morgens wieder hingelegt und – welch eine absolute Ausnahme, ich konnte sogar noch mal einschlafen und habe geschlafen bis irgendwas nach 9 h. Und kriege dann so einen Spruch. Witzigerweise habe ich das aber kommen sehen!
Ich könnte es runterschlucken, aber ich schreie es dann raus. Dass ich über so viele Monate kaum Schlaf bekommen habe, und die wenigen Stunden auch noch mit derart vielen Unterbrechungen, kaum eine halbe Stunde am Stück war drin, über MONATE. Dass ich manchmal zwar versucht habe, morgens noch mal einzuschlafen, nur für eine Stunde, das aber so gut wie nie gelungen ist. Dass ich trotzdem alles hier gemacht habe, was ich immer mache. Einen einigermaßen erträglichen Zustand zu bewahren, als Ordnung möchte ich diesen gar nicht bezeichnen. Dass ich nichts mehr für mich gemacht habe, bis auf ein Mal nie weg gegangen bin, also ohne Kinder.
Und ja, er bringt auch Opfer, aber ihn muss man loben dafür, denn er ist ein Mann.
Dass Frauen sich fast an den Rand des Zusammenbruchs bringen in dieser Situation, wird stillschweigend vorausgesetzt.

Liebe Mütter, kennt Ihr das? Stellt Ihr Euch auch manchmal vor, einfach das Haus zu verlassen und die nächste Nacht in einem ruhigen Hotel zu verbringen und erst am nächsten Vormittag zurück zu kehren? Frei nach dem Motto, „Leckt mich doch am Arsch, es geht auch ohne mich!“ ?
Oder noch besser, ihr seid Single, lebt in einer schön eingerichteten und vor allem ORDENTLICHEN Wohnung und könnt tun und lassen, was ihr wollt? Abends mal wieder lange aufbleiben, bis in die Puppen fern sehen (TV, was ist das???) und auf dem Sofa einschlafen!
Muss ich wegen dieser Gedanken jetzt auch noch ein schlechtes Gewissen haben?

Aber ich gehe nicht einfach, ich bin immer da, ich gehe immer ohne Umwege direkt nach Hause, um so viel wie möglich nur für meine Familie da zu sein. Damit das schlechte Gewissen in Schach gehalten wird, das ich derzeit habe, weil ich so unendlich viele Stunden im Dienst bin und ich mich manchmal frage, was ich dort eigentlich noch sinnvolles mache… Aber das ist ein anderer Beitrag… .

2 Kommentare

Na, ich will mal nicht hoffen, dass Du wirklich auf der Zielgeraden zum Burn out bist.

Wie alt sind Deine Kinder?

Gibts keine Unterstützung von dem Rest der Familie/ Großeltern?

Antwort

Meine Erschöpfung geht halt nicht mehr wirklich weg, ich bin insgesamt ziemlich alle. Zu lange Zeit ohne Pause für mich, ich meine, mal so richtig! Meine Kinder sind 3 Jahre und fast 1 Jahr. Seit der Geburt des 2. Kindes gab es für mich keine Pause mehr. Kinder, Haushalt, Vollzeitjob, … Probleme, Sorgen… das volle Programm halt! Irgendwie muss man da durch! Mein Mann unterstützt mich ja, meine Schwiegereltern nur, wenn man sie bittet. Und das tue ich kaum. Sie haben in der Zeit nach der Geburt, als ich kaum noch schlief, nicht ein Mal gefragt, ob sie mir nicht mal das Baby oder sogar beide Kinder für einen Spaziergang abnehmen können, damit ICH endlich mal einen Moment für mich habe, zum Schlafen oder so. Vom Rest ganz zu schweigen.

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