2 Jahre danach – mein Leben nach dem #Burnout

Der 5.03.2016 war ein Samstag. Ich war – wie so häufig an den Wochenenden – mit den Kindern alleine. Mir ging es schon seit Tagen so schlecht wie nie, jede kleine Bewegung stellte einen Kraftakt meines Körpers dar. Dieser zitterte und brummte schon seit Wochen, ich war selbst zum Sprechen zu schwach, mir war schwindelig und ich war unendlich müde – und eben komplett erschöpft. Atmen war schwierig, ich musste mich schon sehr darauf konzentrieren und als ich in der Küche stand, fing plötzlich mein linkes Bein wie verrückt an zu kribbeln – einfach so. Es war geradezu unheimlich. Ich konnte mich so nicht mehr um meine damals 4- und 2-jährigen Kinder kümmern. Ich konnte an diesem Samstag Anfang März einfach nicht mehr!

Ich rief die Großeltern meiner Kinder an, ob sie sofort kommen könnten. Ein Glück, dass sie da waren. Dann rief ich mir einen Krankenwagen.

Heute vor genau 2 Jahren also wurde mir durch den „richtigen“ Arzt in der Notaufnahme, der weitsichtig genug war zu erkennen, was mit mir los war, geholfen. Daran sind andere vor ihm gescheitert, denn mein Burnout kündigte sich locker fast ein Jahr lang an, immer wieder. Denn immer wieder ging es mir auf für mich unerklärliche Weise schlecht. Totaler Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Zittern, immer wieder Herzrasen und Schwindelgefühle waren dabei beliebte Krankheitssymptome. Schlafen konnte ich auch schon lange nicht mehr gut, selbst wenn die  Kinder endlich mal schliefen. Ich schlief so selten mehr als 5 Stunden, eher weniger. Tagsüber war an Schlaf auch nicht zu denken. Wenn ich die Zeit doch mal hatte, lag ich nur dort und fand keine Ruhe. Meine stetige innere Unruhe trieb mich quasi immer weiter an. Ich war ein einziges Nervenbündel, das zu plötzlichen Heulanfällen und Wutausbrüchen neigte.

Immer wieder hatte ich mich sehr krank gefühlt, hatte das Gefühl, mein Kreislauf würde zusammen brechen. Und immer wieder diese komischen Atemprobleme. All das löste Ängste über ernsthafte Erkrankungen in mir aus. Panikattacken bis hin zur Hyperventilationstetanie waren die Folge.

Heute vor 2 Jahren war ein Wendepunkt. 11 Monate lang nahm ich ein Antidepressivum mit angstlösender Wirkung. Bis heute besuche ich regelmäßig eine Psychotherapeutin. Im Dezember letzten  Jahres hatte ich einen kleinen Rückfall. Morgen werde ich meine letzte Tablette mit Johanniskraut nehmen, das ich seit dem zur Unterstützung eingenommen habe, um über den dunklen Winter zu kommen.

Es hat sich seit diesem Tag vor 2 Jahren viel in mir getan. Die Erkenntnis, dass Selbstaufopferung für meine Familie und auch für meinen Job niemals der richtige Weg sein kann, weil es mich fast umgebracht hätte, ist eine davon. Dass ich einst die falsche Partnerwahl begangen habe und mein jahrelanger Trennungswunsch umgesetzt werden musste, um wieder zu mir zu finden – auch im Sinne der gemeinsamen Kinder – die andere. Ich bin noch mittendrin in einem Prozess, der viel Kraft braucht, aber ich bin voller Hoffnung und schaue zumindest die meiste Zeit zuversichtlich auf die kommenden Veränderungen in meinem Leben. Es kann nur besser werden, wenn ich wieder mehr ich selber sein darf, was nicht heißt, dabei meine Kinder aus den Augen zu verlieren – im Gegenteil. Aber nichts ist so schädlich wie das Verleugnen eigener Bedürfnisse. Ich bin jetzt wieder mehr bei mir, doch noch fehlt mir gerade für vieles die Motivation, ich denke und reflektiere zwar wie verrückt, aber es hilft mir, meine Themen zu bearbeiten. Ein großes Thema ist Schuld, selbstauferlegte oder von außen angenommene. Auch mein Selbstwertgefühl könnte besser sein. In vielen Punkten werde ich auch noch immer gerne getriggert und provoziert und es fehlt mir die nötige Portion Gelassenheit und „mir-doch-egal-Einstellung“, um besser damit umgehen zu können.

„Warum schreibt sie nur schon wieder vom gleichen Thema?“, wird sich der ein oder andere vielleicht fragen. Nun, mein Blogeintrag „Wenn Mama nicht mehr kann“ ist der mit Abstand am meisten geklickte Beitrag auf meinem Blog, dicht gefolgt von einem Nachfolge-Beitrag zum Thema. Auf diese Beiträge kommen die (vermutlich in erster Linie) Leserinnen durch Suchbegriffe wie Mütter, Erschöpfung, Kinder, Beruf, Vereinbarkeit oder auch schlicht Mama kann nicht mehr. Das zeigt mir, wie wichtig es wäre, dieser Problematik der erschöpften Mütter in der Öffentlichkeit mehr Beachtung zu schenken.

Übrigens: der dritthäufigste gelesene Beitrag auf meinem Blog ist dieser hier und bei den Suchbegriffe steht ganz klar im Vordergrund, warum Männer nicht aufräumen können oder die Frauen im Haushalt zu wenig unterstützt werden. Sogar die Frage danach, wie die Herren der Schöpfung das erlernen könnten oder wie man sie dazu bringt, mehr von sich aus zu tun, ist Anlass, die Suchmaschine zu aktivieren. Als wenn mir das nicht bekannt vorkäme… . Ich behaupte mal ganz frech, dass der Burnout der Mütter und zu wenig Unterstützung seitens der Väter irgendwie korrelieren – sofern Väter überhaupt nennenswert vorhanden sind. Ansonsten versteht sich der entstehende Zusammenhang wohl von selbst.

In diesem Sinne: achtet auf Euch und vergesst Euch bloß nicht selbst. Denn nur eine glückliche und zufriedene Mutter hat die reelle Chance, eine gute Mutter zu sein! 

 

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Die kleine Schnecke – eine Art Metapher

Es war einmal eine kleine Schnecke, die oft traurig war, weil niemand sie zu verstehen schien. Die Welt um sie herum erschien ihr oft viel zu groß und zu laut und sie fand sich nur schwer darin zurecht.

Schneckenhaus, Schnecke

(Bild: pixabay.com)

Wieder einmal saß sie in ihrem Häuschen, die kleine Schnecke. Ganz alleine und einsam. So oft schon streckte sie ihre zarten Schneckenfühler nach draußen, ganz zaghaft und vorsichtig, um nur erneut einen auf ihre empfindlichen Antennen zu bekommen. Sie konnte es nicht leiden, wie sich manche einen Spaß daraus machten, ihr auf die Äuglein zu tippen. Das tat so weh, aber keiner schien das zu verstehen. Dazu dann diese unsäglichen Schneckenrennen, da wollte sie einfach nicht mehr mitmachen. Was dachten sich die Kinder eigentlich bei diesem blöden Spiel? Und erst die anderen Schnecken mit ihrem Gehabe, wollten immer die schnellsten und besten Schnecken sein und anderen ihren Willen aufzwingen. Was immer die kleine Schnecke auch tat, in den Augen vieler Schnecken machte sie doch bloß immer alles falsch. Selten hörte sie ein liebes, wohlgesonnenes Wort oder gar ein Wort des Lobes und der Anerkennung. Dabei wollte sie nur ein klein wenig Verständnis dafür, dass sie eben nicht alles genauso machte wie die anderen. Ein bißchen kleiner, ein bißchen empfindsamer zu sein als diese Rennschnecken, war das wirklich so verkehrt? Sie wollte die Dinge endlich auch mal auf ihre Weise tun, ohne dafür nur kritisiert zu werden.

Irgendwann hatte sie einfach genug von all dem Schmerz und der Enttäuschung. „Ich bleibe jetzt für immer in meinem Haus und komme nicht mehr raus!“ sagt sie sich. Und so saß sie da und hatte es ganz dunkel um sich herum, gemütlich und warm. Nach einiger Zeit spürte sie auch den Hunger nicht mehr so sehr. So war es gut. Niemand da, der sie ärgern oder wütend machen konnte. Niemand, der ihre Bedürfnisse abtat, als dürfte es diese nicht geben. Und niemand, der sie beobachtete und ihren Weg zu kontrollieren versuchte. Hier in ihrem Schneckenhaus konnte sie ganz sie selbst sein. Hier fühlte sie sich geborgen und sicher.

Und was konnte sie dafür, dass sie so eine verletzliche Seite hatte und so eine sensible Schnecke war? All die Verletzungen in ihrem Leben hatten sich angehäuft, aufgetürmt zu schier unüberwindbaren Bergen und taten zu oft weh. Es war ja auch niemand da, der sie verstand oder gar fühlte wie sie. Das gab ihr immer wieder das Gefühl, anders zu sein, falsch und verkehrt in dieser viel zu großen, schnellen Welt. Sie konnte und wollte da nicht mithalten oder werden wie die anderen.

Schnecken, Liebe, Tier, Fühler

(Bild: pixabay.com)

Doch eines Tages hatte die kleine Schnecke genug von all der Dunkelheit und dem Eingegrabensein in sich selbst. Vorsichtig lugte sie aus ihrem Haus hervor, erst mit dem einen Auge, dann mit dem anderen. Schließlich zog sie mutig ihren ganzen Körper nach draußen und blinzelte in die Sonne. Was für ein herrlicher Frühlingstag sie da erwartete, der Duft war betörend und erinnerte sie an frühere Zeiten, als sie noch eine junge, hoffnungsvoll gestimmte Schnecke war. Sie schaute sich ein wenig um und sah plötzlich, nur wenige Schneckenmeter von sich entfernt, eine andere Schnecke. Die sah ihr sogar ähnlich, wirkte so erstaunlich vertraut. Die kleine Schnecke gab sich einen Ruck, doch dann zögerte sie. Die andere Schnecke hatte sie gesehen, schaute zu ihr herüber und lächelte. Was für ein unglaubliches Schneckenlächeln! Die Fühler in die Richtung der kleinen Schnecke gestreckt, bewegte sich diese Schnecke ein winziges Stück weiter. „Hab keine Angst“, sagte die kleine Schnecke zu sich, „sie scheint Dir ganz ähnlich zu sein. Sie ist eine von Dir!“ Beide Schnecken rutschten nun langsam und vorsichtig aufeinander zu. Die kleine Schnecke zögerte immer wieder, aber das Lächeln der anderen animierte sie, weiterzuziehen, es schien ihr so vertraut. Und dann, nach einer kleinen Ewigkeit, standen sie direkt voreinander.

„Wir kennen uns doch von irgendwo her“, sagte die anderen Schnecke und lächelte wieder. – „Ich…ich w..weiß nicht“, antwortete die kleine Schnecke zögerlich. – „Doch, ich hab Dich schon mal gesehen! In meinem Traum. Das warst genau Du. Und Du sahst so anmutig aus mit Deinen langen großen Augen und dem Häuschen auf Deinem Rücken. Ist es sehr schwer?“„Es geht, gerade kommt es mir irgendwie leicht vor. Mh, Du kommst mir auch bekannt vor.“ 

„Sag, wo warst du so lange?“, fragte die andere Schnecke. – „Ich war in meinem Haus, traurig und verunsichert.“ – „Oh, das tut mir leid. Aber jetzt, wo wir uns endlich gefunden haben, könnten wir doch den Weg gemeinsam fortsetzen. Schau, da hinten sind die schönsten Salatblättet, die Du Dir nur vorstellen kannst.“ – „Ok. Ähm, warte!“ – „Ja?“ Die andere Schnecke schaute die kleine Schnecke liebevoll an. – „Ich habe etwas Angst. Man hat mir oft weh getan.“ – „Ja, ich weiß. Ich kenne das Gefühl zu gut. Und viele andere Gefühle auch. Bitte glaube und vertrau‘ mir, ich will Dir nichts Böses. Jetzt sind wir doch zu zweit und können uns gegenseitig Halt geben. Hab keine Angst mehr.“

Nun lächelte auch die kleine Schnecke immer mehr, aber dann fiel ihr noch etwas ein: „Es könnte sein, dass ich von Zeit zu Zeit wieder mehr Angst bekomme und mich dann in mein Schneckenhaus zurückziehe. Manchmal fühle ich mich vielleicht verletzt, obwohl Du mir ja gar nichts Böses wolltest. Ich bin einfach oft traurig, weißt Du.“ –

„Bitte mach‘ Dir nicht so viele Gedanken darüber. Du bist so eine unglaublich tolle Schnecke und ich passe von nun an auf Dich auf! Alles wird gut und wir werden auch die schweren Zeiten gemeinsam überstehen“, antwortete die andere Schnecke. Dass sie selber manchmal ein wenig Angst hatte, erwähnte sie lieber nicht.

Und so zogen beide Schnecken glücklich miteinander durch das Gras und erzählten sich aus ihrem Leben, erzählten von ihren Träumen und Hoffnungen und stellten immer wieder fest, wie ähnlich sie sich doch waren. Und das war gut so!

Und dann war die kleine Schnecke plötzlich ganz mutig und sagte, „Du, ich würde gern mal ans Meer. Meinst Du, wir könnten vielleicht zusammen…?“

Schnecken Schneckenhaus Schneckenhäuser Sc

(Bild: pixabay.com)

Hab keine Angst – Songtext

Vor einem Dreivierteljahr habe ich zufällig die Musik von Philipp Poisel für mich entdeckt. Da ich nicht wirklich immer up to date bin, was Musik angeht, hinke ich oft schon mal in der Aktualität hinterher. Allerdings interessiere ich mich generell nicht so sehr für die aktuellen Charts.

Das Projekt Seerosenteich ging schon 2012 live über die Bühnen. Die zwei CDs dazu sind für mich einfach weltklasse gut, wunderbar arrangiert -sogar mit Streichquartett. Ich mag die Musik, ich mag vor allem aber auch die Texte von Poisel. Er berührt damit meine melancholische Seele. Hier ein weiterer:

HAB KEINE ANGST (Lied von Philipp Poisel)

Hab keine Angst vor morgen
Hab keine Angst vor dir
Mach dir nur keine Sorgen
Ich schlafe neben dir
Heut Nacht

Lass mich rein
Lass mich rein
Lass mich rein
Lass mich rein

Bevor ich noch erfriere

Lass es sein
Lass es sein
Lass es sein
Lass es sein

Muss nicht sein
Dass ich das kapiere

Weine
Weine
Weine
Weine

Soviel und solange du willst

Wenn du brauchst
Lass ich dich auch alleine
Bis der Schnee auf den Gehwegen schmilzt
Ich verjage alle Geister
Und die Dämonen schick ich fort
Leg den Kopf an meine Schulter
Es ist der weltsicherste Ort

Hab keine Angst vor morgen
Hab keine Angst vor dir
Mach dir nur keine Sorgen
Ich schlafe neben dir
Heut Nacht

Weine
Weine
Weine
Weine

Soviel und solange du willst

Es gibt
Keine
Keine
Keine
Keine

Regeln
Bis der Schnee schmilzt
Ich verjage alle Geister
Und die Dämonen schick ich fort
Leg den Kopf an meine Schulter
Es ist der weltsicherste Ort

Hab keine Angst vor morgen
Hab keine Angst vor dir
Mach dir nur keine Sorgen
Ich schlafe neben dir
Heut Nacht

Die Patchwork-Familie – nicht nur ein Modell der Zukunft

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So bunt wie manchmal das (Familien-)Leben: eine Patchworkdecke (Bild: pixaby.com)

 

Patchwork, dieser Begriff erinnerte zumindest in früheren Zeiten in erster Linie an die aus bunten Flicken („patches“) zusammengenähten Decken. Ich hatte als Kind auch eine, die meine Omi mir aus den verschiedensten Wollresten zusammen gehandwerkelt hatte (Stricken und Häkeln, Sie erinnern sich vielleicht).

Heute verbinden wir mit dem Begriff Patchwork eher eine bunt zusammengewürftelte Form von Familie. Hierbei gibt es die unterschiedlichen Konstellationen. In diesem Zusammenhang gibt es auch den Begriff Regenbogenfamilie, den man verwendet, wenn ein homosexuelles Paar Kinder groß zieht, was ich aber gerade nur am Rande erwähnen möchte.

Solche Familienmodelle sind nicht so ganz neu, nur gab es früher keinen so modern klingenden Begriff dafür. Wenn wir in der jüngere Geschichte zurückgehen, so vermute ich, dass vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg einige Patchworkfamilien entstanden. In einer Zeit, wo der leibliche Vater der Kinder gar nicht oder erst sehr spät aus dem Krieg zurückkehrte, die Frau aber in der Zwischenzeit einen neuen „Ernährer“ für die Kinder gefunden hatte und/ oder sich schlicht neu verliebte, dürfte patchworken nicht unüblich gewesen sein. Aber auch in den Jahrzehnten danach, wo ein noch viel traditionelleres Familienmodell gelebt wurde, gab es hier und da Frauen mit Kindern von verschiedenen Väter, neuen Partnern und ähnlichem. Dies kam in früheren Jahrzehten vermutlich noch eher einem Skandal gleich als im neuen Jahrtausend. Und erinnern wir uns, war nicht schon zu Märchens Zeiten, wo so häufig eine bösen Stiefmutter erwähnt wurde, somit nicht auch von Patchwork-Familien die Rede? Wie viele Frauen starben früher noch bei der Geburt oder kurz danach und der Vater meist zahlreicher Kinder brauchte schon aus Gründen der Versorgung eine neue Frau im Haus. Alles im Prinzip Patchwork.

Patchwork gibt es täglich um uns herum

Als ich mich aus gegebenem Anlass vor einigen Monaten über das Thema mit meiner Mutter unterhielt, nannte sie mir ein paar Beispiele aus dem Dorf, in dem ich groß geworden bin. Ich selber wusste es von den erwähnten Familien gar nicht, vielleicht auch, weil die Kinder etwas älter waren als ich. Es gab also auch schon in den 60er- und 70er Jahren z. B. Frauen, die mit eigenen Kindern geschieden wurden und dann einen neuen Partner fanden, der ebenfalls Kinder in die neue Ehe mitbrachte. Auch ein weiteres, gemeinsames Kind war üblich. Ich selber hatte kaum Scheidungskinder in meiner Grundschulklasse – zumindest nicht zu der Zeit, als wir Dorfkinder alle noch gemeinsam die Schulbank drückten. Unbekannt war es mir aber schon damals nicht, dass Eltern sich trennten. Ich hatte auch einen Mitschüler, der alleine mit seinem Vater aufwuchs – sicher bis heute eine Seltenheit – und später noch einen Halbbruder bekam, als sein Vater eine neue Partnerin hatte. Und ein kurzzeitig als Freundin erlebtes Mädchen aus der Klasse unter mir war die Tochter aus zweiter Ehe, ihr Halbbruder ist bis heute bester Freund meines Bruders.

Waren Ehen „damals“ scheinbar stabiler und langlebiger – und wenn ja, warum?

Frauen begaben sich bzw. blieben damals eher in der Abhängigkeit zu einem Mann, mussten es oft zwangsläufig und trennten sich nicht so schnell wie heute. Hier spielten sicher nicht nur alte Rollenvorstellungen mit hinein, sondern vor allem finanzielle Gründe. Frauen gingen seltener einer Erwerbstätigkeit nach und wenn, dann mit weniger Stunden und weniger Verdienst. Nun gut, das ist auch heute noch ein Thema und stürzt viele Frauen nach einer (gewollten oder ungewollten) Trennung in große finanzielle Nöte.

Ich kann nur spekulieren, wie viele Paare früher unglücklich nebeneinander herlebten, um den Status Quo zu wahren, den Schein von einer heilen Familie und um finanziell über die Runden zu kommen. Ich möchte nicht wissen, wie belastend es für Frauen war, sich Männern zu fügen, die sie schlecht behandelten oder gar schlugen – oder mit denen sie nach einiger Zeit einfach nicht mehr glücklich waren. Aber sie blieben öfter, auch wegen der Kinder. Manche warteten, bis die diese aus dem Gröbsten raus oder aus dem Haus waren. Manche warteten einfach bis zum Tod, entweder ihres eigenen oder dem des Partners. Als Frau ein selbstständigens, eigenes Leben auf die Füße zu stellen, war schlicht weniger verbreitet und angesagt.

Moderne Zeiten

Vielleicht erwarten gerade wir Frauen heute mehr von unserem Leben und sind daher bereit, eher auch den Schritt der Trennung zu gehen, wenn wir sehr unglücklich und unzufrieden sind. Ich habe einige Frauen, allesamt Mütter, um mich herum erlebt, die sich getrennt haben. Erstaunlich oft geht die Trennung heutzutage tatsächlich von den Frauen aus und nicht von den Männern. Wenn letztere nicht gerade eine Affäre beginnen und an dieser Frau „hängenbleiben“, dann verharren Männer scheinbar viel länger in einer unbefriedigenden Paarsituation. Ist oftmals auch viel bequemer. Selbst wenn die Beziehung an allen Ecken und Enden hakt, es ist immer noch jemand da für… die Wäsche oder so.

Aber zurück zum patchworken. Das passiert. Und meiner Meinung nach ist es nicht immer die schlechteste Variante für ein gutes Zusammenleben. Wenn in der Ursprungsfamilie und zwischen den Eltern nur noch „dicke Luft“ herrscht und somit ein Miteinander, ein Fairplay im Team nicht mehr möglich ist, sollten sich die Mannschaften besser trennen. Kinder profitieren von einer getrennten Lösung dann mehr als von einer zwanghaft aufrecht erhaltenden Beziehung, die mindestens einen der Beteiligten krank macht.

Beispiele aus dem Leben gegriffen

  • Eine Freundin von mir verlor vor nun 5 Jahren ihren Ehemann nach kurzer, schwerer Krankheit. Ihre Kinder waren damals knapp 4 und 2 Jahre alt. Zwei Jahre später begann sie ihre neue Beziehung zu einem (zufällig) 10 Jahre jüngeren Mann. In 4 Wochen ist Geburtstermin für ihr gemeinsames Kind. Sie befindet sich im 43. Lebensjahr. Und ich find’s einfach nur klasse. Sie war übrigens zuvor auch nicht glücklich in ihrer „Versorgerehe“, aber sie hätte den Mann nie verlassen. Das Schicksal hat, wenn auch unschön, aber doch eingegriffen. Sie sagt, ihre Lebensqualität in der neuen, glücklichen Beziehung sei um ein vielfaches höher als zuvor.

 

  • Ein Kollege ist mit einer um ein paar Jahre älteren Frau zusammen, sie hat bereits zwei Söhne aus erster Ehe. Er könnte sich durchaus ein gemeinsames Kind vorstellen. Ein paar Jahre gibt ihnen die biologische TicTac-Uhr da sicher noch.

 

  • Eine andere Freundin wurde früh Mutter, wurde früh geschieden. Die Beziehung danach scheitererte letztes Jahr nach mehreren Jahren. Jetzt ist sie glücklich liiert mit einem Mann, der ebenfalls schon ein Kind hat. Ein gemeinsames Kind ist sicher eine Option, beide sind noch recht jung und können sich da schlicht noch Zeit lassen.

 

  • Ein anderer Kollege heiratete eine Frau mit 3 Kindern, die Zwillinge waren gerade ein paar Monate alt, der älteste Sohn 4, als sie zusammen kamen. Sie hatte ihren betrügerischen Ex-Ehemann kurzerhand vor die Tür gesetzt. Respekt, dies in der Situation mit den kleinen Kindern durchzuziehen. Dass der Kollege und sie nun auch in Scheidung leben, ist eben ein weiterer Beweis dafür, wie das Leben spielen kann. Immerhin waren sie 15 Jahre zusammen. Er hätte gerne noch ein eigenes Kind gehabt, doch sie hatte sich damals bei der Geburt der Zwillinge sterilisieren lassen, somit war das Thema erledigt.

 

  • Ich selber kann mich mit einem Patchwork-Modell gut anfreunden, denn ich habe einfach Bock auf ein glückliches und erfülltes und auch buntes Leben. Ich sehe den Bonuspapa als Bereicherung für meine Kinder, eine Bonusmama soll es ruhig auch geben und ich hoffe, sie ist dann auch echt in Ordnung. Manchmal hängen da sogar noch Bonusgroßeltern mit dran. Davon haben Kinder doch allemal mehr als von einer unglücklichen Vater-Mutter-Kind-Situation. Halbgeschwister sind beim Vater sicher noch eher möglich als bei mir. Aber selbst ich bin alles andere als abgeneigt und habe mit dem Thema noch nicht ganz abgeschlossen.

 

Ist es nicht so, dass ein ganzes Dorf die Kinder groß ziehen sollte, statt nur wenige Einzelpersonen? Wenn eine Trennung vernünftig und ohne wild ausgelebte Fehden von Statten geht, wenn es den getrennten Partnern damit (irgendwann) besser geht, geht es auch den Kindern gut damit. Ich bin aber generell ein offener Mensch und nicht so sehr an Muster gebunden (so nach dem Muster, war schon immer so, muss auch immer so sein). Ich bin selber Scheidungskind. Auch wenn das damals auch nicht ohne Dramatik ablief, so sehe ich heute, dass es letztlich keine andere Lösung gab und wir damit gut klar gekommen sind. Es ist immer auch die Frage, wie eine Trennung angegangen und vollzogen wird, damit die Kinder damit gut leben können. Das ist zumindest meine Meinung.

Langsam (Songtext von Silbermond)

Langsam (Silbermond)

Ich will noch nicht gehn
Doch das Licht kommt schon durchs Fenster
Manche Tage sind so zäh wie Leim
Nur sowas schönes hier
Läuft 100 Meter in Bestzeit
Kannst du mich noch einmal in den Arm nehm‘
noch einmal in den Arm nehm‘
Zieh mich so nah wie’s geht zu dir
Und dann drehn wir uns langsam
gegen die Uhr der Zeit
Langsam
Wir klinken uns aus
und fallen Langsam
Denn wir wissen, die Welt
holt uns schnell genug ein
Also Langsam
Ich liebe uns beide
Hier im verkehrten Zeitraffer
Wie du mich küsst
in Zeitlupe küsst

Kannst du mich noch einmal in den Arm nehm‘
noch einmal in den Arm nehm‘
Zieh mich noch näher zu dir
Und dann drehn wir uns langsam
gegen die Uhr der Zeit
Langsam
Wir klinken uns aus
und fallen
Langsam
Denn wir wissen, die Welt
holt uns schnell genug ein
Also Langsam
Bei geschlossenen Augen
und meine Hand in deiner
Wir drehn die Uhr zurück auf Anfang
Langsam
Langsam
Langsam
Und dann drehn wir uns
langsam
Gegen die Uhr der Zeit
Wir klinken uns aus
und fallen
Langsam
Gegen die Uhr
wir fallen
Langsam
Langsam
Wir wolln‘ noch nicht gehn
Also Langsam

Heute danke ich einfach mal mir – und den anderen fleißigen Müttern

Vorsicht: Dieser Text kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten!

Liebe Mütter,

ich wünsche, Frohe Weihnachten gehabt zu haben.Ich hoffe, Ihr habt all die Strapazen, die mit den Vorbereitungen und Ausführungen des Festes für Euch einhergingen, gut überstanden. Und ich danke all den Männern und Vätern, die ihren Frauen dabei tatsächlich tatkräftig unsterstützt haben! Soll es ja geben.

Weihnachten, das Fest, welches vor allem uns Frauen und Müttern alljährlich die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Manchmal ist es sogar mehr. In meinem Fall klappte ich vor zwei Wochen zusammen. Die Erschöpfungsdepression (Neudeutsch: Burnout) versuchte einen zweiten Anlauf. Ich hatte unschöne Symptome, die ich schon von vor zwei Jahren kenne. Aber keine Sorge, ich nehme jetzt Johanniskraut und bin nach ein paar wenigen Tagen, an denen ich mir jeweils mehr Ruhe und sogar etwas mehr Schlaf als sonst gönnte, wieder auf den Beinen. Letztlich war es ein über Monate anhaltender, zu extremer Schlafmangel und ein enormer Druck in vielen Bereichen meines Lebens. Neben meinen privaten Problemen, die mich seelisch sehr belasten, war es auch die Vereinbarkeit von Job, Familie und Haushalt. Wieder einmal. Denn neben meinem Job als Orchestermusikerin musste ich auch das Weihnachtsfest vorbereiten. Und dafür möchte ich mir heute einfach mal danken. Mir ganz alleine. Und ich bin auch die einzige, die Danke zu mir sagt. Denn niemand sonst aus meinem nächsten Umfeld (sprich: Vater meiner Kinder und seine Eltern. Die Kinder sowieso nicht, die sind auch noch zu klein dazu) ist auch nur ein klitzekleines „Danke“ oder gar „gut gemacht“ über die Lippen gekommen,  noch nicht mal annähernd.

Was wir Mütter leisten, wird als selbstverständlich angesehen

Und wenn wir es mal nicht mehr leisten können, werden wir unter Umständen auch noch dafür kritisiert. Dann waren wir wohl schlecht organisiert, faul oder machen sonst etwas falsch in unserem Leben.

Obwohl ich noch mit dem Vater der Kinder unter einem Dach lebe, hat er sich dieses Jahr bei den Vorbereitungen besonders herausgehalten. Lediglich das Festessen am zweiten Feiertage ging auf seine Kappe. Natürlich könnte man ihm die Füße dafür küssen, denn er ist ja ein Mann und hat schier unglaubliches damit geleistet. Und er hat den Baum ins Wohnzimmer geschleppt. Aber hätte ich mich auf ihn verlassen wie er sich auf mich, hätten die Kinder am Heiligabend keinen Besuch vom Weihnachtsmann bekommen und wären leer ausgegangen. Denn wir Großen wissen es längst: die Geschenke besorgen die Eltern. Also meistens die Mütter. Ich habe das also in völliger Eigenregie gemacht. Habe Ideen gesammelt, ausführlich geschaut, Angebote verglichen, eingekauft oder bestellt, Pakete geschleppt, entpackt, teilweise wieder verpackt und was eben so dazu gehört. Ich konnte den Vater noch nötigen, am 23.12. die Spielküche für KindNr. 2 zusammen zu bauen, bekam jedoch zu hören, dass das doch jetzt sehr kurzfristig wäre, ich hätte ihm eher Bescheid sagen sollen. In Gedanken schlug ich kurz meine Stirn auf die Tischplatte und sagte ihm, dass ich ihn seit 3 Tagen um Hilfe diesbezüglich bitten würde. Unerwähnt ließ ich, dass der Karton mit der Spielküche bereits seit 2 Monaten im Keller liegt und er das irgendwie mitgekriegt haben müsste. War eigentlich kein Geheimnis, dass ich die kaufen gefahren bin. Noch irgendwelche Fragen?

Ich habe drei Tage am Stück gerödelt – ohne Pause und bis spät abends. Habe die Wohnräume – soweit ich konnte – gesäubert, aufgeräumt, zwischendurch Weihnachtsfeiern besucht, Pakete gepackt, eingekauft, den wunderschönen Weihnachtsbaum akribisch geschmückt, an Heiligabend das Essen bereitet und nebenher die Kinder betreut. Der mir wieder einmal wunderbar gelungene Weihnachtsbaum wurde von den Erwachsenen genau so wenig gewürdigt wie die tollen Geschenke für die Kinder. Warum auch? Es wurde auch im Vorfeld nie gefragt, ob und was sie zu erwarten hätten. Das nenne ich mal Ignoranz vom Kindsvater (und genau genommen auch von dessen Eltern).

Und deswegen danke ich heute mal nur mir, dass ich das alles geschafft habe und meine Kinder glücklich machen konnte. Ich danke mir für ein weiteres Jahr voller Haus- und Versorgungsarbeit und vor allem für den ganzen, wirklich nicht unerheblichen Organisationsaufwand, den ich als Managerin meines Familienunternehmens leiste – neben meiner beruflichen Tätigkeit, welche in dieser Hinsicht auch noch einiges von mir abverlangt. Arbeit rund um Haus und Familie, die nicht nur unbezahlt, sondern auch ungelobt bleibt. Anerkennung seit Jahre gleich Null. Ich bin eben Mutter, es ist meine verdammte Pflicht, mich aufzuopfern, wenn es sein muss bis zur Erschöpfung (siehe oben). Dass ich eine Woche vor Weihnachten noch nicht einmal wusste, ob ich das Fest überhaupt in der Form schaffen könnte, so schlecht wie es mir da ging, war nie auch nur ein Wort wert. Das kann schon frustrieren und traurig machen.

Und ich danke Euch da draußen, Ihr fleißigen Mütter (und manchmal auch Väter). Ihr managt und organisiert wie verrückt ohne Rücksicht auf Eure Gesundheit und schafft es immer wieder, auch wenn Ihr manchmal – so wie ich – denkt, es geht nicht mehr. Aber bitte passt auf Euch auf! Denn aus Erfahrung weiß ich, dass es irgendwann wirklich nicht mehr geht, wenn Ihr Eure Grenzen zu oft und zu sehr überschreitet!

Alles Gute!

Keine Gefühle ist auch keine Lösung. Über die Liebe

Oder: Warum wir die Liebe brauchen und die Liebe uns.

Manchmal, wenn der Schmerz der Sehnsucht und des Vermissens zu unerträglich wird, weiß ich einfach nicht mehr, wovon ich noch träumen soll. Dabei habe ich lange nicht alles erreicht. Viel zwar schon, für manchen Außenstehenden sogar scheinbar alles, aber wer weiß schon, wie es wirklich in mir drinnen aussieht? Da ist diese immer wiederkehrende Leere, manchmal sogar Hoffnungslosigkeit, obwohl ich doch vieles positiv zu sehen versuche. An manchen Tagen liegt die Zukunft nur wage im Nebel.

Wenn der Schmerz mich wieder zu sehr übermannt, versuche ich einfach, gar nichts mehr zu fühlen – nur für den Moment. Und versage mir in diesem einen Moment, alle meine Träume zu träumen. Einfach von nichts mehr zu träumen, was mich umtreibt, beschäftigt, was ich zu gerne Wirklichkeit werden lassen würde, aber was nicht sein kann. Noch nicht. Vielleicht nie. Träumen verboten! Hoffen auch! Das große Glück zum Greifen nah und im nächsten Moment wieder unerreichbar fern. Was ist Glück überhaupt? Und wieviel darf man davon für sich selbst beanspruchen, was darf man erwarten, was sich gar nehmen? Muss es alles sein, oder reicht das kleine Glück. Bin ich einfach nur nicht bescheiden genug, dass ich immer (gleich) alles will?

Dieses eine Leben, das wir nur haben, es muss gut sein. Das erzeugt Druck. Auch Ungeduld, vor allem, wenn man sich bereits in der Mitte des Lebens befindet und die Sehnsucht riesengroß ist. Weil man nun sieht, wie es überhaupt richtig gut sein kann. Zum ersten Mal diese Ahnung davon, wie schön das Leben sein könnte, wenn… . Wie schön das Leben hätte sein können!

Erwarte ich also zu viel, verlange ich gar Unmögliches von meinem Schicksal? Sind meine Wünsche an das Universum zu unrealistisch? Dabei ist das Schicksal erst in jüngster Zeit so unglaublich gut zu mir gewesen. Es hat mir in einer Zeit der Hoffnungslosigkeit und Aussichtslosigkeit ein Zeichen gesandt. Und ich las es erst heute auf einem anderen Blog, diesen einen Satz, „Pfeiff‘ auf die erste große Liebe….Auf die letzte große Liebe kommt es an!“ (Nachzulesen in einem tollen Beitrag über die Liebe hier). Das ist so wahr, genauso wie die Aussage, dass man zur Liebe bereit sein und sich nicht aus Einsamkeit dazu verleiten lassen sollte. Das sind Fehler meiner Vergangenheit, die nur schwer wieder gerade biegen zu sind. Die Wunden sind groß und Narben werden bleiben, so oder so. Und doch muss ich lernen, das Vergangene vom Heute zu trennen – und (m)einen neuen Weg völlig unbedarft zu gehen. Das ist so schwer.

Ich bin bereit, bereit für die letzte große Liebe, für ein „für immer“. Endlich fühle ich dieses „Das ist der, mit dem ich alt werden will“. Zum allerersten Mal in meinem Leben. Ein erhabenes Gefühl. Ich bin dankbar für Engel und Schicksal. Ich bin dankbar. Dankbar für zwei gesunde Kinder und für meine gut bezahlte, feste Stelle. Das schöne (renovierungsbedürftige) alte Haus. Für vieles in meinem Leben habe ich hart gearbeitet und dafür auf anderes verzichtet. Denn natürlich ist mir bewusst, dass ich nicht alles haben kann. Was mehr darf ich also noch erwarten? Das alles so bleibt, schwere Schicksalsschläge ausbleiben, sollte mir doch gefälligst genügen. Bescheidenheit ist angesagt. Aber ich wollte schon immer ein klein wenig mehr. Und niemals Stillstand, gar Rückschritt akzeptieren.

Eine gute Partnerschaft, ein harmonisches Familienleben, danach sehne ich mich schon so lange. Denn ich war jahrelang schlicht „zweisam einsam“! Diese Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Verständnis, gegenseitiger Wertschätzung, dieses „Ein-Team-Sein“, gemeinsame Ziele verfolgen und reden können und noch so einiges mehr, alles basierend auf einer tiefen, innigen und aufrichtigen Liebe füreinander – den starken Wunsch danach hatte ich letzten Endes aufgegeben und verdrängt. Bis er wieder spürbar wurde, weil ich wieder etwas spüren konnte. Weil ich wieder Gefühle zulassen konnte. Weil ich es mir wieder Wert bin. Und damit wurde so vieles in mir wieder zu neuem Leben erweckt. Nicht zuletzt auch die Hoffnung. Und die mag ich einfach nicht begraben. Nein, nein, nein!

Manchmal braucht es den totalen Zusammenbruch , damit sich wirklich etwas ändern kann. Auch das vermeintlich Schlimme hat seine guten Seiten. Also schaue ich nach vorne, nicht mehr zurück. Ich gehe gestärkt, ja, so stark wie seit vielen Jahren nicht mehr meinen Weg! Ich bin wachsam und gewappnet. Und ich bin dankbar!