Lesetipps zum Thema Elternzeit

Was haltet Ihr davon? elternzeit_kann_noch_jahre_spaeter_fuer_die_aufteilung_von_

hausarbeit_und_kinderbetreuung_von_bedeutung_sein.html

Und hiervon?

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/karriere-mit-kind-als-mutter-in-der-gender-falle-a-1060038.html

 

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Wie man es macht… Teil 2

Andere Familien, andere Vorstellungen, andere Modelle

Es hängt von so vielen Faktoren ab, wie Familien die „Vereinbarkeit“ (hüstel, schon wieder dieser miese Begriff) von  Familie & Beruf (also Erwerbseinkommenstätigkeiten) miteinander vereinbaren können. Gerade im Westen unserer Republik hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass nur eine „Zuhausebleib-Mutter“ auch eine gute Mutter ist und der Vater möglichst alleine für den Familienunterhalt zu sorgen hat. Die Politik unterstützt dieses nach wie vor mit dem Ehegattensplitting.

Ich persönlich fände es toll, wenn Eltern – also beide Elternteile –  in Teilzeit gehen könnten und eben so viele Stunden in der Woche arbeiten, wie es sich für sie am besten anfühlt, ohne dabei in die Armut zu stürzen. Sprich: sollte unter dem Strich dabei nicht genug herauskommen, zumal noch Betreuungskosten für die Kinder anfallen, könnte der Staat unterstützend eingreifen. In Schweden ist das z. B. meines Wissens so. Damit würde sich in vielen Familien die Lage entspannen.

Ich selber versuche mit meinem Partner ein gleichberechtigtes Modell zu fahren. Bei zwei Beamten mit sehr ähnlichem Gehalt ist das relativ einfach. Allerdings macht keiner von uns Teilzeit, sondern arbeitet Vollzeit bzw. vollzeitnah. Unsere wechselnden Arbeitszeiten verlangen dabei viel Flexibiltät, auch von unseren Kindern, und ein gewisses Organisationstalent. Manchmal haben wir sehr entspannte Wochen, dann aber wieder „knubbelt“ es sich und kann schon sehr anstrengend sein. Konzerte, von denen ich mitten in der Nacht heim komme, aber nach 3-4 Stunden Schlaf wieder für die Kinder da sein muss, weil der Mann eben auch Nachtschicht hatte oder früh wieder zum Dienst muss, sind dabei die besonderen Herausforderungen für mich. Auch die Wochenenddienste vor allem meines Mannes, die mir nach einer anstrengenden Arbeitswoche keine Pause gönnen, können zur Belastung werden. Dass die Organisation des Haushalts hauptsächlich in meinen Händen liegt, ist hierbei wohl typisch.

Aber wie machen das eigentlich die anderen?

  • Sie ist nun schon 2 Jahre in Elternzeit und kümmert sich um die Kinder und den Haushalt, er geht arbeiten, ist mal mehr, mal weniger viel von zu Hause weg. So war es beim ersten Kind auch. In ein paar Monaten will sie wiederkommen, wenn endlich der Kindergartenplatz für das jüngste Kind frei bzw. es eingewöhnt ist. Das ältere geht bereits in die Grundschule. Und da wird es tricky. Ganztagesgrundschule? Fehlanzeige. Und will man das überhaupt? Nicht zwangsläufig, wenn das Angebot nicht stimmt oder es ein Zwang ist, sein Kind bis 16 Uhr in der Betreuung lassen zu müssen, statt wie bisher flexibel in der Abholzeit sein zu können. Er war übrigens nicht bereit, in Elternzeit zu gehen, auch die sog. Vätermonate hat er nicht genommen, dabei verdienen auch hier beide das gleiche, machen sogar das gleiche im Job. Eine Aufteilung wäre also möglich. Aber hier stellt sich einfach die Frage: was möchten die Partner? Leben sie die traditionelle Rollenaufteilung gerne? Warum auch nicht! Er traut es sich nicht zu, nur Zuhausebleib-Papa zu sein, wenn auch auf Zeit! Oder traut sie es ihm nicht zu? Nein, ich glaube, sie leben einfach gerne dieses altbewährte Rollenspiel von Vater-Mutter-Kind(er). Und das sollen sie auch. Und wenn es auf längere Dienstreisen geht, fährt eben er, nicht sie. Wenn sie nicht so an ihrem Job hängt und sogar die Überlegung im Raum steht, dass sie – weil Teilzeit nicht möglich ist – in einen anderen Bereich wechselt, wo sie vormittags am Schreibtisch sitzen und sich nachmittags um ihre Kinder kümmern kann, während er es macht, wie er es immer gemacht hat, dann ist es deren Entscheidung. Sie werden sich das gut überlegen, auch im Hinblick auf ihre Rente. Der Wegfall von einem Teil des Gehaltes ist wohl gut machbar, das haben sie in der Elternzeit festgestellt (Elterngeld aufgeteilt auf 24 Monate plus sein volles Gehalt).

„Ich kenne niemand sonst, der es so macht wie ihr“

  • Das sagte eine Bekannte zu mir, und meint damit die Tatsache, dass mein Mann und ich uns bei etwa gleichem Gehalt gleich auch die Elternzeit bei jedem Kind geteilt haben. Gut, ich war bei Kind Nr. 2 aus rein egoistischen Gründen dazu bereit, auch 12 Monate statt der 9, die es dann geworden sind, daheim zu bleiben. Mein Mann wollte das nicht, denn so wichtig ist ihm seine Arbeit auch nicht, als dass er nicht darauf für eine Weile verzichten könnte. So war es auch finanziell, auch in Sachen Rentenpunkte, bezüglich der Kinderbetreuung gerecht aufgeteilt bei uns. Der eine machte nicht zwangsläufig mehr Verluste als der andere! Im Endeffekt kam sowieso trotzdem das gleiche Geld in die Familienkasse, denn wir haben ein gemeinsames Familienkonto, aber jeder trotzdem noch ein eigenes – was für mich als Frau eine nette Sache ist. Ich fühle mich nicht finanziell abhängig von meinem Mann und muss nicht um Geld betteln, wenn ich mir selber etwas schönes kaufen möchte.
  • Zurück zur Bekannten: ihr Mann verdient sehr gut! Er bringt vermutlich locker alleine nach Hause, was mein Mann und ich gemeinsam jeden Monat anschleppen. D. h., aus finanziellen Gründen muss sie nicht arbeiten, begibt sich aber damit in die berühmte Abhängigkeit. Sollte er man nicht mehr da sein… .  Und dann ist da noch das Ding mit der Altersversorgung. Ich tippe hier auf eine zusätzliche private Rentenversicherung, immerhin könnten sie sich das jeden Monat zusätzlich leisten. Das Privileg haben aber auch nicht alle Familien, die mit jedem Euro rechnen müssen.
  • Die Putzhilfe macht jede Woche das Haus gründlich sauber, und das schon seit ihrer ersten Schwangerschaft. Kind Nr. 1 kam im Alter von 1  Jahr zur Tagesmutter, dann konnte sie wieder im Ort ein paar Stunden in der Woche arbeiten, insgesamt wohl so 20. Nach der einjährigen Elternzeit nach der Geburt des zweiten Kindes war es genau so geplant. Beide Kinder sind nun bis nachmittags im Kindergarten (auch das einjährige), aber sie hat gemerkt, dass es ihr zu stressig bzw. zu viel ist, 20 Stunden in der Woche zu arbeiten. Nun arbeitet sie 15 Stunden – im Monat! Der Job ist eh nicht so toll, sagt sie. Sie will nur nicht ganz raus kommen. Ihren tollen Job, den sie hatte, bevor sie Mutter wurde, konnte sie nicht behalten. Vollzeit hatte ihr der alte Arbeitgeber angeboten, sie wollte Teilzeit. Das hat er nicht möglich gemacht und ihr statt dessen eine Abfindung gezahlt.
  • Nun ist sie 2 Vormittage in der Woche im Ort bei der Arbeit, die anderen 3 Vormittage ist sie zu Hause. Sie hat viel Zeit für sich. (Das ist der Punkt, wo bei mir etwas Neid aufkommt, ehrlich gesagt). Nachmittags kümmert sie sich um die Kinder, auch am Wochenende hat sie hier die Hauptlast. Ihr Mann arbeitet sehr viel, kommt immer spät nach Hause und muss sich am Wochenende auch mal ausschlafen und sich ausruhen.

Von einem Tag auf den anderen alleinerziehend – aber ohne Job

  • Ähnlich hatte sie es gemacht, mein drittes Beispiel: Ein abgeschlossenes Studium, das in seiner Fachrichtung nicht so richtig einen Job gebracht hat. War auch nicht schlimm. Heiraten und Kinder kriegen ist auch auf der Wunschliste gewesen. Also gesagt, getan. Die beiden Kinder kamen mit relativ kleinem Altersabstand auf die Welt. 2 Jahre nach der Geburt des jüngsten Kindes keimt der Wunsch auf, zum Familienunterhalt beizutragen. Immerhin ist der Mann Hauptverdiener. Auch er fordert am Wochenende seine Ruhezeiten und bringt sich auch sonst in die Haus- und Familienarbeit kaum ein. Das führt oft zu Spannungen und vor allem zu Frust auf Seiten der jungen Mutter. Wenn die Kinder und sie krank sind, kümmert sie sich. Wer sonst. Wer bringt die Kinder ins Bett? Sie. Wer sonst. Mit einem kleinen Haushaltsgeld von ihrem Mann versucht sie, Kleidung für die Kinder und natürlich die Lebensmittel zu erwerben. Für sie bleibt nichts übrig. Ein Minijob muss her, der ihr nach kurzer Zeit mit dem Vorwand wieder gekündigt wird, sie sei als Mutter zu unflexibel für unregelmäßigen Arbeitszeiten. Abends oder am Wochenende kann sie nämlich nicht, denn dann ist der Kindergarten geschlossen.
  • Und dann passiert, womit keiner gerechnet hat. Der Mann erkrankt und verstirbt innerhalb weniger Tage. Ein Drama, wie man es sich für sich selber nicht vorstellen möchte. Die Lebensversicherung deckt nicht ganz den Kredit des Hauses. Doch sie rappelt sich hoch, ist so unfassbar stark. Bekommt einen neuen Job, der sie und die Kinder einigermaßen über die Runden bringt – und verliebt sich neu. Große Liebe. Es ist ihr Chef, aber das ist erst einmal Nebensache. Sie ist glücklich, und das sei ihr von Herzen gegönnt.

Dies sind nur ein paar Fallbeispiele. Auffällig oft kenne ich Frauen, die weniger arbeiten als ich, länger zu Hause geblieben sind und hinterher nicht in einen Vollzeitjob wieder einsteigen oder nach Alternativen zu diesem suchen. Ich verstehe sie alle. Ich möchte in meinen Ausführungen nicht (ver)urteilend rüber kommen, auch wenn ich hier und da vielleicht etwas polemisiere. Nicht mein Modell halte ich für das einzig richtige, sondern denke, jeder sollte seinen ganz persönlichen Weg finden. Auch ich bin immer wieder auf der Suche. Aber seien wir ehrlich, oft sind nicht alle Alternativen gegeben, um sich überhaupt das für sich beste aus dem großen Topf der Möglichen auswählen zu können. Denn wenn ich könnte, würde auch ich einiges anders machen. Leider geht das nicht, ohne früher oder später neue Probleme herbei zu beschwören.

In diesem Sinne möchte ich es vorerst dabei belassen.

Und für alle, die sich mit dem Thema „Working Mom“ weiter beschäftigen möchten, empfehle ich folgenden link, der Stimmen einiger arbeitenden Mütter noch mal etwas zusammen fasst.

Dieses komische Gefühl

Man nennt es „Loslassen“, „Abschied nehmen“. Eine Phase des Lebens ist zu Ende und eine neue beginnt. Dies kann einhergehen mit „komischen Gefühlen“, die schwer zu benennen sind. Sie sind einfach da.

Seit gestern bringe ich beide Kinder gemeinsam in den Kindergarten. Gut, ich bin oft mit beiden dorthin gefahren, doch habe ich morgens meine kleine Tochter immer wieder mit nach Hause nehmen dürfen – oder, wenn ich arbeiten musste, zu den Großeltern gebracht. Nun ist sie zwei Jahre alt. Und so wie ihr großer Bruder darf sie nun auch in den Kindergarten gehen. Morgens macht sie sein Ritual mit: erst einmal in den Frühstücksgarten gehen, wo alle Kinder vormittags ab 8 Uhr frühstücken können, wenn und wann sie das möchten. Obwohl meine Kinder fast immer vorher zu Hause schon gefrühstückt haben, setzen sie sich sofort nach dem Ausziehen von Jacke und Co. und Anziehen der Hausschuhe an einen der kleinen Tische. Jetzt also Brüderchen & Schwesterchen nebeneinander. Ich sage dem Großen, er möge auf die Kleine aufpassen, sie danach in ihren Gruppenraum bringen und verabschiede mich dann. Die Kleine schaut mir hinterher, lächelt… .

Sie kommt gut klar im Kindergarten und Mama fährt Gedanken-Karrussell

Sie ist doch erst 2 Jahre alt! Noch so klein, eigentlich zu klein, um so viele Stunden ohne Mama (oder Papa!) zu sein. Das behaupten zumindest viele Stimmen. Kinder unter 3 (oder sogar 4) Jahren hätten in einer Fremdbetreuung nichts zu suchen, sondern gehören zu Mama (Väter werden in dem Zusammenhang seltener erwähnt) und die Mama gehört natürlich nach Hause, zu Kind(ern), Küche, Herd… . Wir kennen das! Nein, ich kann finanziell nicht auf meinen Job verzichten. Vielleicht auf einen Teil meines Gehaltes, mit den entsprechenden Einschränkungen, wie so gut wie nicht mehr in den Urlaub fahren (wir fahren nur ein Mal pro Jahr), jeden Cent umdrehen, sich selber nichts mehr gönnen (neue Klamotten für die Mama? Bücher? Haha…). Mein Mann verdient nicht genug, um uns alleine so durchzubringen, dass es total eng wird. Und ich mag es finanziell nicht total eng, denn genau so bin ich aufgewachsen! Ich höre sie, die Stimmen, die meinen, die ständige Nähe der Eltern sei wichtiger als ein paar Euros im Monat, die man großzügiger ausgeben kann, um mit den Kindern auch außerhalb der eigenen vier Wände mal was bieten zu können, oder gar etwas zu sparen, für später, für das neue Familienauto, für Renovierungsarbeiten am Haus. Außerdem habe ich keinen Bock auf totale Altersarmut, also kaum Rente! Sorry, ein sehr wichtiger Punkt für mich bezüglich meiner heutigen Erwerbstätigkeit. (Immerhin habe ich bis zu meinem 29. Lebensjahr studiert und gehe in meiner Branche auch nicht erst mit 67 in Rente).

Aber ich schweife ab.

Auch mein Sohn ist mit genau 2 Jahren in den Kindergarten eingewöhnt worden. Das war lange so geplant, noch vor meiner 2. Schwangerschaft. Bis dahin war auch er erst von mir, dann vom Vater, später von den Großeltern betreut worden. Letztere kommen hauptsächlich dann ins Spiel, wenn beide Elternteile gleichzeitig arbeiten müssen, was nicht immer der Fall ist. Denn wir haben beide Schichtdienst, allerdings in unterschiedlichen Branchen. Dadurch waren auch beide Kinder jeweils frühzeitig (also mit knapp 14 Monaten) daran gewöhnt, auch einmal ohne uns Eltern zu sein. Und das hat immer gut funktioniert – und daher, so vermute ich, auch die Kindergarteneingewöhnung.

Meine Tochter scheint sich wirklich wohl zu fühlen, sie kennt den Kindergarten ja im Prinzip auch bereits seit ihrer Geburt. Sie ist so offen und scheint keine Angst zu haben. Heute Morgen ist sie auch ohne ihren Bruder in den Frühstücksgarten gestratzt, der kam dann nach.

Ich versuche mich zu beruhigen: die Kinder brauchen andere Kinder, und nicht nur ihre Eltern

Für den Sohn war es damals dann doch etwas doof. Denn noch während seiner Eingewöhnungszeit wurde die kleine Schwester geboren. Aus meinem ruhigen, zurückhaltenden Jungen wurde in der Folgezeit im Kindergarten ein teilweise aufmüpfiges Kind, der mit aggressivem Verhalten und Kraftausdrücke nach Hause kam. Und ich rätsele bis heute, ob das a) nur mit der Geburt des Babys zu tun hatte oder b) mit den teilweise nicht gerade tollen Vorbildern im Kindergarten (manche, vor allem Jungs, sind da echt heftig) oder c) es eine ganz normale Entwicklung ist, die auch so gekommen wäre. Nun, ich werde wohl nie eine Antwort darauf finden, da ich das „Experiment“ nicht erneut und anders starten kann.

Wie wird sich nun also die Kleine verändern? Sie, die nie Einzelkind war, durch ihren Bruder viel ertragen musste. Ist sie gerade deswegen härter, resistenter? Sie ist doch sowieso anders, oder nicht? Selbstbewußt, offen, wenig ängstlich.

Ich persönlich finde tatsächlich, dass Kinder unter 2 Jahren nicht in so einem großen und offenen Kindergarten wie den unseren gehören bzw. dass es je nach Kindertyp Probleme geben kann. Es gibt hier eine Raupengruppe für Kinder ab 1 Jahr, aber gerade nachmittags sind diese ‚Winzlinge bei den großen dabei, die 2jährigen sowieso immer, denn Nestgruppen gibt es nicht. Letzteres war für mich damals ein großer Punkt für Überlegungen, denn im Katholischen Kindergarten hier um die Ecke gibt es die. Ich habe mich dagegen entschieden, auch weil mir der Kommunale Kindergarten in anderer Hinsicht mehr zugesagt hat. Nachmittags, wenn ich das Kind (jetzt: die Kinder) abhole, treffe ich öfter auf einen 1jährigen Jungen, und sehe ihn immer nur weinen. Und leider wird er auch nur wenig getröstet, wie es mir scheint. Vielleicht haben die Erzieherinnen etwas resigniert. Auf jeden Fall ist das für mich immer etwas befremdlich… .

Mein Sohn ging in den ersten 14 Monaten seiner Kindergartenlaufbahn nur bis 12 Uhr dorthin, dann holte ich ihn zum Mittagessen nach Hause. Mit Baby (und dessen Bedürfnissen) war das eine echt stressige Zeit, von der mein Mann mich nach 9 Monaten ablöste. Ich hatte schon so ein schlechtes Gewissen genug, dass ich – gerade in Elternzeit – meinen Erstgeborenen überhaupt in eine „Einrichtung“ schickte. Aber ich dachte, so 3 am Tag mit anderen Kindern wären auch gut für ihn. Von unserem Ganztagesplatz bin ich damals also zurück getreten und habe ihn dann wieder aufleben lassen, als auch mein Mann seine Elternzeit beendete.

Was dieses Mal anders ist

Meine Tochter allerdings wird von Anfang an als Ganztageskind eingewöhnt, d. h. sie isst dort bereits zu Mittag und wird ab nächster Woche auch dort anschließend ruhen / Mittagsschlaf halten. Sie ist mit ihren gerade 2 Jahren also durchaus länger im Kindergarten als damals ihr Bruder, allerdings mit dem Vorteil, dass noch ein Familienmitglied in ihrer Nähe ist. Für mich bedeutet das: noch mehr Loslassen, vertrauen. Und beide Kinder doch eher nach Hause holen, wenn es meine beruflichen Verpflichtungen zulassen – Ihretwegen!

Was mir bei ihr einfach mehr Sorgen macht ist, dass sie insgesamt ein größerer Draufgänger ist. Mehr Klettern, Rumturnen und sich dabei überschätzen (oder das Gewicht des Köpfchens), ihr „Talent“, schnell über ihre eigenen Füße zu stolpern, weil sie oft nicht guckt, was im Wege lieget, oder sich am Kopf zu stoßen. Aber da muss ich durch und einfach hoffen, dass ich nie in die Situation komme, dass etwas schlimmeres passiert.

Wie man es macht, macht man es sowieso falsch

Zumindest in den Augen anderer. Ich habe versucht, einen „goldenen Mittelweg“ zu finden, was die Betreuung meiner Kinder angeht, um eben trotz dem Geld verdienen und meinem Beruf nachgehen zu können. Dass mich gerade letzteres zusehends nicht mehr so zufrieden macht wie früher, das ist einen extra Blogbeitrag wert (und in Arbeit).

Die ersten 9 Monate ihrer Geburt war ich Tag UND Nacht für sie da, fast nur ich. Ich konnte das genießen, es war anstrengend, aber ihre Nähe so wichtig für mich. Der erste Abschied kam, als mein Mann nach dieser Zeit auch die Nachtschichten übernahm (zu die Nachtschichten beim Sohn, wohlbemerkt). Ich ging wieder arbeiten, stillte die Kleine noch am Morgen und dann nach und nach gar nicht mehr. Denn als sie 10 Monate war, flog ich für eine Woche nach Finnland auf Dienstreise. Und das war dann total komisch. Davor hatte ich bereits ein Wochenende in Österreich Dienst gemacht, aber jetzt kam ich mir vor wie ein Junkie auf Entzug. Auch ohne meine Kinder konnte ich nicht durch- bzw. ausschlafen. Das ist bei mir nicht mehr drin. Sie fehlten mir so, vor allem die körperliche Nähe zu meinem Baby. Und so ging es weiter mit dem Abschied auf Raten. Die Nächte verbringe ich meist alleine, obwohl unsere Tochter noch immer im Schlafzimmer schläft. Wenn ich nachts bei ihr bin, schläft sie oft besonders schlecht, beim Vater meist gut. Sie scheint meine Nähe zu spüren und „knubbelt“ dann oft stundenlang wach an mir rum. Das ist einfach kein Ideal-Zustand.

Ehrlich gesagt habe ich mich auch auf diesen Tag gefreut, wo auch meine Tochter mit in den Kindergarten geht. Und nun sitze ich hier, habe Zeit für mich, kann mal wieder üben (oder bügeln, haha!) und natürlich fühlt sich das komisch an, wenn man gerade frei hat und die Kinder trotzdem nicht da sind. Das wird es öfter mal geben! Es ist sicher einfacher, wenn sie in der Schule sind, denn immerhin müssen sie in die Schule, brauchen aber nicht gezwungenermaßen einen Kindergarten besuchen. Und ja, bei meinem Beruf wird es vorkommen, dass wir uns dann tagsüber gar nicht sehen, weil ich eben erst mittags oder nachmittags zum Job muss. Früher hatte ich mir immer vorgenommen, sie dann vormittags aus dem Kindergarten zu lassen, aber sehe das auch als falsches Signal, denn in Schulzeiten wird das dann auch nicht mehr gehen. Ich muss da abwägen, von Fall zu Fall entscheiden und vor allem eines nicht vergessen: ich war nicht umsonst so lange Zeit so total erschöpft, dass ich sogar ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen musste! Nach 4 Jahren als Mutter wird es Zeit, selbige hin und wieder auch mal nur für mich zur Verfügung zu haben. Es wird nach wie vor nicht viel sein, aber es tut gut! Und damit versuche ich mich zu beruhigen! Loslassen und Durchatmen!