„Liebe meines Lebens“ – Songtext

„Liebe meines Lebens“ (Songtext – Philipp Poisel)

Alles was ich weiß, weiß ich von dir,
alles was ich habe, hab‘ ich von dir,
alles was ich liebe, hat mit dir zu tun,
und so lang ich lebe, wird mein Herz nicht ruhn,
und so wird es immer bleiben,
du kannst gar nichts dagegen tun,

weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines lieben Lebens bist,

alles was ich tue, gestern heut‘ und hier,
soll doch nur ein Umweg sein, auf meinem Weg zu dir,
alles was ich tue, hat nur einen Sinn,
dass ich am Ende meines Lebens endlich bei dir bin,
und so wird es immer bleiben,
du kannst gar nichts dagegen tun,

weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines lieben Lebens bist,

und selbst wenn ich dich nie kriege,
dann wird eines für immer sein,
der Schmerz in meinem Herzen,
mein Leben ohne dich gewesen zu sein

und so wird es immer bleiben,
du kannst gar nichts dagegen tun,

weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines Lebens bist,
weil du die Liebe meines lieben Lebens bist,

weil du die Liebe meines Lebens,
weil du die Liebe meines Lebens,
weil du die Liebe meines Lebens,
weil du die Liebe meines Lebens bist.

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„Halt mich“ – Songtext

„Halt mich“ (Songtext – Philipp Poisel)

Die Eisenbahn
fährt durch unbekanntes Land,

vorbei an gold’nen Feldern,
tiefen Flüssen und zum Strand.

Der Vorhang vor dem Fenster,
flattert durchs Abteil.

Und ich vermiss dich,
weil…

…du Heimat und
Zuhause bist,
weil bei dir mein Bauchweh aufhört.

Halt mich, halt mich fest.

Tu sooo, wie wenn das jetzt für immer so bleibt,
für immer so bleibt,
für immer so bleibt,
für immer so bleibt.

 

Ich brauch kein‘ Kompass
und keinen sextant,
ich finde
stets zu dir.
Ich komm zurück,
weil ich dich mag.
Kopf in deinem Schoß,
wie eine Taube in ihrem Schlag.

Weil du Heimat
und Zuhause bist.
Weil bei dir mein Bauchweh aufhört.

Halt mich,
halt mich fest.

Tu sooo,
wie wenn das jetzt für immer
so bleibt, für immer so bleibt,
für immer so bleibt.

mmmm

Sonne in meinen Segeln.
Sonne auf meinem Weg.
Sonne in den Bäumen.
Sonne für dich.

Halt mich, halt mich,
halt mich, halt mich fest.

Tu sooo, wie wenn das jetzt für immer so bleibt,
Für immer so bleibt, für immer so bleibt,
für immer so bleibt, für immer so bleibt,
für immer so bleibt.

„Eiserner Steg“ – Songtext

„Eiserner Steg“ (Songtext – Philipp Poisel)

Ich atme dich ein
und nie wieder aus.
Schließ‘ dich in mein Herz.
Lass dich nicht mehr raus.

Ich trage dich bei mir
in meiner Brust.
Hätt‘ alle Wege verändert.
Hätt‘ ich sie vorher gewusst.

Jetzt steh ich am Ufer.
Die Flut unter mir.
Das Wasser zum Hals.
Warum bist du nicht hier.

Ich will dich einmal noch lieben
wie beim allerersten Mal.
Will dich einmal noch küssen
in deinen offenen Haaren.

 

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.

Wer achtet auf mich jetzt,
dass ich mich nicht verlauf‘?
Und wenn ich jetzt falle,
wer fängt mich dann auf?

In all diesen Straßen
kenn‘ ich mich nicht mehr aus.
Da ist niemand mehr der wartet…
Der auf mich wartet…
Zuhaus‘

Ich will dich einmal noch lieben
wie beim allerersten Mal.
Will dich einmal noch küssen
in deinen offenen Haaren.

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.
Für immer verlier‘.

Für immer, für immer, für immer, für immer, für immer
Für immer, für immer, für immer, für immer, verlier‘

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.
Für immer verlier‘.

„Das ist Dein Leben“ – noch ’n Liedtext

„Das ist dein Leben“ (Songtext – Philipp Dittberner)

Da draußen da tobt doch alles weiter
auch wenn ich heute nicht mehr wär‘.
Die Leute kaufen teure Dinge.
Das Leben ist und bleibt unfair.

Wir trinken Wein an meinem Fenster.
Im Rauch schauen wir dem Ganzen zu.
Und müssen beide wieder lachen
irgendwie gehören wir doch dazu.

Das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst.
Warum du dir wieder so fremd bist, in einer doch so hellen Zeit.
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit.
Ja genau, das ist dein Leben; das ist wie du lebst.
Warum wir manchmal fliegen; nicht mal wissen wie es geht.
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen.
Ja genau, das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen.

 

Dein Lächeln passt zu meinem Fenster
mit neuem Schein und alt bekannt.
Du sagst, wir haben uns nie verlaufen
wir haben uns ab und zu verrannt.

Und die Sache wird schon laufen
wenn man sich hier nicht verliert.
Und bei all den kleinen Chancen
wird’s immer wieder neu riskiert.

Das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst.
Warum du dir wieder so fremd bist, in einer doch so hellen Zeit.
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit.
Ja genau, das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum wir manchmal fliegen; nicht mal wissen wie es geht.
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen.
Ja genau, das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen.

Vielleicht überschwänglich groß oder doch zu klein geträumt.
Hab ich bei all den andren Zweifeln, mein Happy End doch glatt versäumt.
Es ist egal wer da noch kommt oder schon gegangen ist.
Es ist okay, dass du halt bist, wie du halt bist.

Denn das ist dein Leben, das ist wie du lebst.
Warum du liebst und lachst und dich selbst nicht so verstehst.
Warum du dir wieder so fremd bist, in einer doch so hellen Zeit.
Warum du den wieder vermisst, der dich sicher nicht befreit.
Ja genau, das ist dein Leben. Das ist wie du lebst.
Warum wir manchmal fliegen; nicht mal wissen wie es geht.
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen.
Ja genau, das ist dein Leben und du wirst es nie verstehen.

„Lieber so“ – Liedtext

Ich mag ja gerne deutschsprachige Lieder, vor allem der neueren Generation.  In diesem Jahrtausend gab es da auch schon viel interessantes. Wie aus meinen Beiträgen hier zu entnehmen, bin ich ein so etwas wie ein Anhänger der Gruppe „Juli“. Aber letztendlich kann ich es nicht festmachen, ich mag unheimlich viel und insgesamt ist mein Musikgeschmack sehr breit gefächert (und als Berufsmusikerin liebe ich selbstredend Klassik und auch Jazz). Ja, und es gibt auch Zeug, das ich mir echt nicht anhören kann. Im Autoradio schalte ich dann immer schnell um oder höre entsprechende Sender (DAB hilft).

Dieser Tage höre ich viel Philipp Poisel. Mag ich einfach, spricht mich an, auch wegen der Texte. Klar, die sind traurig, sehr melancholisch, so wie ich eben.

Auf das folgende Lied, das Ihr Euch unbedingt mal anhören solltet, hat mich gestern meine Freundin gebracht. Ich kann nicht aufhören, es zu hören. Fazit: tolles Lied, eingängig komponiert und toll gesungen. Und toller Text. Dem hätte ich schon vor vielen Jahren mal folgen sollen… .

„Lieber so“ (Songtext – Yvonne Catterfeld)

Du weißt wir haben es versucht
Doch wahrscheinlich nicht genug
Irgendwie sind Du und ich so was wie verflucht
Irgendwie sind wir nicht gleich, sieh uns doch nur an
Du verdienst ’ne bess’re Frau
Und ich ’nen bess’ren Mann
Wie oft hab ich daran gedacht, es nie gemacht
Ich hab es irgendwie vorher nie geschafft
Vielleicht fehlte der Mut
Vielleicht fehlte auch die Kraft
Doch jetzt fehl ich mir selbst, mehr als Du es jemals hast

Lieber so als zu spät
Besser wenn du jetzt gehst
Viel zu lange schon tun wir uns weh
Lieber so als zu spät

Denn wer weiß wo wir sonst enden

Wer weiß was noch passiert
Wir haben es versucht, es lässt sich nicht mehr arrangieren
Auch wenn wir uns verlier’n, auch wenn du mich dafür hasst
Irgendwann bist du mir dankbar, für die Frau die du dann hast

Seh‘ es nicht als Ende, seh‘ es als Beginn
Denn das was uns bevorsteht, wär tausendmal so schlimm
Tausendmal so hart, täte tausendmal mehr weh
Es ist besser wenn du gehst und lieber so als zu spät

Lieber so als zu spät
Besser wenn du jetzt gehst
Viel zu lange schon tun wir uns weh
Lieber so als zu spät

Lieber so als zu spät
Besser wenn du jetzt gehst
Viel zu lange schon tun wir uns weh
Lieber so  als zu spät
Lieber so als zu spät
Besser wenn Du jetzt gehst
Viel zulange schon tun wir uns weh
Besser wenn du jetzt gehst

Eltern in Trennung – Teil 3

Was ich mir selber vorzuwerfen habe oder warum es überhaupt so weit kommen musste. Ein Erklärungsversuch.

Wieso habe ich das alles so lange mitgemacht? Wieso habe ich so lange mit einem Mann gelebt, der mir schon so lange nicht mehr das Gefühl gab, dass er sich (noch) ernsthaft für mich interessiert, also für mein tiefstes Inneres, meine innerste Gefühlswelt? Bei dem ich dadurch nicht mehr das Gefühl hatte, dass er mich überhaupt noch liebt? Der mir mit seinen Launen, mit seinem Gemeckere, seiner Engstirnigkeit, seiner Trägheit und seiner Ignoranz nicht nur mir, sondern so vielen Dingen gegenüber – darunter auch denen, die mir wichtig sind – einfach zugesetzt hat? Der mein inneres Chaos durch sein äußeres Chaos immer wieder verschlimmert hat, es noch immer tut, das aber bis heute nicht erkennt? Ich habe auch gemeckert, denn ich wollte Verbesserung erreichen. Ich habe kritisiert, nicht weil ich kritisieren wollte, sondern weil ich Denkanstöße zu geben versuchte. Und ja, ich war unzufrieden. Unzufrieden, weil ich so viel vermisst habe. Vielleicht neige ich zu der Eigenschaft, ein unzufriedener Mensch zu sein. Jemand, der sich nicht so schnell zufrieden gibt, jemand mit Ehrgeiz und einem gewissen Hang zur Perfektion. Ja, es ist besser geworden. Ich werde langsam ruhiger in meinem Streben. Ich erkenne mehr und mehr, was mir wirklich wichtig ist, was für mich wirklich zählt im Leben, in meinem Leben. Ich habe erkannt, dass ich mit manchen Kompromissen nicht weiterleben möchte. Ich habe erkannt, dass ich mit diesem Mann auf gar keinen Fall alt werden möchte. Nicht so. Dabei lasse ich seine guten Eigenschaften nicht außer Acht. Aber sie reichen für ein gemeinsames Leben für mich einfach nicht mehr aus.

Wendepunkte im Leben

Ich habe diese Erkenntnisse lange vor meinem Burnout gehabt. Und wenn ich mir eines vorwerfen kann, wirklich vorwerfen sollte, dann die Tatsache, dass ich all die Jahre mit ihm zusammen geblieben bin, ohne ihn ausreichend zu lieben. Das ist der Knackpunkt und der Moment, wo auch ich mich frage: wieso? Und was ist Liebe überhaupt? Warum ist aus der Verliebtheitsphase, die es zweifelsohne gab, keine Liebe geworden? Oder ist sie das doch, aber im Laufe der Jahre und durch zu viele Probleme nach und nach gestorben? Tatsache ist: es ist keine Liebe mehr da, und ich behaupte mal, das ist auf beiden Seiten der traurige Fall. Und ich habe für mich erkannt, dass Liebe die Grundvoraussetzung für alles ist. Nur dann ist Nähe – körperliche wie auch emotionale – und Beziehung überhaupt erst tiefgehend und befriedigend möglich. Alles andere führt mit der Zeit zu Rückzug und Distanz. Bedingungslose Liebe und den anderen so nehmen können, wie er ist, das ist es, was ich mir schon lange wünsche. Aber ich habe das einfach nicht gekonnt. Mag auch mit meiner Beziehung davor zu tun haben, die für mich sehr enttäuschend endete. Ich glaube, danach wollte ich mich – unbewusst – emotional nicht wieder so tief binden. Die Beziehung zu meinem Mann war daher ein Kompromiss. Es gab jemanden, aber durch weniger Liebe war ich weniger auf dieser Ebene verletzlich. Und das tut mir wirklich von Herzen leid.

Geschichte wiederholt sich

Das alles klingt verdammt hart, und das ist es auch. Zumindest ist es unendlich traurig. Warum also habe ich all das auf mich genommen, mich im Grunde selber belogen? Weil ich nicht alleine sein wollte? Weil nie jemand daher kam, der besser gepasst hätte? Weil ich im Grunde eine treue Seele bin (auch wenn man jetzt anderes behaupten könnte) und ich nicht so einfach aufgeben will, wenn es zu Schwierigkeiten kommt? Weil ich hoffte, es besser machen zu können als meine Eltern und dabei genau den gleichen Fehler beging? Denn auf eines hat mich meine Therapeutin gebracht: weil ich es nicht anders kannte. Weil meine Eltern mit ihrer eigenen gescheiterten Ehe nicht in der Lage waren, mir eine funktionierte Liebes- und Paarbeziehung vorzuleben. Eine, die auf den Werten Liebe, Achtung und Respekt basiert. Und auf gemeinsam gefundenen Kompromissen und Lösungen.

Ich bin mit der Einstellung „ich muss das aushalten – für die Kinder“ groß geworden. Meine Mutter hatte es mir quasi vorgelebt. Sie ging von einem auf den anderen Tag, als ich 13 Jahre alt war und sie einfach nicht mehr konnte.

Und ich selber hab diese Geschichte wiederholt, bin wegen der Kinder geblieben (und bleibe gerade noch). Wollte allen Ernstes durchhalten, bis sie groß genug sind, um auf eigenen Beinen zu stehen. Aber bitte, was bringt mir das? Ein unglückliches, von einer Grundstimmung aus Unzufriedenheit geprägtes Leben! Und die Erkenntnis, dass es in zwanzig Jahren aber zu spät ist für vieles andere. Ich will nicht warten, bis ich 60 oder noch älter bin und hoffen, dass ich dann noch mal eine Beziehung mit einem Mann führen kann, so wie ich sie mir wirklich von Herzen wünsche. Auch mit bedingungsloser Liebe, d. h. den anderen so annehmen zu können wie er ist, inklusive all seiner Marotten. Weil ich ihn im Grunde achte und respektiere. Weil er im Grunde genommen so ist, dass er zu mir passt. Das es eben passt. Und er mich sieht, wie ich bin. Und ihm ebenso gut gefällt wie ich bin. Und er eben mir.

Eine Trennung ist manchmal alternativlos

Was würde es meinen Kindern bringen, wenn nun alles beim Alten bliebe, Mama und Papa nur ihretwegen nach außen hin noch einen auf „Paar“ machen würden? Ich würde sagen, es brächte nur ein verdammt schlechtes Vorbild an Beziehung. Und weiterhin viel Spannung aufgrund ungelöste Konflikte.  Ich bin davon überzeugt, dass ich ihnen durch die Entscheidung zur Trennung nichts wegnehme, sondern ihnen etwas neues gebe. Vor allem hoffe ich, ihnen eine glücklichere Mutter sein zu können. Eine Mutter mit mehr innerer Balance. Wie sehr das gelingt, wird die Zeit zeigen. Hierbei spielen die Umstände, die eingeforderte Unterstützung und der Umgang der Eltern miteinander nach einer Trennung eine große Rolle.

Ich möchte nicht außer Acht lassen, dass auch der Vater meiner Kinder eine tiefe Unzufriedenheit ausstrahlt. Ich glaube, er weiß nur nicht genau, woher das rührt, da er sich mit Selbstreflektion (scheinbar) sehr schwer tut und lieber an etwas festhält, von dem er meint, es müsse auf alle Zeit so sein. Aus Bequemlichkeit, auch aus Angst, aber nicht aus Liebe zu mir. Denn das Gelebte der letzten Jahre kann keine Liebe gewesen sein.

Folgendes habe ich kürzlich gefunden.

5 Gründe für ein Beziehungsaus

  1. Zu viele Kompromisse bei der Partnerwahl. Emotionale Abhängigkeit, nicht alleine sein wollen. Bestätigung durch andere suchen.
  2. Wir wollen für immer verliebt sein. Denn Verliebtheit macht süchtig. Verliebtheit wird oft mit Liebe gleichgesetzt. Dabei ist Liebe die nächste Phase nach dem Verliebtsein.
  3. Nach der Bindungstheorie gibt es verschiedene Beziehungstypen. Und die müssen eben zusammen passen.
  4. Monogamie bzw. fehlende – soll nicht jederman(s)s Sache sein.
  5. Auseinanderleben durch unterschiedliche Entwicklungen im Laufe der Zeit.

Zu Punkt 1 kann ich sagen, dass ich hier meinen größten Fehler sehe. Ich bin zu viele Kompromisse eingegangen. Habe dies schon früh geahnt, schon ungefähr 1 Jahr nach dem Kennenlernen war mir klar, dass es nicht gut passen kann. Aus der anfänglichen Verliebheitsphase entwuchs nichts bedingungsloses. Und trotzdem habe ich die nächsten Schritte gemacht. Es war ja auch nicht alles schlecht, und ich war eben in alten Mustern gefangen. Und vielleicht einfach noch nicht so weit (jung, auf gewisse Art naiv), wollte eher nicht alleine sein, als dass ich mich gegen ein gemeinsames Leben mit jemandem entschieden hätte, mit dem ich vom Wesen und auch von den Werten auf Dauer eher weniger gut zusammen passe. Fakt ist: Dinge, die mich schon länger stören, störten mich im Laufe der Zeit immer mehr. Wurden wirklich gewichtig, als „Stressfaktoren“ wie die Kinder dazu kamen und das nötige „gemeinsam an einem Strang ziehen“ aufgrund unserer Unterschiede nicht erfolgen konnte.

Wir sind alle von unseren frühesten Erfahrungen geprägt

Altlasten gibt es auf beiden Seiten. Jeder Mensch ist geprägt durch das, was er in seiner Kindheit und Jugend, was er durch einschneidende Erlebnisse in seinem Leben erfahren hat. In schwierigen Zeiten zeigt sich dann, wie man damit umgehen kann. Es kann dann unter Umständen wichtig werden, sich fachkundige Hilfe zu suchen, z. B. psychotherapeutische Unterstützung oder Beratung durch die Lebenshilfe, durch Sozialpädagogen etc. Wer das nicht tut und nicht bereit ist, Schuld und Verantwortung auch bei sich zu suchen, sondern sie immer nur an den Partner abgibt, guckt am Ende eben in die Röhre. Wenn einer der Partner nach wiederholten „Warnschüssen“ eben nicht mehr so tun kann, als wäre alles in Butter, kann eine Trennung das beste für beide sein. Wenn auch nur einer der beiden sein eigenes Lebensglück zu sehr beeinträchtigt sieht, muss er sich nicht zwingen, weiterhin faule Kompromisse einzugehen. Kompromisse ja, die gehören zu einer guten Beziehung immer dazu, aber eben keine faulen. Und seien wir mal ehrlich: wofür ist ein Lebenspartner da? Nicht zum Wäsche machen, bügeln, putzen, Essen kochen, nicht zur finanziellen Absicherung oder für ein wenig Spaß zwischendurch. Es gehört schon mehr dazu, gut miteinander auszukommen. Der berühmte „Seelenpartner“ ist da keine so schlechte Idee. Das gemeinsame Leben sollte auf gemeinsamen Ideen (von mir aus auf Idealen) und Werten beruhen, und sei es nur, sich das Leben nicht so kompliziert zu machen und das Chaos zu minimieren. Ach, es gäbe so vieles… .

Was erwarte ich von der Zukunft? Was stelle ich mir besser vor?

Kann es besser werden? Es muss besser werden, so viel steht fest. Einen weiteren Zusammenbruch aufgrund von zu hoher psychischer Belastung kann ich auch meinen Kindern gegenüber nicht verantworten.

Aber sollte man sich gleich in eine neue „Beziehung“ stürzen? Jein. Es ergibt sich eben manchmal und ist nicht immer voll beabsichtigt. Oft ist es wichtig, erst einmal Abstand zu gewinnen, um aus den Mustern der alten Beziehung ausbrechen zu können. Das ist ein Prozess. Das kann mehr oder weniger lange dauern. Was also tut man, wenn die vermeintlich „große Liebe“ bereits um die Ecke gebogen ist, während man noch die Altlasten bekämpft? Schwierig. Mir jedenfalls geht es mit dieser ganzen Geschichte gerade gar nicht gut. Ich bin unheimlich verunsichert, weil ich sowieso ansich kein resoluter und entscheidungsfreudiger Mensch bin – aufgrund von Angst vor Fehlern. Kopf und Bauch führen da schon mal den ein oder anderen Kampf. Wenn es dann auch in der neuen Verbindung zu Problemen kommt, wenn nicht nur Kraft gespendet, sondern durch ungünstige Umstände diese auch entzogen wird, kann dies zu einer weiteren belastenden Situation führen. Wir sind – gerade in Trennungs- und Neufindungsphasen – nicht unendlich belastbar. Hier gilt es, vor allem bei sich selbst zu bleiben. Als erstes achten und lieben wir uns am besten selbst und überlassen das nicht einer anderen Person. Das ist alles einfacher gesagt als getan, denn je nach eigener Konstitution führt das schon mal zu einem echten Dilemma.

Ruhe und ein geregeltes Leben

Ich würde mir wünschen, (innerlich) zur Ruhe kommen zu können. Daher wünsche ich mir eine baldige räumliche Trennung von meinem Noch-Ehemann und somit das Ordnen meiner Lebensverhältnisse, das „Erkunden“ (m)eines neuen Lebensweges. Im Sinne der Kinder, aber auch im Sinne der Erwachsenen. Dass ich leider zeitgleich schon Sehnsucht nach jemand habe, der irgendwann plötzlich und wirklich unerwartet in mein Leben getreten ist, dafür kann ich nichts. Das ist eben das Herz. Dagegen hat der Verstand einen schweren Stand. Ganz wichtig ist hier immer wieder: Geduld! Ohne die geht es nicht, ist aber nicht ganz einfach in dieser wirklich komplizierten Situation. Denn wie gesagt, Altlasten und den berühmten Rucksack bringt jeder mit, irgendwie sind wir alle mit Ängsten und Zweifeln ausgestattet. Vor allem, wenn wir schon ein ganzes Stück Leben hinter uns haben.

 

In Teil 4 – Eltern in Trennung, möchte ich mich im besonderen auf das Wohl der Kinder und unterschiedliche Familienkonstellationen konzentrieren. Dazu gibt es auch ein paar Buchtipps.

Eltern in Trennung – Teil 2

Warum Beziehungen scheitern können und weshalb man das akzeptieren sollte. Eine Bestandsaufnahme.

Ich versuche, Bilanz zu ziehen nach einer langen Beziehung, nach einem langen Weg, den man gemeinsam gegangen ist. In einer langen Zeit, in der man verschiedene Phasen des eigenen Lebens in Anwesenheit des anderen durchlaufen hat. Dies kann eine Zeit der tiefsten Prägung für die Zukunft und somit auch für eine folgende Beziehung sein.

Dies hier soll keine „Abrechnung“ sein, nur niedergeschriebene Erklärungsversuche für mich selbst. Vielleicht helfe ich dem ein oder anderen damit. Jedenfalls versuche ich gerade, mir selber zu helfen, denn ich kann nicht mehr. Der derzeitige Zustand zermürbt mich, es zieht mich emotional extrem runter. Ich glaube sogar, dass das so gewollt ist. Ich soll klein beigeben, zusammen brechen (erneut!). Das mag eine Unterstellung sein, aber sie liegt so nahe.

Auch der Sich-Trennende leidet

Warum mache ich nach 16 Jahren und zwei gemeinsamen Kindern Schluß? Warum sieht es nach außen hin vielleicht so aus, als sei das ganz einfach für mich, eine Entscheidung aus einer Laune heraus? Ich kann sagen, dass es das eben nicht ist. Denn sonst hätte ich schon eher diesen Schritt gewagt. Aber auch ich habe moralische Bedenken, also meinen Kindern gegenüber. Auch ich hatte den Traum von einer heilen, glücklichen Familie.

Aber irgendwann kam die Erkenntnis: besser ein beherzter Trennungsschritt als ein jahrelanges Dahinsiechen der Partnerschaft oder Ehe! Doch genau diese Entscheidung erfordert Mut und Entschlossenheit. Wenn nicht, kann ein langsamer, depressiver Prozess einsetzen, der eine große Gefahr darstellt, nämlich seelische Krankheiten und körperliche Fehlfunktionen. Ja, hallo Burnout. Und hallo scheiss Zustand, in dem ich mich gerade befinde, niedergeschlagen und teilweise depressiv-verstimmt. Verzweifelt und traurig. Also lieber ein Ende mit Schmerz, als Schmerz ohne Ende.

Das Leben der anderen

Es wird vermutlich immer Leute geben, die mich verurteilen werden. Es wird Leute geben, die denken, ich mache das alles aus einer oberflächlichen Laune heraus oder weil ein anderer Mann meinen Weg gekreuzt hat. Es dürfte immer Leute geben, die einen neuen Partner in solch einer Situation als denjenigen betrachten, der die Ehe auseinander gebracht hat. Es wird immer Leute geben, die urteilen, ohne nach den Hintergründen zu fragen. Die Dinge sagen werden wie, „Die armen Kinder, wie kann sie das nur tun“ und „Ihr Mann ist doch so ein netter Typ“. Auf all das stelle ich mich ein und ganz ehrlich – es geht mir schon jetzt ziemlich am Allerwertesten vorbei. Ich bin aus dem Alter raus, wo ich so unheimlich viel auf das Gerede und die Meinungen anderer über mich gebe. Das ist auch etwas, was ich nach meinem Burnout verbessern konnte.

Nur  i c h weiß, wie lange schon und wie heftig ich mit mir ringe. Nur ich weiß, durch welchen Gefühlssumpf ich gehe. Und nur ich kenne mein schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht weiter zur völligen Aufopferung zur Verfügung stelle, bis meine eigene Gesundheit noch mehr darunter leidet.

Hey Leute, ich war ganz tief unten, mein Körper hatte sämtliche psychosomatische Register gezogen, die so ein Körper ziehen kann, und die alle gleichzeitig. Ich habe geglaubt, mein Leben wäre zu Ende. Aber ich bin noch da und in diesem einen Jahr, das vergangen ist, habe ich verdammt-noch-mal erkannt, was ich will, welche Werte mir im Grunde genommen wichtig sind und vor allem weiß ich, was ich nicht mehr will.

Ich will nicht mehr mit einem Menschen zusammen leben, der mich so viel vermissen lässt und mich seit Jahren – ob bewusst oder unbewusst spielt erst einmal keine Rolle – dermaßen runterzieht, dass ich mich gezwungen sehe, einen neuen Weg zu gehen, wenn ich am Leben bleiben möchte. Ich weiß schon lange: mit diesem Mann kann und will ich nicht alt werden. Nur für die Kinder wollte ich so lange wie möglich durchhalten. Aber wie lange kann ein „so lange wie möglich“ sein?

Es ist nicht neu, was für manch Außenstehenden neu erscheinen mag

Ich habe den Trennungswunsch und diese Empfindungen und Gedanken nicht erst seit letztem Jahr. Ich hatte sie schon einige Jahre davor, immer wieder. Ich hatte sie auch schon, noch bevor meine Kinder 2011 und 2013 geboren wurden. Irgendwas hat sich für mich schon lange falsch angefühlt. Und das weiß nicht nur ich, sondern das wissen engste Freunde von mir, das weiß meine Familie, also meine Mutter, mein Bruder (und natürlich mein Papa auf seiner Wolke). Sie alle kennen meine jahrelangen Zweifel, meine Äußerungen darüber, haben teilweise die Auseinandersetzungen mitbekommen. Und sie haben sich teilweise immer wieder gewundert. Darüber, dass ich weitergemacht habe, dass ich das Haus gekauft habe, vor allem, dass ich die Kinder bekommen habe mit diesem Mann. Meine Kinder, die ich über alles liebe und derenwegen ich versucht habe, immer wieder durchzuhalten in einer Lebens- und Paarsituation, die sich für mich immer falscher und falscher anfühlte, einfach nicht (mehr) zu mir passt. Muss eine Beziehung so sein, dass man versucht, dem anderen das Gefühl zu geben, klein und unbedeutend zu sein und alles falsch zu machen? Müssen Machtausübung und Dagegensprechen, müssen Ablehnung und Ignorieren des Partners wirklich sein? Muss eine Beziehung um jeden Preis weitergeführt werden, wenn das Kommunikationsverhalten auch nach wiederholten Verbesserungsversuchen einfach nicht zu ertragen ist? Wenn man nicht mehr weiß, wie man mit seinem Partner Probleme und Sorgen besprechen kann, wenn egal was man sagt, einem kein Verständnis oder Wohlwollen entgegen schlägt, sondern ein „Dagegen“ und sogar Ignoranz?Zumindest keine großartige Empathie, kein Trost oder ein gemeinsames Suchen nach Lösungen. Irgendwann bleibt einem nichts übrig als der eigene Rückzug. Und man fühlt sich mit allem verdammt alleine, unverstanden und ungeliebt. Und jedes einst positive Gefühl für den Partner geht den Bach hinunter.

Muss man all das ertragen wenn es darum geht, einen Alltag mit Kindern zu organisieren? Was ansich schon anstrengend ist und einem sowieso schon so viel Kraft abverlangt. Wenn dann statt eines Miteinanders gefühlt nur ein Gegeneinander stattfindet, neigt sich die Kraft schnell dem Ende zu. Gegenseitige blöde Bemerkungen sind in einem anstrengenden Alltag doppelt zermürbend.

Wenn zwei sich streiten, freut sich vielleicht ein dritter

Die Außenwelt mag denken was sie will. Das Stöckchen war schon lange weggezogen, welches den Stein des Anstoßes ins Rollen brachte. Dass der Stein an Geschwindigkeit zunahm, als ich bemerkte, dass ich Gefühle für einen anderen Mann habe, möchte ich nicht bestreiten. Überhaupt, dieses Gefühl des Verliebtseins kannte ich nicht mehr, hatte sogar geglaubt, dazu nicht mehr fähig zu sein. Aber ich weiß jetzt: es geht noch. Und es lag nicht an mir alleine.

So ist es also. Ich mag nichts mehr schönreden

Ich bin also seit Jahren total unzufrieden und unglücklich in dieser Partnerschaft. (Ich bin auch seit Jahren total untervögelt, aber das nur am Rande). Mir wird seit Jahren nicht zugehört, meine Trennungswünsche in der Vergangenheit wurden nie ernst genommen. Am nächsten Tag wurde weitergemacht wie immer, alles ignoriert und ich fühlte mich somit nicht für voll genommen. Heute wird sogar mehr oder weniger behauptet, dass es diese Ansagen von mir nie gegeben hätte. Auch nicht die Gespräche, die ich suchte, Monologe die ich führte, um irgendetwas noch zu retten oder zu bewegen. Leises Flehen, er möge sich doch auch (mal) Hilfe von außen holen, brachte nur ganz kurz einen Lichtblick und war so nicht ganz der richtige Weg. Und es war schon zu spät.

Ich habe meine Unzufriedenheit offen gezeigt. Ich habe nicht so getan, als wäre alles in Ordnung und die Liebe groß. Denn ich bin kein guter Schauspieler.

Ja klar, es gab auch gute Momente, Phasen, in denen dieser Mann nett zu mir war, sich bemühte und ich Hoffnung schöpfte. Es waren die Momente, die mich dann erst einmal zum bleiben animierten. Und in denen auch ich wieder anders sein, aus meinem Schneckenhäuslein über die Mauer schauen konnte. Aber immer wieder hatte ich das Gefühl, dass es ihm dann am besten ging, wenn es mir am schlechtesten ging. Mein Burnout, den er im Vorfeld nicht erkannte und auch nicht durch emotionale Unterstützung zu verhindern suchte – denn ich bin überzeugt, dass mir das in einer guten Partnerschaft so nie passiert wäre – wird mir heute regelrecht zum Vorwurf gemacht. Weil er ja dann auf der Arbeit so viel gefehlt hat, um für mich da zu sein! Und er wäre ja für mich da gewesen! Und er hätte ja reden wollen.

Dass das alles zu spät war und ich zu dem Zeitpunkt schon lange resigniert und die Schotten zugemacht hatte, wird heute nicht gesehen. Überhaupt, Selbstreflektion, was ist das? Oder Schuld und Verantwortung auch einmal bei sich selber suchen, sich gar zu entschuldigen, aufeinander zu zugehen wie erwachsene Menschen, bei diesem Mann scheint das ein Fremdwort zu sein. Statt dessen bin ich an allem, wirklich an allem Schuld.  Das ist die bittere Realität.

Natürlich habe ich weiß-Gott nicht alles richtig gemacht. Ich habe mir selber auch viele Fehler vorzuhalten. Aber ich kann das auch, denn reflektieren kann ich. Und es einsehen und mich entschuldigen kann ich auch.

Aber davon handelt der 3. Teil meiner kleinen Serie mitten aus dem Leben, „Eltern in Trennung“.