Wir feiern Kindergeburtstag – Eine (Horror-)Story in 3 Akten

Ouvertüre

Die Gedanken arbeiten. KindNr. 1 hat bald Geburtstag. Ohje. Eine kleine Feier gab es damals zum 3. Jahrestag. Damals mit 2 Gastkindern, deren Familienangehörigen und somit irgendwie erträglich. Beim 4. Geburtstag habe ich mich gedrückt. Sommerferien (dieses Kind wird zu 95 % immer in den großen Ferien jubilieren – ich jubele darüber nicht, denn es macht die ganze Überlegung des „Wann-wird-gefeiert-und-mit-wem-und-wie-und-überhaupt“ noch komplizierter) und meine Erschöpfung ließen mich im letzten Jahr einfach keinen Zugang zu dieser gefürchteten Veranstaltung finden. Dieses Jahr muss ich wohl! Aber wann? Selbst der Kindergarten hat noch Ferien, wenn der Sohn Geburtstag hat. Also verschieben. Wann arbeitet der Mann denn einmal nicht am Wochenende? Große Ratlosigkeit. Wir entscheiden uns schlußendlich für ein Datum, es ist ein Sonntag, der Kindergarten dann schon wieder eine Woche am Laufen. Vielleicht klappt’s.

Zum Glück läuft es gut mit den Geburtstagsgeschenken für das Kind. Ich hatte eine gute Idee und der Mann den Autrag, diese umzusetzen.

1. Akt – Die Vorbereitungen

Nach dieser Entscheidung schreiben (Mama) und bemalen (Kind) wir Einladungskarten, die ich eigenhändig aus hellblauem Tonpapier geklöppelt ausgeschnitten habe und verteilen diese noch rechtzeitig (!) im Kindergarten. Ich habe eine Deadline für die Eltern gesetzt, bis zu welcher tatsächlich alle geladenen Kindergartenkinder zusagen (das eine extern geladene Kind ist im Urlaub) – plus Anhang wie die Mütter, ein Vater und einige Geschwisterkinder. Ich finde es in dem Alter ok, dass die Eltern noch dabei sind, und es nimmt mir den Horror, wie mein Mann und ich alleine auf so viele Kinder aufpassen und diese unter Umständen beschäftigen sollen. Bleibt nur die nächste Frage: wo bringen wir all diese Personen unter, und wie sieht es mit der Verköstigung aus? Die meisten waren auch noch nie bei uns. Das macht es für mich zusätzlich spannend.

Mama machst sich von nun an Gedanken. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Eine schiere Horrorvorstellung, all diese Menschen im Haus zu haben, während es draußen wie aus Kübeln gießt (was im Sommer 2016 ja schon mal vorkommen kann). Was soll gebacken und gekocht werden? Was braucht man an  Getränken? Und wie sieht es hier eigentlich aus? Seit einem Dreivierteljahr hat niemand die Fenster geputzt. Der verregnete Sommer hat Büsche und Unkraut bis in den Himmel wachsen lassen. Und niemand hatte Lust und vor allem Zeit (oder umgekehrt), das Zeug zu zähmen.

Zwischenspiel

Ich werde dauernd gefragt, was sich das Kind wünscht. Ist gar nicht so einfach. Meiner Ansicht nach hat er alles, und teure Vorschläge möchte ich natürlich nicht machen. Zum Glück fallen mir am Ende und rechtzeitig noch ein paar Sachen ein. Jedenfalls finde ich die Dinge, die er bekommen hat, ziemlich ok.

2. Akt – es wird konkreter

Außerdem mache ich mich auf, um Zeugs für die Kinder zu kaufen. Also etwas, was man als Mitgebsel in Tütchen füllen kann. Eine große amerikanische Spielzeugladenkette wird mein Anlaufpunkt. Ich entscheide mich für Zeugs von der Eiskönigin Elsa & Co. für die zwei Mädels und meinen Sohn und für Krams, was mit Autos zu tun hat, für die Jungs. Die Süßigkeiten werden mit dem Großeinkauf besorgt. Außerdem gibt es noch Feuerwehrmann Sam und die bereits erwähnte Frozen-Mannschaft auf völlig überteuerten Servietten. Drei Tennisbälle sollen als Wurfgeschosse für die 10 Dosen… Moment, ich habe bisher nur 9 leere Dosen. Da muss wohl noch eine Dose Ananas geöffnet werden. (Ich mache äußerst selten Dosen und dann noch in dieser Größe auf, aber was muss, das muss). Notfalls kann ich auch noch auf Eierlaufen zurück greifen, denn ich habe zwei Holzeier, die hier normalerweise unter der Rubrik Percussion-Instrumente laufen. Dazu zwei große Löffel, et voilà. Topfschlagen? Sehe ich am Ende von ab.

Wir organisieren Partytische und Bänke und tätigen einen Großeinkauf, der nicht nur einige Stunden Zeit in Anspruch nimmt (vom Zusammenstellen des Einkaufzettels mal ganz abgesehen), sondern dessen Endpreis an der Kasse im dreistelligen Bereich mit – ich zähle jetzt auch mal die anderen Besorgungen dazu – einer 3 davor, mich doch etwas schwindelig werden lässt. Genau so wie der Preis der Fensterputzer, die in nur einer Stunde und leider ziemlich oberflächlich alle unsere Fenster putzen. Nun ja, zumindest kann man jetzt erst einmal wieder durchgucken und die Gäste erhalten somit vielleicht einen besseren Eindruck von meinem Sinn für Sauberkeit.

Showdown. 1 1/2 Tage verbringe ich in der Küche. Ok, ohne Kinder hätte es etwas weniger lange gedauert.Aber ohne Kinder hätte ich das auch nicht gemacht. (Ich selber feiere nämlich nie meinen Geburtstag). Ich stelle 3  Kuchen und ein zwei Blech Muffins her, außerdem Pizza-Muffins (was für ein Aufwand, was für ein Gematsche), zwei Salate und eine sauleckere Tomaten-Knoblauch-Butter sowie Pizzabrötchen. Mixie sei Dank! Desweiteren soll es am Abend kleine Bouletten (self-made), panierte Hühnerstückchen und kleine Bratwürstchen geben. Die kann man schnell noch nebenbei brutzeln, während einem die Kinder die Bude verwüsten. Und die Oma bringt auch noch Kuchen und Salat mit.

Dies war sicher der anstrengendste Teil von allem, aber ich habe gelernt: nächstes Mal gibt weniger, besser is‘ das!

3. Akt und Finale:

Das Ende unserer Vorbereitungen nähert sich dem Höhepunkt und wird eine zeitliche Punktlandung. Wir sind gerade so mit allem fertig, als die ersten Gäste in den sonnig-warmen (!) Garten schlendern. Ich habe sogar noch die Mitgebsel-Tüten rechtzeitig gefüllt.

Von da an nimmt das Schicksal seinen Lauf. Läuft aber ganz gut. Die von mir als Geschenk georderten Wasserbomben und der spielverrückte Papa vom Kindergartenfreund nehmen schon einmal viel Aufmerksamkeit der Kinder in Anspruch, und somit Zeit, in welcher die lieben Kleinen gut beschäftigt sind.

Irgendwie wandern die Kinder zum Spielen auch immer wieder in das Haus – mit ihnen der Inhalt des Sandkastens  (zumindest in Teilen) und aus dem Haus wandert das Spielzeug und verteilt sich in unserem Garten. Ich nehme es gelassen und trinke noch ein Glas Holunderblüten-Prosecco und freue mich, dass die Zeit so schnell vergeht. Die Kinder freuen sich auch und mein Sohn verteidigt immer wieder mit viel Gebrüll sein Fahrrad und sein Laufrad vor der Invasion. Dann lieber noch einen Prosecco bitte! Das Kuchenbuffet ist eröffnet, später auch das Abendbuffet. Finde ich so am besten, jeder kann sich im Esszimmer direkt an der Terrasse bedienen, wie er mag. Zwischendurch tragen wir dreckige Teller und Besteck ins Haus, und Kinderteller mit Unmengen an nicht gegessenem, aber anstandshalber zumindest zermatschten Kuchen. Ähnlich wird es dem Abendessen ergehen. Kurz angeleckt und dann… Spielen ist eben interessanter!

Am Ende räumen wir noch so weit auf, dass man wieder durch Haus und Garten kommt, ohne unwillentlich auf irgendetwas zu treten. Der Rest kommt am nächsten Tag dran, inklusive Sand Staub saugen.

 Nachspiel

Die Bude ist wieder einigermaßen sauber und wir ernähren uns noch tagelang von den Resten, ich friere Kuchen ein. Hatte aber auch etwas Gutes, dieser Überfluss, denn wir hatten am nächsten Tag noch einen netten (Fress-)Abend mit den Eltern des einen Jungen. Die sind eh klasse und wir haben immer viel Spaß zusammen.

Fazit: Eigentlich bin ich froh, dass KindNr. 1 während des Sommerurlaubs Geburtstag hat. Wie ich all das hätte schaffen sollen, während ich auch noch arbeiten gehe, das male ich mir erst dann aus, wenn dieser Fall einmal eintreten sollte.

Nur noch wenige Wochen bis zum 3. Geburtstag von KindNr. 2. Äh, mal sehen… .

Urlaub im Hotel Mama / -Oma

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Hotel Mama – natürlich mit Gartennutzung (Bildrechte: Dieverlorenenschuhe)

Was gibt es besseres als ein schönes „Hotel Mama“?!

Wir lieben es als Heranwachsende, als Studenten, die wieder einmal nach Hause zurückkehren oder eben auch, wenn wir selbst bereits Eltern sind und einfach mal etwas Entlastung im Alltag wünschen. Also am besten weniger Alltag. Weniger Wäsche, weniger Kochen und weniger Putzen. Weniger von dem, was den Tag so nervig machen kann.

Nach dem wir bereits im Mai das Weite gesucht hatten und mit unseren Kindern in den Urlaub* gefahren sind, hatte ich lange überlegt, ob wir während der Sommerferien eine weitere Reise antreten sollten, habe mich aber schlußendlich dagegen entschieden. Nicht nur, um den Geldbeutel zu schonen, sondern auch unsere elterlichen Nerven. Da wir uns derzeit einfach in der Hauptsaison (und vielleicht auch sonst eher nicht) eines dieser attraktiv erscheinenden Familienhotels mit Kinderbetreuung einfach nicht leisten können (wollen), uns aber zurzeit eine erneute Woche mit 24 Stunden Rundumbetreuung unserer Kinder nicht mehr zumuten wollten, blieb nur ein Reiseziel: Hotel Mama! All inclusive! Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung und natürlich Vollpension. Ein großer Garten zur Mitbenutzung und neuerdings (!) auch zeitweilige Kinderbetreuung, z. B. in Form eines Hundes zum Gassi gehen (KindNr. 1 ist dann erst mal ein Stündchen außer Haus) oder stundenlanges Spielzeugautos-durch-die-Gegend-Schieben (wieder ist KindNr. 1 sehr glücklich) durch (Stief-)Opa’s-1:1-Betreuung (und der Opa hatte zu unserem Glück auch noch Urlaub), oder auch ein paar andere Erwachsene, die im Garten oder Haus mal ein Auge auf die Kinder haben, während man selber in Ruhe aufs Klo / unter die Dusche gehen kann oder sich mal eben unter den großen Walnussbaum auf eine Decke fläzt. Die Kinder sind jetzt in einem Alter, wo das geht. Absolutes Neudingens: die Eltern fahren in ein Luxus-Restaurant essen und lassen die Kinder von den Großeltern ins Bett bringen. Hat super geklappt! KindNr. 2 schlief nur etwas sehr spät ein. 😉

Tag 1: Nachmittags um 14:30 Uhr sind wir endlich soweit und können losfahren. 300 km ins Hotel Mama / -Oma liegen vor uns. Die Mama (also in dem Fall ich) hat den ganzen morgen gepackt. Der Papa schafft das Zeug ins mittlerweise sehr geräumige (weil neue) Auto und los geht’s.

Vier Stunden später sind wir am Ziel. Und weil beide Kinder so schön im Auto geschlafen haben, wird die abendliche Schlafenszeit natürlich großzügig nach hinten verschoben. Gäääähn!

Tag 2: Wie immer schläft der Papa mit KindNr. 1 in einem Zimmer und Mama mit KindNr. 2 in einem anderen, denn das Haus ist klein und so sind auch die Zimmer. KindNr. 2 schläft etwas länger, das ist schön. Es folgt ein ausgedehntes Frühstück  und Kinder, die im Schlafanzug im Garten herum laufen. In Ruhe duschen hat was. In der Nähe vom Hotel Mama ist ein Spielplatz, auf dem wir den restlichen Vormittag verbringen. Dann ruft das Mittagsmenu aus der stets hervorrangenden Küche à la Hotel Mama.

Am Nachmittag steht ein ungewöhnlicher Besuch auf dem Programm. Wir besuchen unsere Großtante. Ich selbst habe sie seit über 15 Jahren nicht gesehen. Das letzte Mal auf dem 60. Geburtstag meines Vaters. Es ist also einiges an Zeit vergangen seit damals. Sie hat mich auch nicht gleich erkannt. Diese Tante war die Lieblingstante meines Vaters, die Frau, die ihn (mit) groß gezogen hat. Nächsten Monat feiert sie ihren 90. Geburtstag. Sie hat Papa überlebt. Ich habe sie nicht nur in guter Erinnerung, ist sie doch eine anstrengende Person (gewesen). Aber sie war auch für uns da, als sich meine Eltern damals getrennt hatten. Nun erzählen wir über 2 Stunden lang. Sie erzählt sehr gerne von früher. Ein bißchen Glück ist es, dass KindNr. 1 nicht mit wollte. So haben wir mehr Ruhe. Und KindNr. 2 schläft auch erst mal ein Stündchen im Altenpflegeheim auf dem Teppich (was sich natürlich später rächen wird, allerdings an diesem Abend nicht für uns). Hier lebt die alte Dame seit 4 Jahren. Nach einem Schlaganfall, der ihren noch gesunden linken Arm lahm legte, ist sie auf Hilfe angewiesen. Ihr rechter Arm ist seit ihrer Geburt ohne Unterarm und Hand. Warum habe ich sie erst jetzt besucht? Ich habe mich nie getraut. Aber nach dem Tod unseres Vaters hatte sie meinem Bruder und mir eine sehr liebe Karte geschrieben, und dafür wollten wir uns persönlich bedanken.

Nach dem wir zurück sind, ist auch bald Abendbrotzeit. Hätte ich nur nicht so viel zu Mittag gegessen, denke ich, als mir der Mann kurz vor der Abendbrotzeit verkündet, dass wir zwei heute noch essen fahren werden. Er hat da etwas ausgesucht. Wir machen die Kinder soweit bettfertig und wünschen den Großeltern viel Glück für den restlichen Abend. Dann fahren wir 30 km, um bei bekanntem Landadel festlich (und sehr teuer!) zu speisen. Zum Glück hatte ich ein schönes Kleid und eine feinere Jacke eingepackt. Wir gönnen uns ein 3-Gänge-Menü, werden hervorragend bedient und ich bekomme auch noch ein Wein-Menü dazu. Das in Kombination mit zu viel Schokolade zum Dessert vertrage ich allerdings nicht so gut. Die Nacht wird etwas hart für mich. Schade um das gute Zeug!

Tag 3: Der dritte Tag beginnt daher für mich nicht ganz so angenehm. Ich brauche etwas, bis ich in Gang komme. Zu meinem Glück ist KindNr. 2 erst kurz vor unserer Ankuft nach 23 Uhr richtig eingeschlafen (die arme Oma) und schläft ein wenig länger am nächsten Morgen.

Am späten Vormittag steht ein für die Kinder neues Event auf dem Programm. Nach neun Jahren trauen sich ihre Eltern endlich wieder einmal auf Inliner, um in voller Montur eine ehemalige, jetzt seit vielen Jahren asphaltierte Bahnstrecke zu befahren. Der Anfang ist etwas holprig. Als ich den ersten Schwung nehmen will, trete ich erst einmal ins Leere. Mist, es sind keine Schlittschuhe, sondern Roller Blades unter meinen Füßen! Die Kinder benutzen ihre Laufräder, um den Eltern zwischen den Beinen herum zu fahren und sie zu etwas zu zwingen, was nicht gerade zu deren Stärke bei dieser Sportart gehört: das Bremsen. Aber schnelles Fahren ist ohnehin kaum möglich, so gelingt auch das Bremsen mehr oder weniger sicher. Wir haben trotzdem Spaß und kehren nach 1 1/2 Stunden zufrieden zu unserem Auto zurück. Nicht zu vergessen, dass wir ein paar schöne Steine gefunden haben. Mit denen haben wir noch etwas besonderes vor.

Am Nachmittag fahre ich mit meinem Bruder zu einem Anwalt für Familienrecht, dem bereits das Testament der bösen Stiefmutter vorliegt. Also ein gemeinsames Testament von ihr und unserem kürzlich verstorbenen Vater. Leider und so unglaublich die ganze Geschichte erscheint, ist das Testament gültig. Die alte Hexe bekommt allerdings dieser Tage Post von besagtem Anwalt. Wir klagen unseren Pflichtteil ein. Leider wird sie am Ende immer noch mehr kriegen als uns lieb ist, aber rein rechtlich dürfen wir nicht leer ausgehen. Der Streitwert, also unser Elternhaus, ist nicht allzu viel wert. Hier geht es uns in erster Linie um das Prinzip, einer Frau, die 25 Jahre auf dieses Erbe gewartet hat, unseren Vater gerade in seinen letzten Lebenswochen (aber auch schon viele Jahre zuvor) richtiggehend gequält hat, am Ende nicht ihren Willen zu lassen.

Tag 4: Wir treffen noch Vorbereitungen für den 5. Geburtstag von KindNr. 1 am nächsten Tag. Also Kuchen backen. Es wird eine Gemeinschaftsproduktion von Oma, Papa und mir. Außerdem bemale ich mit den Kindern die Steine. Allerdings habe ich – wie komischerweise so oft an Samstagen – meinen berühmten Durchhänger und döse am Nachmittag erst mal über eine Stunde, während die Kinder im Garten spielen. Gut, wenn andere Aufpasser bereit stehen. Dank Hotel Mama ist so etwas möglich.

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Für jedes Lebensjahr einen Luftballon (Bildrechte: DieverlorenenSchuhe)

Am Abend geht es bei herbstlichen Temperaturen zu einer Sommerparty in mein Heimatdorf. Der beste Freund meines Bruders und dessen Schwester feiern zusammen ihren 101. Geburtstag. Eine große Feier im Garten, direkt an Äckern gelegen und mit einem weiten Blick über meine Heimatgemeinde, dazu Live-Musik. Auch die Kinder haben Spaß an der ungewohnten Aktion und laufen munter durch die Tische und Bänke und rocken zur Rockmusik. Trotzdem brechen wir um 21:30 Uhr auf, das reicht für die Kids. Sie schlafen aber erstaunlicherweise nicht im Auto ein, sondern erst einige Zeit später in unseren Schlafkojen…

Tag 5: … und sind viel zu früh wieder wach. Gääähn!

Herzlichen Glückwunsch, Luftballons und Geschenke. Grillen bei endlich mal wieder sommerlichem Wetter und Kuchen am Nachmittag. Der Kindergeburtstag ist ganz nach meinem Geschmack. Nur zwei Kinder und ein paar Erwachsene.

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Ein Stück vom Geburtstagskuchen. Kein Meisterwerk, aber wie vom Kind gewünscht: Schokolade mit Erdbeeren. (Bildrechte: Dieverlorenenschuhe)

Am Nachmittag besuchen wir das (vermutete!) Urnengrab unseres Vaters, da wir auf der eigentlichen Beerdigung nicht dabei waren. Ich, weil ich auf Dienstreise war und die böse Stiefmutter „alles schnell hinter sich bringen wollte“, ergo nicht warten konnte mit dem Termin und mein Bruder aus reinem Protest und um den anderen zu zeigen, was abgeht wegen ihres Verhaltens, ebenfalls nicht hingegangen ist. Wir legen die bemalten Steine auf die Stelle, wo wir die Urne vermuten und ich lese mein Lieblingsgedicht „Stufen“ von Hermann Hesse vom Handy ab. Anschließend packe ich mein Instrument aus und spiele den zweiten Satz des berühmtesten Konzerts für dieses Instrument. Kalt, aus dem Stehgreif und leider mit 2-3 Kieksern, weil die Sonne dann doch nichts ist für dieses Instrument und dieses Stück auf dem „grünen Rasen“ eben anders klingt als in einem Raum mit Hall. Bin trotzdem zufrieden. Hatte mir das vorgenommen und habe es gemach! Anschließend lege ich die Steine vor die Gedenkstätte der anonymen Urnengräber. Bin gespannt, ob sie in zwei Wochen noch da sind.

Tag 6: …dient in erster Linie dem Verpacken und Abreisen aus dem Hotel Mama. Am Ende hinterlassen wir wie so oft eine Schneise der Verwüstung. Es mag egoistisch erscheinen, aber im Hotel Mama gehört es zum guten Service dazu: sind die Gäste fort, wird eben aufgeräumt, die Betten abgezogen und die benutzen Handtücher gewaschen und einmal kräftig durchgestaubsaugt. Bis zum nächsten Besuch.

Nachmittags um kurz nach 14 Uhr geht es abermals los und gute 4 Stunden später sind wir zurück in unserer „Villa Kunterbunt“. Helau! Damit ist der Urlaub im Hotel Mama vorerst beendet. Wir kommen wieder! 🙂

 

 *Urlaub mit Kindern: die einen lieben es, die anderen sehen darin eine der größten Herausforderungen ihres Erwachsenenlebens.