Andere können es immer besser Teil 2

Und sehen dabei definitiv auch noch besser aus.

In der Kindergartengruppe von Kind Nr. 1 sind gerade zwei Kinder große Schwester geworden. Nun sieht man die eine Mama meist mit Baby in der Tragehilfe vor dem Bauch, zur Abwechselung auch mal mit Kinderwagen oder Babyschale und die andere Mutter mit Kinderwagen, völlig entspannt. Gerade bei letzterer ist mir besonders aufgefallen, dass sie nur wenige Wochen nach der Geburt noch immer so taufrisch, fit und glücklich aussieht wie in den Monaten davor. Ich selber befand mich zu dem Zeitpunkt bereits jenseits von Gut und Böse. Da ich in der Schwangerschaft von Anfang an wegen meiner Schlafstörungen und der Kotzerei kein „Schlafpolster“ oder auch ein „Kräftepolster“ aufbauen konnte und auch Kind Nr. 2 vom nächtlichen Schlaf ohne ständige Unterbrechungen nicht so viel wissen wollte, war ich ziemlich schlapp. Okay, ich sehe auch dann, wenn ich gerade mal sowas wie nicht müde bin (kommt allerdings seit Jahren nicht mehr vor!) immer müde und fertig und völlig scheiße aus. Ich bin halt nicht schön! Und super entspannt war ich wohl auch nie. Vielleicht habe ich mir das Leben aber auch etwas schwer gemacht, in dem ich eben nicht einen Altersabstand von 4 bzw. 5 Jahren zwischen meinen Kindern habe, so wie besagte zwei Mütter, und ich Kind Nr. 1 zuliebe auf den Ganztagesplatz im KiGa verzichtete, weil ich nicht wollte, dass er mit 2 Jahren länger als bis 12 h dort bleibt, wenn die Mama sowieso mit dem Baby zu Hause ist. Ursprünglich hatte ich sogar überlegt, ihn dann erst mit 3 Jahren im Kindergarten einzugewöhnen, da sein Start dort und die Geburt seiner Schwester leider und unglücklicherweise genau zusammen fielen. Später war ich froh um die 3 – 4 Stunden vormittags, die ich nur für das Baby alleine da sein musste.

Die beiden großen Schwestern sind allerdings an die Zeiten bis nachmittags längst gewöhnt, und so sind sie meist noch immer da, wenn ich nachmittags meinen Sohn abhole. Während ich (bzw. ab Monat 9 mein Mann) in diesem ersten Jahr nach der Geburt von Kind Nr. 2 maximal 4 Stunden vormittags hatte (nie ausgenutzt, meist waren es nur 3), um den Haushalt zu schmeißen, einzukaufen, das Baby zu stillen und zu betreuen, zu duschen (und das zweite Baby hat mich zum Glück meist duschen lassen – das war beim ersten Baby leider nicht der Fall. Aber mit ihm konnte ich mich ohnehin lange Zeit nicht unter die Leute trauen) und noch das Mittagessen vorzubereiten, damit das ältere Kind, wenn ich es um 12 h mittags abgeholt hatte, sofort sein Mittagessen bekommen konnte, können die neuen Zweifachmamis doch mal eher zwischendurch die Füße hoch legen – spekuliere ich jetzt einfach mal.

Und hinterher frage ich mich oft: Wie hast Du das eigentlich geschafft?

Zum Glück liegt diese Zeit hinter mir bzw. jetzt sind andere Zeiten dran. Ich bin immer noch meist sehr müde, aber der Schwindel hat etwas nachgelassen. Ich weiß jetzt meist auch wieder, wie ich heiße. Ich habe mich bei all dem Schlafentzug, dem ständigen Wachsein und dem ständigen Aufstehen morgens zwischen 4 und 5 Uhr, was alles zu Dauer-Augenbrennen, Schwindel, Halluzinationen und körperlicher Erschöpfung führte, mit dem Gedanken über Wasser gehalten, dass das irgendwann einmal vorbei geht. Schlimm waren die Nächte, wenn ich zwischen zwei Kindern hin- und hergelaufen bin oder mit beiden ein Bett geteilt habe – wo ich mit Kind Nr. 1 noch nie gut schlafen konnte, weil er total laut und zappelig schläft – und am nächsten Tag wieder alles weitergehen musste. Schlimm waren die Tage, als ich scheinbar nichts anderes gemacht habe, als zwei Wickelkindern abwechseln die K***-Windel zu erneuern, den Küchenboden zu wischen und Kind Nr. 1 davon abzuhalten, dem Baby die Augen auszustechen.

Entweder läuft es bei anderen besser oder sie sehen selbst mit 1 – 3 Stunden Schlaf immer noch umwerfend frisch aus. Aus heutiger Sicht, mit dem „Pflegegrad“, welchen meine Kinder mitbrachten (Kind Nr. 1 sehr anspruchsvoll und schon immer sehr anstrengend) möchte ich niemandem empfehlen, einen Altersabstand von unter 3 Jahren zwischen beiden Kindern zu wählen (denn heutzutage hat man doch oft die Wahl). Macht es nicht, wenn ihr noch bei klarem Verstand bleiben wollt – oder holt Euch eine Nanny ins Haus.

So, und da meine Kinder vor 20:30 h oder 21 h hier nur noch selten „Feierabend“ machen, bleibt für mich wieder einmal: nichts, wenn auch ich noch etwas Schlaf haben möchte, bis sie wieder fit auf der Matte stehen (oder nachts Trara machen).

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